Die erste Semesterwoche ist rum. Während der Woche taten mir einmal die Beine weh als ob ich zuviel radgefahren wäre. Deshalb blieb das Pferd heute zuhause. Eins hat sowieso einen Platten. U-Bahn-Fahren, das heißt aber auch: Einkäufe selber schleppen müssen anstatt bequem an den Gepäckträger hängen und radfahren. Viel Auswahl an fußläufig gut erreichbaren Supermärkten hat man in der Innenstadt nicht. Das hat schon seinen Grund, die Stadt Dortmund hat entsprechende Gebote erlassen gehabt. Also rein ins stressige Gewühle der Fußgängerzone. Puh. Dabei wollte ich nur den Rewe im Einkaufszentrum „Thier-Galerie“ erreichen. Ich hasse Einkaufszentren. Und irgendwie scheint jede und jeder zu meinen, am Samstag „einkaufen gehen“ zu müssen.
Ich fand den Rewe und entdeckte zu meiner Überraschung die Imbißtheke mit den günstigen Preisen. Erst mal eine Pause einlegen. Gern kaufe ich hier nicht ein, auch wenn in dieser Filiale mehr Platz ist als in der Kaiserstraße.
In all dem Gewühle aus Farben und Werbeplakaten in Schaufenstern und auf Wänden und Tafeln (im Einkaufszentrum und auf der Straße) fielen mir zwei Werbeplakate auf, die eine eigenartige Ruhe im Chaos ausstrahlten. Keine schreiende Schrift, keine nackte Haut, die geifernd um Aufmerksamkeit heischte. Ausnahmsweise mal ein Werbeplakat, das man gern ansieht. Auch wenn man das Produkt nicht kaufen wird.
Befreiend auch, daß es keine super-dürre und möglicherweise magersüchtige junge Frau in extra-knappen Bikini sein muß, um für dieses Schwimmbad zu werben.Und auch kein Muskelprotz mit Sixpack, dessen Körperfülle beängstigend wirkt. Beide Körperformen sind nicht attraktiv, auch wenn uns das die Werbung immer wieder weis machen will. Einzig allein die Tatsache, daß die Werbenden unbedingt meinen, daß man mit dem Auto zu ihnen kommen solle, stört. An eine mögliche Zufahrt mit dem Rad oder Rad&Bahn wurde möglicherweise schon beim Bau des Bades nicht gedacht.
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Zugegeben, ich weiß nicht, was die abgebildete Person macht (im Fernsehen moderieren, schauspielern, etc…..) Darum geht es mir auch nicht.
Dieses Plakat wirkt wie aus der Zeit gefallen. Es strahlt Ruhe aus, wirkt angenehm auf die Betrachterin. Keine grellen Farben, keine auffällige Kleidung, nicht mal ein farbiger Hintergrund und auch nicht das aktuelle Cover der Zeitschrift ist abgebildet. Man könnte meinen, es gäbe noch das analoge Zeitalter ohne jede Art von Computer zuhause oder in der Hosentasche. Die beworbene Zeitschrift liegt auf dem Wohnzimmertisch beim (Leder-)sofa, wer nach dem Programm schauen will, blättert darin herum.
Wohlgemerkt, ich wünsche mir die Schreibmaschine NICHT ZURÜCK. Und Zeitschriften waren nur als Teenager mein Ding. Die Zeit läuft schneller, seitdem es Computer, das Internet und somit weniger Papier-Zeitungen gibt, so mein Eindruck. Man weiß schon gar nicht mehr, wann man eine Zeitschrift lesen sollte. Auch wenn es für die Augen angenehmer ist, von Papier als vom Bildschirm abzulesen. Gerade deshalb sind solche Werbeplakate angenehm. Sie fallen auf – nicht durch grelle, schreiende Farben und Schriften – sondern wegen ihrer Schlichtheit.
Jeder Stadtbewohner-/in kennt sie: unleserliche Schriftzüge und Namenskürzel auf Häuserwänden, Pfeilern von Autobahnbrücken oder auf Zügen. Manchmal mit politischer oder gesellschaftlicher Botschaft versehen. Manchmal bunt, mit dicken Buchstaben, was manchen langweilig-einfarbigen Waggon eines Zuges richtig schön macht. Für die Besitzer-/innen von Häusern oder die DB AG ist das nur Sachbeschädigung, eine Straftat, die geahndet werden muß. Doch wie der Löwenzahn trotz aller Unkrautvernichtungsmittel immer wieder aus allen Ritzen sprießt wie es ihm beliebt, gibt es immer wieder. Graffiti als persönliche Ausdrucksform, frecher Protest und Beweis dafür, dass man zur Szene gehört. Denn was die Passantin/der Passant als unschönes Gekritzel wahrnimmt, sind Namenskürzel.
Am Dienstag den 6. September 2016 gab es mit der StreetArtGallery44309 einen Kunstspaziergang durch Teile des Unionviertels. Start war an der Galerie und Büro in der Rheinischen Straße 16, dort wurden die Besucher-/innen begrüßt und die StreetArtGallery vorgestellt.Anders als bei den gewöhnlichen Museen kann man hier selbst ausprobieren, was z. B. Siebdruck ist. ziel dabei ist es, die Bildende Kunst, die „fine art“ mit der Studio- und StreetArt-Kunst zusammenzubringen. Diese praktische Variante werde ich einmal nutzen – auch selbst Kunst machen, anstatt nur Kunst anzusehen, zu konsumieren. Das Durchschnittsalter der Spaziergänger-/innen dürfte jedoch weit über dem der meisten Sprayer/Graffiti-Künstler gelegen haben…
Nach der Einführung ging es dann aber hinaus: die Straße als Ort der Kunst.
links die legale StreetArt mit Zustimmung des Hausbesitzers, rechts das tagging: offensichtlich ist der Respekt da, nicht in das bestehende Bild hinein seinen eigenen Namen zu „taggen“.
