Manchmal wundert man sich: eigentlich will man eher los, eine ganze Tour fahren. ABer der Körper macht nicht so recht mit und so kommt man später los, als einem recht ist. So wurde es heute nur ein kleiner Radspaziergang vom Bahnhof Weimar zum Schloß Ettersburg , über Klein- und Großobringen wieder zurück nach Weimar.
Der Hinweg ist leider alles andere als toll: man muß immer die B7 oder eine andere stark befahrene Straße (Buttelstedter Straße) nach Weimar Nord rauffahren. Laut einem Freund, der in Großobringen wohnt, gibt es keinen anderen Weg. Es geht ab dem Bahnhof Weimar nur bergauf. Auffällig ist, dass in dieser Randlage der Stadt ein Obdachlosenheim, ein Studentenwohnhaus und ich glaube auch eine Asylbewerberunterkunft ist. In der Stadt will man diese Leute nicht haben.
Auf dem Weg zum Schloß Ettersburg kommt man am ehemaligen KZ Buchenwald vorbei. Ich ziehe jedes Mal meinen Hut, wenn es die Verkehrslage und die ERschöpfung erlaubt, bleibe ich auch eine Weile stehen, um der Menschen, die hier ermordet wurden, zu gedenken. Diese Taten der Nationalsozialisten sind und bleiben unfaßbar. Und sowas darf NIE WIEDER passieren.
Danach kommt die Ettersbergsiedlung, dann ist die Ausschilderung zum Ort „Ettersburg“ mies; wer kommt bitte auf die Idee, dem einzigen Schild, auf dem „Pflegeheim“ steht, nach links zu folgen?? Das Rote Kreuz betreibt in Ettersburg ein Pflegeheim.
Schloß Ettersburg liegt nur 1,3 km vom ehem. KZ Buchenwald entfernt.
die Klosterkirche, die zum Schloß gehört, begrüßt mich, wenn ich aus Richtung Buchenwald / Ortsmitte von Ettersburg komme.
Eingang Schloßpark….
und ums Eck…
…der Kircheneingang.
und JETZT endlich das Schloß. In diesem Gebäude ist das (für den schlanken Geldbeutel zu teure) Restaurant drin.
von Süden: das Schloß. Zwar kann man als Nicht-Adeliger dort spazieren und essen, aber dennoch muß man entsprechend Geld haben.
Die Ungleichheit ist also nicht ganz aufgehoben.
Der Blick vom Schloß aus Richtung Süden. Nur 1,3 km von hier entfernt liegt das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald.
Im Schloßpark. Man kann dort noch weiter hinein in die Landschaft laufen.
Vor diesem gelben Haus ist dieses Feld; am Ende ist eine Art Cafe (bis 17 Uhr nur geöffnet).
Ich saß auf einer der Bänke (rechts am Wegrand) und aß mein eigens gekochtes Essen aus dem „Henkelmann.“
Die Klosterkirche, Ansicht vom Hof des Schlosses aus.
Der Schloßhof. (geradeaus geht es wieder hinaus nach Ettersburg- Ort).
(den „schönen“ Zigarettenmülleimer mußte ich leider mitfotografieren…)
Das war der kleine Radspaziergang am Sonntag den 5. Oktober.
Am Sonntag den 12. Oktober 2014 war ich wieder auf Schloß Ettersburg; diesmal von Erfurt aus.
Wenn man erst mal aus ERfurt rausgefunden hat, ist der Weg richtig schön. War schade, dass ich den Fotoapparat zuhaus gelassen hatte… Bei dem sonnigen, wenn auch nicht immer klaren Wetter waren viele Spaziergänger/-innen mit Hund/Kindern unterwegs.
Zuerst bin ich die Thüringer Städtekette (Fernradweg) bis Niederzimmern gefahren. Bis dorthin ist der Weg noch gemütlich, nur wenige Steigungen gibt es. Ab Niederzimmern nach Ottstedt und Hottelstedt gibt es dann kilometerlange Steigungen, einmal 10% und einmal 14%. Grade jetzt, nur wenige km vom Ziel entfernt… das war schon ein Kampf gewesen. Und wenn es mal einigermaßen eben war, dann kam der blöde Wind entgegen. Toll. Ich bin die Landstraße gefahren, ich weiß leider keinen besseren Rad-Weg. Doch nach Hottelstedt… plötzlich war das Ortsschild von Ettersburg da, das Schloß gleich auf der rechten Straßenseite.
Da hat sich die Anstrengung gelohnt!
Wär‘ schön, wenn mal jemand mitführe.


