Landesteile werden durch Grenzen markiert, die Zugehörigkeit zu einem Land z.B. durch eine Flagge. Der eigene Stadtteil, der eigene Kiez wird durch das Namenskürzel an der Häuserwand, durch einen „Tag“ markiert. Tagging ist wichtig für das Abstecken von Grenzen. Hunde heben ihr Beinchen, um zu sagen: hey hier ist mein Revier, komm mir nicht zu nahe. StreetArt ist eine männlich dominierte Form. Es gibt viel mehr männliche als weibliche Künstler wie im HipHop als Musikrichtung.
Jedoch gibt es auch weibliche Kunst in der StreetArt: Alice Pasquini aus Rom mit einem Motiv nahe der StreetArtGallery selbst. Monia Labidi von der StreetArtGallery sagt dazu, dass dieses Motiv ein weiblicher Bilck auf den Frauenkörper sei. Wie Frauen sonst oft dargestellt werden, braucht an dieser Stelle nicht erwähnt zu werden. Sehr angenehm, mal eine andere Sichtweise auf Weiblichkeit in der Kunst zu erleben. Eigentlich hatte sich der Hausbesitzer als Motiv ein Trike gewünscht, weil im Haus eine Autowerkstatt gewesen war. Das war Alice Pasquini aber zu männlich dominiert. Bilder von Trikes gibt es aber schon viele.
Ob es in dem Laden daneben nur Kraut und Rüben gab, konnten wir beim Kunstspaziergang nicht testen 😉
Auffällig war bei der gesamten Führung, dass es kaum Deutungen der Bilder durch die Künstler-/innen selbst gibt. Man sei frei in der Interpretation, sagte Monia Labidi.
Den Anfang für die StreetArt als Kunstform machte tatsächlich das tagging, bevor später Buchstaben im „bubble“-Stil ( dicke Buchstaben aneinander als Wort) daraus wurden. Bei den Bildern gibt es überraschendes bei der Gestaltung. Nicht einfach hingesprüht ist das; jede-/r hat seine oder ihre bestimmten Motive und Techniken.
Der brasilianische Künstler Rodrigo Branco malt mit Schablonentechnik sein Thema: Technik und Mensch, ohne daß er eine genaue Definition vorgibt. Ähnlich arbeitet auch Blek le Rat aus Frankreich.
TITEL: Sacri loves You Mai/Juni 2014 . Am Telefon war wohl jeder schon mal genervt….
Im Gegensatz zur sogenannten Hochkultur steht die StreetArt im starken Widerspruch: sie ist öffentlich zugänglich und temporär. Ein Museum, das Bilder ausstellt ist immer bestrebt, diese zu erhalten. StreetArt-Bilder auf „mirrals“ = großen Wänden werden von Zeit zu Zeit übermalt. Das wird nicht als Zerstörung des eigenen Werkes mit den entsprechenden Rechtsfolgen angesehen, nein: das ist eben in der Szene so.
…man beachte die Augen der gemalten Figur….
Spannend war auch zu hören, was die Kunsthistorikerin Monia Labidi zu den Künstlerpersönlichkeiten sagen konnte. Manche seien zuverlässig und bringen ihre Arbeit wie vereinbart zu Ende. Andere wiederum vergessen, ihr Visa zu verlängern oder zeigen sich pikiert, wenn sie nicht wie erhofft die große Wand bemalen dürfen. Der Künstler L7M malt als sein Motiv Vögel, meist Kolibris. Möglicherweise war er pikiert, nicht auf die große Wand, auf der es kein Fenster gab, seine Kolibris malen zu dürfen – deshalb nun der Adler. Auf der großen Hauswand, einem großen „mirral“ nun ein Portrait.
So gerade wie das Gesicht geschnitten ist, könnte man an ein künstlich geschaffenes Gesicht wie das von Pinocchio denken.
Den Adler übersieht man fast, wenn man auf den Parkplatz des angrenzenden Supermarktes kommt; schon allein deshalb, weil man auf den Verkehr achten muß. Es schien, als ob die einkaufenden Menschen uns verwundert ansehen würden und erst nach und nach begreifen würden, warum wir hier sind – nicht zum Einkaufen eben.
An der Rheinischen Straße 62 gibt es ein überdachtes Bild, weil dort eine Arcade an den Geschäften verläuft. Die polnischen Künstler PROEMBRION und Pener sollen sogar bei winterlichen Temperaturen und Flutlicht im Januar 2014 gemalt haben. Der Hausbesitzer war nicht so begeistert, wollte er doch die Metzgerei seiner Eltern auf der Wand vermerkt haben. Mit der Unterschrift „Metzgerei Ludwig Lumper“ am Bild war er dann zufrieden.
….doch irgendwie erinnern die Linien an Nervenstränge, Blutbahnen im Fleisch… .hmm...
Zwei Künstler mit gegensätzlichen Malweisen machen ein Bild. Unmöglich, möchte man denken. Doch es funktioniert: Sepe malt figurativ, Chazme abstrakte Formen. Geschickt bauen sie die baulichen Gegebenheiten der Hauswand in ihr Bild ein, damit öffnet sich das Haus – so scheint es – noch einmal.
Man kann das Bild laut Monia Labidi so deuten: Es sind anonyme Menschenmassen in der Stadt, die nach Haus gehen. Die Atmosphäre ist bedrückend, schon allein durch die Hochhäuser.Helden sind sie nicht, sondern müde und geschafft. Wie nimmt der Mensch sein urbanes Umfeld wahr?
Ich mußte aufgrund der kantigen Gesichtsformen und einer Mützenform an die Kunstwerke des DDR-Künstlers denken, der im Auftrag des DDR-Staates bei der Bergbaugesellschaft Wismut in Ronneburg/Thüringen gelebt hat und die Arbeiter portraitiert hat. Auf seinen riesigen Bildern, die heute auf dem inzwischen stillgelegten Bergbaugelände (Uran-Bergbau für die Sowjetunion) ausgestellt sind, werden die Bergleute muskelbepackt als die Helden und in Siegerpose dargestellt, zusammen mit ihren blitzenden Werkzeugen. Frauen sind auch zu sehen, wie die Männer fast ganz nackt, aber sie sind nur Beiwerk als Gebährmaschine, Kinder quellen aus ihren Unterleibern, um neue Arbeiter hervorzubringen. Diese Bilder empfand ich als abstoßend, übertrieben. Nicht, weil die Arbeit von Bergleuten nicht zu würdigen wäre. Es ist diese maßlose Übertreibung, die nur das verdecken soll, was die DDR-Führung konsequent verschwieg: daß hier nicht „Wismut“ , sondern das gesundheitsgefährdende Uran abgebaut wurde, das nicht wenige Menschen an Krebs erkranken und sterben ließ. Gleichzeitig war die Belegschaft der Wismut-Bergbau eine eigene, verschwiegene Gesellschaft: wenn man wirtschaftliche Vorteile bekommt, schweigt man eben über das, was die Wahrheit ist.
Und der Künstler selbst? Möglicherweise war er überzeugt vom Sozialismus, wie ihn die DDR propagierte. In den ersten Jahren nach 1945 mag sich die Alternative, das Neue nach all den Grausamkeiten des NS-Regimes gut und rettend angehört haben. Was daraus geworde ist, ist bekannt. Eine ehemalige Kollegin der Unibibliothek Jena erzählte mir, wie ihr Vater zu ihr gesagt hatte: „Für das habe ich bei Hitler nicht im Zuchthaus gesessen.“ Gemeit war, wie die DDR-Führung sich zeigte: z.B. in schicken West-Autos statt Trabant und Wartburg.
StreetArt ist schon allein deshalb wilder, weil sie sich im öffentlichen Raum Platz suchen muß. Keine freie Leinwand, kein Blatt Papier wartet darauf, bespielt zu werden. Hindernisse sind da und können nciht beseitigt werden, sondern müssen ins Bild eingebaut werden. Das ist Herausforderung und Chance für zusätzliche Effekte zugleich.
Die Menschen die gern behaupten, Flüchtlinge würden bei uns komfortabel leben, sollen sich dieses Gebäude ansehen. Die ehemalige Schule ist ein graues, tristes Gebäude aus den 1950er Jahren. Nur die StreetArt verleiht dem Ort etwas Leben und Freude.
Auf ein gutes Miteinander un Ankommen mit den geflüchteten Menschen!
Das letzte Kunstwerk des Spaziergangs mit der StreetArtGallery ist von Alice Pasquini. Bei Hausbesitzern und -bewohnern hat es Kontroversen ausgelöst. So ein bedrückendes Bild, das wolle man nicht auf der Hauswand haben. Und ja, es macht betroffen, macht traurig. Zwei Kinder auf der Flucht… aber ist das nicht das, was man fast täglich in den Nachrichtenmeldungen hört und sieht?
Kunst muß nicht immer schön oder lustig sein. Sie kann auch ernst, politisch oder ‚häßlich‘ sein.
Dank geht an Frau Dr. Pahlke von der Stabstelle kunst im öffentlichen Raum die StreetArtGallery und vor allem Monia Labidi, die uns die StreetArt so lebendig und anschaulich näher gebracht hat. Man muß das tagging nicht toll finden – aber man weiß nach dem Kunstspaziergang mehr über die Hintergründe Bescheid.
Tagtäglich fährt oder läuft man daran vorbei. In der Eile oder aus Unachtsamkeit bemerkt man gar nicht, was hier eigentlich ist: Kunst im öffentlichen Raum, Kunst im Alltag. Bei den Dortmunder Spaziergängen und Radtouren kann man Kunst leibhaftig und lebendig erleben.
„Nordwärts“ ist das auf 10 Jahre angelegte Projekt der Radtour-Serie, die am Donnerstag den 1. September zum 2. Mal stattfand.Die meisten besuchten Kunstobjekte sind Teil der „EmscherKunst.“Zumindest 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen.
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In lockerer Atmosphäre fuhr man auf einer Strecke von 8 km durch die Stadt, lauschte dem Vortrag von Astrid Wendelstigh und konnte die Kunstwerke ansehen, manchmal sogar ausprobieren – und wurde dann auch überrascht.
Station am Dortmunder U: Ah, wie gut dass wir uns vor dem Regenschauer in die Trinkhalle flüchten können!
Die Trinkhalle.Einst errichtet nahe der Zechen, um die Arbeiterinnen und Arbeiter mit alkoholfreien Getränken zu versorgen, entwickelten sich die „Büdchen“, die „Kioske“ oder „Spätis“ zu soziokulturellen Zentren der Gesellschaft.
Doch die Künstlerin Lena Dues spielt uns einen Streich: hier ist gar keine Trinkhalle 😉 Sie hat die Fähnchen selbst als Kunstobjekte gestaltet. Die Fähnchen sind nur Schmuck, kein Kiosk ist hinter den Fähnchen, sondern ein Büro. Auf dem Platz vor der „Trinkhalle“ stehen die orangen Container, die Informationspunkte für die Emscher-Kunst (bis 18 Uhr geöffnet) sind.
Container im Regen
Die Radtour zur Kunst im öffentlichen Raum geht weiter um das Dortmunder U herum. Zwei Feuerwehrautos stehen davor, doch die Atmosphäre ist entspannt (wohl nur eine Bereitschaftstätigkeit heute, noch kein Einsatz). Bei der Tour und anhand der alten Wegeweiser wird klar, wie groß das Gelände der ehemaligen Union-Brauerei Dortmund überhaupt ist… wir biegen ein in eine Nebengasse, die sehr heruntergekommen wirkt, ihr Name „Übelgönne.“ Woher wohl dieser Name kommt… Wildes Grün sprießt am Wegesrand und aus Mauerritzen , Autos parken auf einer Seite. Fast unscheinbar wirkt das 2. öffentliche Kunstobjekt, das man im Vorbeifahren fast übersieht: die „Knutschecke“ von Holger Küper.
Großformatige Bilder von küssenden Paaren sind auf der Backsteinmauer zu sehen, allesamt mit Personen aus Dortmund (wer mag, kann sich auch von vom Künstler fotografieren lassen). Der Künstler will diesen häßlichen Ort in einen Liebes-Ort verwandeln, Licht und Sorglosigkeit hineinbringen, wenigstens für wenige Augenblicke den Geist in eine Traumwelt versetzen.Den Alltag eine Zeitlang vergessen – und ein Lächeln im Gesicht haben, das soll die Betrachterin oder der Betrachter der „Knutschecke“ empfinden.Eine schöne Sache und in seiner Art der Gestaltung paßt das Werk gut in diese Gasse namens „Übelgönne.“ Jede(r) sollte jemanden zum Küssen haben, meint Holger Küper – ein schöner Plan.
Leider gibt es auch Leute, die unnötige Symbole auf die Kunstwerke schmieren müssen. Sie sind nicht Teil des Werks von Holger Küper. http://www.emscherkunst.de/knutschecke/
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Die Fahrradhäuschen sind Bestandteil in vielen Stadtteilen Dortmunds (http://www.vcd-dortmund.de/cms/front_content.php?idcat=23 ). Wenn sich genug Interessierte finden, kann ein neues Haus aufgebaut werden, wo man sein Fahrrad sicher lagern kann. Dafür fällt eine geringe Jahresgebühr an. Nicht in jedem Wohnhaus gibt es sichere und gute Abstellmöglichkeiten für das Rad.
Die Studentin der Kunstakademie Münster, Lioba Knape hat so ein Fahrradhäuschen mit Kupferplatten eingekleidet, Arbeitstitel ihres Werks „CU“ („see you“ oder auch die englische Aussprache des chemischen Elements Kupfer). Ohne den Vortrag von Astrid Wendelstigh wäre man wohl an dem Kunstwerk vorbeigefahren, weil die Kupfereinkleidung die selbe Farbe hat (wohl auch durch Umwelteinwirkung entstanden) wie alle Fahrradhäuschen auch. Ein Schild erinnert daran, dass es sich bei der Einkleidung des Fahrradhäuschens im Unionviertel nahe der S-Bahnstation Dortmund West (Lange Straße/Sternstraße) um ein Kunstobjekt der „EmscherKunst“ handelt.
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Laut der Künstlerin sollen alle Spuren des Alltags auf dem Kupfer festgehalten und später auf Papier übertragen in eine Ausstellung gebracht werden; das Kunstwerk ist ein Experiment zwischen Alltagsgebrauch, Architektur und Kunst. Wer hier drauf sprüht oder malt wird wohl nicht damit rechnen müssen, dass der städtische Reinigungstrupp kommt und die „Fettecke“ wegputzt…….
Das 4. öffentlich zugängliche Kunstwerk würde man auch übersehen, weil es zum einen unscheinbar ist, zum anderen an der stark befahrenen Rheinischen Straße liegt.Der Künstler und Produktdesigner von z. B. Lampen, Samuel Treindl hat zwei übrig gebliebene Buchstaben einer Leuchtreklame genutzt, „ö“ und „l.“ Früher wurden hier wohl einmal Möbel verkauft.Samuel Treindl ergänzt diese Buchstaben zu Vögel. Für nichts wird hier geworben, nichts wird verkauft, denn das Ladenlokal gibt es längst nicht mehr, das Haus ist heruntergekommen, es gab keine Intervention, keine Erneuerung, Das neue Wort liefert keine Information. „Ich schaue in den Himmel und sehe Vögel.“ So einfach kann Kunst sein. Wer dieses Werk nicht kennt, wird sich über das Wort „Vögel“ wundern, im Vorbeifahren wird man es aber nicht als Kunstwerk wahrnehmen.
Haus Rheinische Straße 131: „Vögel“
Irgendwie zum Schmunzeln, andererseits kommt man nciht umhin sich zu fragen, warum nicht wenigstens ein paar Sachen an der Fassade neu gemacht wurden. Die Sinnlosigkeit des Wortes „Vögel“ ist Programm, fast eine Art von Dada.
Die nächste Station gleich einem monströsen antiken Tempel, der im Laufe der Zeit dunkel und unbegehbar geworden ist: das alte Hoesch-Verwaltungsgebäude (ehemaliger Firmensitz der Union AG für Berbau, Eisen- und Stahl-Industrie in Dortmund). Über dem Eingangsportal steht in grünspan-gefärbten Kupferbuchstaben:
„Es lobt den Mann die Arbeit und die Tat.“
Die koreanischen Künstlerinnen Eu Sun Ko, Hyuna Kang und Shinah Lee wollten diese altmodische pathetische Sprache, die nur an die Leistung von Männern denkt, so nicht hinnehmen. Kurzerhand entwarfen Sie eine Postkarte, bei der man durch leichte Verwacklung den Satz lesen kann:
Es lobt die Frau die Arbeit und die Tat.
Die Arbeit der Frauen ist auch zu würdigen, nicht nur die der Männer.
Was mit dem Gebäude nun geschehen soll, nachdem es ein Schweizer Investor gekauft hat, ist noch nicht sicher.
Stadtauswärts fahren wir weiter, die Dorstfelder Allee entlang. Im Hintergrund sieht man zwei Brücken für die Autobahn sowie die Stadtbahn. Beide sind aber nur das Hintergrundrauschen für die Kunstwerke.
Was soll das denn sein? Ein Hinkelstein von Obelix auf 4 Füßen?
..ob darin goldene Schätze zu finden sind? „Zur kleinen Weile“ vom Künstler*kollektiv raumlabor
Ein rätselhaftes Kunstwerk.So wie es mitten in der Landschaft am Wegesrand von der Straße und Radweg steht, fällt der große Stein auf. Die Neugierde treibt die Besucherinnen und Besucher dann doch hinein in den goldenen Innenraum. Es ist überraschend und angenehm hell da drin. Licht, Wärme und Schutz soll den Leuten in der „kleinen Weile“, wie das Kunstwerk heißt, vermittelt werden. Durch die goldene Farbe und die Öffnung oben ist es erstaunlich hell da drin.Aber Wärme und Schutz habe ich da drin nicht empfunden. Es ist eher ein eher banges Gefühl, weil man nicht weiß, wo die Wand beginnt und der Boden und Grund aufhört. Ein jüngerer Besucher konnte einem Bahnradfahrer gleich im Kreis herumrennen. Die eigene Stimme klingen wie… im Weltraum, wie in einem Popsong, bei dem die menschliche Stimme elektronisch verzerrt klingt. Heimelig klingt das nciht. Kein Gefühl der Bedrohung oder Angst, ber auch kein heimeliges Gefühl. So bleibt man auch nur eine „kleine Weile“ in diesem Kunstwerk, bevor man wieder herausklettert.
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Das letzte Kunstobjekt der Tour würde man als Radler-/in übersehen, wenn man nicht gerade auf Kunst-Tour ist. Einem Steg am Fluß oder See gleich führt das Werk „Kunstpause“ durch einen Haselnußhain, den sonst nur überzeugte Haselnußfans kennen. Tatsächlich befindet sich unter der Stadtbahn- und Autobahnbrücke eine Art kleines Haselnußstrauch-Wäldchen. Und tatsächlich: nachdem man durch den Haselnußhain gestreift ist, kann man sich wie an einem Flußufer auf Holzstufen niederlassen. Pause von der Kunst oder Kunstpause, also mal keine Skulptur, kein Bild ansehen?
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Mit der „Kunstpause“ endete die Radtour „Nordwärts“ im Rahmen der EmscherKunst 2016 in Dortmund. Es hat Spaß gemacht, mitzufahren und neue Ecken der Stadt sowie Kunstwerke zu entdecken, die man sonst übersehen hätte. Es muß nicht immer alles gefallen, wichtig ist, dass man sich immer wieder aufmacht und neugeirig bleibt, was es in der eigenen Stadt so gibt und was passiert. Offenheit und Neugierde machen eine Stadt und die darin lebenden Menschen lebendig und können positiv auf die Zukunftsgestaltung wirken.
Kunst im öffentlichen Raum:Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund bietet mit Frau Dr. Rosemarie E. Pahlke regelmäßig geführte Spaziergänge und Radtouren an. Heute hat Astrid Wendelstigh von der Initiative „VeloKitchenDortmund“ die Tour geführt. Herzlichen Dank dafür!
Wie lernt man die Stadt kennen, in der man nun wohnt? Indem man mit dem Rad durch die Stadt fährt. in Dortmund gibt es mehrere Stadtteil-Routen, die gern mal in noch nicht bekannte Ecken führen. Und wer meint, die Stadt schon zu kennen, wird möglicherweise was neues entdecken.
Start ist beim Hoesch-Park, man verläßt die Nordstadt auf der Lünener Straße und Brackeler Straße stadtauswärts, zunächst Richtung Scharnhorst. der Radweg ist auf der linken Seite für den Radverkehr aus Richtung Borsigplatz freigegeben (in Fahrtrichtung gibt es nur eine Autostraße).
Wer vom Hauptbahnhof kommt, fährt über die Wälle in die Weißenburger Straße zum Borsigplatz (Wegweisung Nordtour), der Geburtstätte des Ballspielvereins Borussia Dortmunds. Dann in die Wambeler Straße (rechts neben der Straße, in die die Straßenbahn einbiegt) und geradeaus bis zum Ende. Der Hoesch-Park liegt linker Hand, die Querstraße, auf die man stößt ist bereits schon die Lünener Straße.
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Am Freibad Stockheide vorbei gelangt man auf eine Brücke über die Bundesstraße, dann noch mal auf eine Brücke mit dieser Aussicht:
Blick auf das Bahnbetriebswerk an „Im Spähenfelde“ und die Skyline von Dortmund
Durch die Wildnis, eine Art „Niemandsland“ zwischen dem Gewerbegebiet Wambel West und Körne geht es zur Hannöverschen Straße.
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Der Weg endet abrupt auf der stark befahrenen Hannöverschen Straße und es kann auch mal stinken… man ist in einem Industriegebiet, auch dort, wo die Stadtverwaltung den Müll hinbringt. Irgendwo muß auch dieser hingebracht und verarbeitet werden, keine Stadt hat nur schöne Ecken.
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In der Alten Straße hat übrigens auch das Theater Dortmund seine Probebühne 🙂 Hier entstehen also die schönen Sachen, die man sich dann im Opernhaus ansehen kann.
Über den Körner Hellweg geht es an einer der vielen Kirchen vorbei, die der Straße auch ihren Namen geben.Es geht bergauf in der Liborisstraße… aber jemanden, die oder der im Mittelgebirge mit Höhen von 500 un mehr Höhenmetern über N.N. aufgewachsen ist, kann diese Steigung nicht schockieren. Am Bahnhof der S-Bahnstation Körne kommt man auch vorbei und passiert den Tunnel: leider mit lästigen Sperrgittern.
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rechtes Bild: an einer Kleingartenanlage kommt man öfter vorbei bei der Nordtour.
Bei der Kleingartenanlage Winkelried.
Am Rande der Nordtour durch Dortmund.
OBEN angekommen!
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Zufahrt zur Brücke über..…den Westfalendamm.
Über einen „Schneckerlessteg“ geht es weiter Richtung Europaplatz ins – nun ganz andersartige – Gewerbegebiet Stadtkrone Ost. Keine rauchenden Schornsteine von Verbrennungsanlagen oder Fertigungshallen, sondern Dienstleistungsfirmen prägen hier das Bild.
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Und woow, es wird ganz europäisch: Stockholmer Allee, Amsterdamer Weg, Tiranaweg…. ob die Größe, Länge und Beschaffenheit der einzelnen Wege und Straßen Ausschlag für die Namensgebung gegeben haben? Wie groß ist Stockholm im Vergleich mit Tirana? Erstere wird vielen bekannter sein als Tirana.
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Helsinkistraße.Begrünung am Hausrand durch Steingarten mit Bambus (sehr gut gegen Unkraut). Unten: Vorbildliche Fahrradabstellanlagen = Parkplätze für Radfahrer-/innen, die mit dem Rad zu ihrer Arbeitsstätte fahren.
Weiter an einem Wohngebiet vorbei….
…wer hier wohl wohnt da oben? 😉
Hinter dem Wohngebiet angekommen. Schade nur, dass man nicht ganz hinuntersausen darf, wie es eine Radfahrerin vor mir tat…
Geradeaus geht es nach Schüren, das auch zu Dortmund gehört.
Rechts abgebogen läuft die Nordtour weiter.
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Aufgepaßt! Das kleine Schild für die Wegweisung der Nordtour kann man gern mal übersehen… (rechtes Bild).ich bin zuerst fälschlicherweise rechts abgebogen, weil der Radweg dort so schön verläuft… es geht aber GERADEAUS weiter. Der „Europaplatz“ ist mehr eine Straße als ein Platz.
Schmucklose, fast gleich aussehende Bürogebäude im Gewerbegebiet Stadtkrone Ost.
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Schon irgendwie lustig, dass zwischen den nüchternen glatten Hochhäusern wildes Grün sprießt… so wie zwischen Bahnbetriebswerk an „Im Spähenfelde“ und Wambel-West.
Über die Freie-Vogel-Straße (woher kommt dieser Name?) geht es nach wenigen hundert Metern rechts in die Stadtrat-Cremer-Allee in die Gartenstadt. Nicht die Abbiegung versäumen!
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Stadtteil Gartenstadt:
Das Pflastersteingehopser macht wenig Spaß, auch wenn es noch schlimmere Pflasterwege gibt (bei manchen Altstadtfreunden zum Bleistift). Sehr schön sind jedoch die Häuser und Gärten anzusehen. Man macht sich dem Namen seines Stadtteils alle Ehre 😉
Unfreiwillig muß man dabei leider auch viele Blechkisten fotografieren. Sind die wirklich alle notwendig???
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…na das wär doch mal ein schickes Zuhause… fast ein kleines Schloß 😀
Ade du schöne (woh auch teure) Gartenstadt...
Die Nordtour läuft weiter Richtung Hörde, entlang der Semerteichstraße, vorbei an der U-Bahn-Haltestelle Willem-van-Vloten-Straße.
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Jetzt befand ich mich in bekanntem Gebiet. Die Nordtour läuft aber anders weiter, als ich sonst fahren würde… es erschien mir erst umständlich, nach der Nordtour-Route zu fahren, doch: ich hatte mir vorgenommen, Neues zu er-fahren.
Wegweisung kurz vor Dortmund-Hörde.
Am Straßenrand ein Künstlerinnenatelier.
Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.
Im Bereich Seydlitzstraße und Dessauerstraße am Straßenrand: ungeahnte Blütenpracht. Wohl von Privatleuten angepflanzt und gepflegt, mal wilder und mal weniger wild.
Lampionblumen und Solidago (und andere Blumen).Hibiskus, ungefüllte Blüten.
In der Sckellstraße trifft man auf das Kinder- und Jugendtheater Dortmund und das Robert-Schumann-Berufskolleg.
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Wieder ein mir bekannter Bereich… doch die Route sollte nach der Oberschlesierstraße und der Baurat-Marx-Allee anders weiter verlaufen.
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An manchen Häusern läßt sich ablesen: hier wohnt offensichtlich das Geld.
Hinauf entlang der Tewaagstraße…
Ab hier laufen Nordtour und Nordosttour teilweise parallel.
…und dann doch mal ein Stück auf dem „Hundeweg“ fahren, der das Gebiet „Im Spähenfelde“ mit Hörde verbindet… Auf dem Bild eine Zufahrt, die man bei der Nordtour hinunter fährt. Fast ein Miniatur-RS1… wobei der Weg unbefestigt ist. Hundespaziergänger-/innen trifft man auch.
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Ach Leute. Warum müßt Ihr Eure Aufkleber gerade immer auf die Wegweiser kleben??? Gibt es keinen anderen Platz dafür?
Die Kreuzung „Im Defdahl und Voßkuhle.“ Am besten ist bei diesen stark befahrenen Straßen, die Ampel zu nehmen.
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Auf der Von-der-Goltz-Straße und Robert-Koch-Straße kommt man zum Ostfriedhof. Viele Dortmunder Persönlichkeiten sind dort begraben, außerdem ist es eine städtische Grünanlage – sonst würde man dort keine Hundespaziergänger-/innen treffen.
Eingangstor zum Ostfriedhof.
Berswordtplatz an einer Grundschule. Schade, dass der Brunnen so gebaut ist, dass man seine Füße oder Arme nicht hineinhalten kann… irritiert hat mich die Fahne „Gut Einkaufen im Kaiserviertel.“ Kaiserviertel hier?
Links geht es die Walderseestraße, die Von-der-Tann-Straße und Manteuffelstraße hinunter, der Körner Hellweg wird gequert.
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An der U-Bahn-Haltestelle Funkenburg vorbei kommt man wieder zur Straße „Im Spähenfelde“ und damit zurück zur Lünener Straße und dem Hoesch-Park.
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Eine schöne und abwechslungsreiche Tour ist die Nord-Tour! Eine gute Ergänzung wäre noch ein Heft (aus Papier oder elektronisch), das mehr Hintergründe zu den Plätzen und Häusern oder Menschen erzählt, die hier wohnten und arbeiteten (oder dies noch tin). Falls die Stadt Dortmund solch ein Projekt plant, wäre ich gerne mit dabei.
Radtour Nord Dortmund: violette Kennzeichnung.
. Die Touren in Dortmund nach den Himmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West wurden 1991 zur damaligen Bundesgartenschau ausgearbeitet und ausgeschildert. Jede Tour hatte ein eigenes Thema, die Nordtour das Thema „Architektur und Industrie“. Die Touren sind heute nach 25 Jahren immer noch beschildert, teils mit Aktualisierungen; so wurde die Nordtour durch das neue Wohn- und Bürogebiet Stadtkrone Ost erweitert.
Die schnöde altmodische Wegweisung findet sich im neuen Fahrradstadtplan der Stadt Dortmund, erhältlich bei der Stadtverwaltung sowie im Buchhandel und beim ADFC Dortmund in der Graudenzer Straße in Do-Hörde.
Kommentar zur Teilnahme von Student-/innen der TU , die als Sportler-/innen bei den Olympischen Spielen 2016 antreten
Alle 4 Jahre ist es soweit: ein weltweites Sportereignis bietet Sportler-/innen, Sponsoren und einem Land die Möglichkeit für viel Aufmerksamkeit, Ruhm und Medallien. Nicht zuletzt geht es auch um viel Geld. Wer sich mit siegreichen Athlet-/innen schmücken kann, hat ein gutes Prestige.
An den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro nehmen auch Studenten und Studentinnen der Technischen Universität teil: z. B. die Hürdenläuferin Pamela Dutkiewicz oder die Ruderer Richard Schmidt und Maximilian Reinelt. Für letztere glänzte schon das Edelmetall. Glückwunsch an alle Medalliengewinner/innen – und gute Wünsche für diejenigen, die noch um Gold, Silber oder Bronze kämpfen.
Die TU Dortmund schmückt sich gern mit ‚ihren‘ erfolgreichen Athleten. Erfolg macht gutes Image, Erfolg will jeder sehen, dient dem Prestige. Schön und gut – aber: dieses Selbstlob der TU hat einen Schmutzfleck.
Um Erfolg haben zu können, muß man ordentlich trainieren können. Die Sportanlagen müssen in Ordnung sein, die Trainerinnen und Trainer müssen fachliche und pädagogische Kompetenzen haben. Der Gewinn von Medallien kann dies bestätigen und hat dies bestätigt. Die Vereine, in denen die Sportler-/innen Mitglied sind, haben gute Arbeit geleistet.
Nur ein Nebenaspekt dabei sind die Sportanlagen der TU Dortmund selbst – auch wenn die Sportlerinnen dort meist nicht trainieren. Die 40 Jahre, die es die Technische Universität Dortmund schon gibt, haben allen Gebäuden und Anlagen zugesetzt.Erst kürzlich berichtete die pflichtlektüre über die Baufälligkeit der alten und neuen, im Bau befindlichen Chemie- und Physikgebäude ( http://www.pflichtlektuere.com/05/08/2016/der-berliner-flughafen-der-tu-dortmund/ ) Ein Rasenplatz ist überhaupt nicht bespielbar, Spielgeräte fehlen bei Kursen, so dass z. B. der Floorball-Trainer lieber seine eigenen Tore mitbringt anstatt die klapprigen Teile der TU-Ausrüstung zu nehmen.Dabei ist der Hockeykurs nicht seine Privatveranstaltung. Bei den Schließfächern hat man plötzlich das Gegenstück des Schlosses in der Hand, so dass man das Fach nicht sicher abschließen kann. Teilweise sind die Toiletten oder Duschen über Wochen geschlossen. Ist ja „nur“ der Hochschulsport, der zum Breitensport gehört, den Amateure betreiben.
Im Glanz von Olympia wird das vergessen. Denn auch wenn die Athlet-/innen der TU Dortmund nicht unbedingt oder nicht immer auf den Anlagen des Hochschulsports trainieren, so repräsentieren sie doch die Technische Universität Dortmund.Der Glanz von Olympia hat durch den schlechten Zustand der Anlagen einen faden Beigeschmack. Überspitzt ausgedrückt: außen hui (erfolgreiche Sportler) und innen pfui (kaputte Sportanlagen und marode Lehrgebäude). Nicht jeder Sportler und nicht jede Sportlerin wird gleich zum Profi. Sport kann auch „nur“ Freude an der Bewegung sein und der Gesundheit dienen.Dennoch ist der Amateursport wichtig. Wird nicht aus einem Breitensportler oft genug auch ein Profisportler? Und wäre es demnach nicht dringend geboten, die Anlagen und die Ausstattung für die Sportkurse des Hochschulsports an der TU Dortmund zu erneuern?
Die Ruderer-/innen werden davon nicht viel mitbekommen, weil sie nicht direkt beim Hochschulsport trainieren.Sie gelten aber als Athlet-/innen der TU. Die TU Dortmund ist dennoch aufgerufen, im Interesse des Profisports und Breitensports ihre Anlagen und ihre Ausstattung zu erneuern. Wer sich im Glanz von Medallien ’seiner‘ Athleten sonnt, sollte auch gute Sportanlagen vorzuweisen haben. In einem maroden Gebäude will niemand studieren, lernen und lehren. Und mit einem einfachen Holzboot läßt sich schließlich auch keine Medallie gewinnen.
Vom Meer und vom Norden handelt dieses Lied nicht. Bochum und Dortmund, die beide eng nebeneinander liegen, gehören zu Westdeutschland. Und dennoch, wenn man im Hafengelände an der Kanalstraße/Matthiesstraße unterwegs ist, kann man schon Sehnsucht nach der See bekommen. Auch wenn Dortmund „nur“ einen Binnenhafen hat.
Heute am Sonntag den 26. Juni 2016 war das Wetter wechselhaft. Zuerst dicke Wolken und Regen, mein Regencape war patschnaß – die Hose auch. Passt auch zum Norden.
Blick runter von der Brücke über den Kanal an der U-Bahn = Stadtbahn-Haltestelle Hafen auf die Mallnickrodtstraße.
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Die Haltestelle Hafen, obere Ebene.Man kann auch entlang der Straße auf die Brücke gelangen, doch mit dem Aufzug ging es schneller.
Blick auf die andere Seite der Brücke
Das alte Hafenamt.Heute ist dort die Wasserschutzpolizei untergebracht. Der große Anker davor ist allen Toten auf See gewidmet.
An sich wollte ich nur zu den TYDE-Studios, die am Hafen in der Mathiesstraße 16 sind. Das muß ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude sein, in dem jetzt eine Kneipe und ein Ausstellungsraum ist. Die Greenpeace-Jugend machte dort einen „Kleidertausch-Rausch.“ Man konnte eigene Kleider mitbringen und kostenlos andere mitnehmen. Ich gab eine Hose ab, um die es schade war. Ich hatte beim Kauf nicht aufgepaßt und nur auf die Marke geschaut – ohne zu bemerken, dass der Schnitt nicht wirklich paßte. Nun, es war bereits eine gebrauchte, wenn auch gut erhaltene Hose gewesen. Jetzt freut sich jemand anderer drüber.
Und entgegen meiner Vermutung fand ich sogar ein paar passende Shirts und ein paar passende Schuhe. 🙂
In Jena machte der Studierendenrat solche Aktionen wie Kleidertausch oder foodsharing. Jena ist eben viel kleiner und enger, so dass alles in der Friedrich-Schiller-Universität stattgefunden hatte.
Blick von der Terrasse der TYDE-Studios auf den Dortmund-Ems-Kanal. Etwas rauer als die Terrasse beim Kulturforum Fürth an der Regnitz.
Blick nach Gegenüber. Der vergitterte Aufgang ist ein Rastplatz-Aufgang für Wasserweg-Reisende. Auf dem Dortmund-Ems-Kanal sind wohl nicht nur Firmenschiffe unterwegs.
Kurz vor den TYDE-Studios am Kanal.
Ja schwuups! Das alte Hafenamt plötzlich im Sonnenlicht! 😉
Blick auf denDortmund-Ems-Kanal.
Hafengelände: Bereich Drehbrückenstraße / Überwasserstraße
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Entlang der Kanalstraße
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Wieder auf der Brücke Sunderweg Richtung Mallninckrodtstraße.
SEHNSUCHT nach der FERNE……
Richtung Nordsee….
DORTMUND liegt im Westen dieses Landes. Aber am Hafen dieser Stadt kann man schon mal vom Norden und dem Meer träumen. Wasser, Backsteinbau, Hafen mit Containern… wer mag da nicht an Hamburg , die Elbe und die Nordsee denken? 🙂
Der Traum vom Norden… nicht weit entfernt… Am Dortmunder Hafen.
Vorgestern, Samstag der 14. Mai 2016.Ich bin auf der Heimfahrt vom Einkaufen. Neben den „üblichen“ nervenden Glasscherben auf den Wegen (die Leute, die Glas zerdeppern sollten zur Strafe mind. ein halbes Jahr lang zum Kehren der Straßen und Wege verdonnert werden!) sind es manchmal auch die Straßenbahnschienen, die eine Radlerin nerven. Vor einigen Jahren schon hatte ich eine erste Begegnung in Nürnberg damit. Mir zog es den Reifen rein, es war auch noch dunkel, weil es im Winter nunmal früher dunkel wird. Es kam grad keine Straßenbahn. Diesen Schrecken habe ich glücklicherweise überwunden. Spaß macht es dennoch nicht, wenn man auf der eigenen Strecke Straßenbahnschienen hat.
Ich fahre also die Straße entlang. Es sind nur ein paar wenige hundert Meter, die ich an den Schienen entlang fahre. Diese Straße ist schon allein so eng, dass ich der Bahn nicht ausweichen kann, Radwege: Fehlanzeige. Dann kommt auch noch ein Scherbenhaufen in meine Spur (also der lag schon da). Der Straßenbahnfahrer klingelt, weil ich ihm natürlich zu langsam fahre. Dabei ist die Entfernung zwischen diesen Haltestellen wirklich nicht groß. Doch auf den Straßenbahnfahrer wartet noch ein größeres Hindernis, das sich außerdem gerade NICHT bewegt: ein genau an der nächsten Haltestelle parkendes Taxi. Knurr. Auch für mich ein Hindernis. Jetzt wird die Straßenbahnklingel schrill. Ich umfahre das nervige stehende Taxi galant und biege wie gewohnt rechts in den Platz ein, der der Haltestelle den Namen gibt. Doch wenn man glauben würde, jetzt in Ruhe weiterfahren zu können: Fehlanzeige. Wieder sind es Taxis, die nerven. Diese Blechkisten parken legal um den Platz herum und warten auf Kundschaft. Das wäre alles nicht so tragisch – wenn genug Platz wäre! Denn es ist kein Platz. Ein „Radfahrstreifen“, der von sich aus schon nichts taugt, weil er viel zu schmal ist, läuft entlang der Taxi-Parkbuchten.
Es geht eine Fahrertür eines Taxis auf. Wie gut, wenn man noch nicht zu schnell fährt und rechtzeitig bremsen kann! Ein ander Mal steht die Taxifahrer-Baggasch einfach neben ihren Fahrzeugen herum – AUF DEM RADFAHRSTREIFEN. Ich hatte sie daraufhin weggeklingelt. Haaalllooooo! Ihr STEHT AUF DEM RADFAHRSTREIFEN!!! UND Ihr seid nicht alleine auf diesem Platz!
Bisher gab es keinen Zusammenstoß. Aber dieser Platz kostet Nerven, sinnlos Nerven. Wenn auch nur die Hälfte der Taxis hier parken dürfte, wäre die Situation entschärft. Aber so… die Verkehrsregelung mit den „Radfahrstreifen“ und den Taxibuchten trägt nicht dazu bei, dass es ein gutes Miteinander im Straßenverkehr gibt. Es ist auch nciht ersichtlich, warum gerade an diesem Platz sooviele Taxis parken müssen.
Manche Leserin oder Leser mag über solche Vorkommnisse erschrecken und vom Radfahren in der Stadt abraten. So Rad zu fahren ist definitiv kein Spaß. Aber: weshalb sollte man sich das Radfahren von anderen verbieten lassen?? Man hat genauso ein Recht, die Straßen zu benutzen (und die gleiche Pflicht, Regeln zu beachten).
Auf diese Art und Weise Rad zu fahren erfordert zweifelsohne eine gute Übung im Radfahren, um deartige Hindernisse mit Coolness zu parieren. Denn Radfahren heißt nicht nur, sich auf dem Fahrrad halten zu können, sondern auch, mit dem Verkehr fertig zu werden (wie als Autofahrer-/in auch).
Was erschreckend und auch erstaunlich ist: dass große Teile der Bevölkerung es als selbstverständlich hinnehmen, dass es für Fahrradfahrer-/innen diese Hindernisse gibt. Diese Menschen machen sich nicht im Geringsten Gedanken, was Radfahren in der Stadt bedeutet.Einfach nicht radfahren und sich „raushalten“ ist eben einfacher. Spätestens bei einem Verkehrsunfall Fußgänger-/in vs. Autofahrer-/in werden sie dann erst wach und die Situation schmerzhaft bewußt, wie eingeschränkt man von hauptsächlich dem Autoverkehr wird. Sich FÜR DAS RADFAHREN zu engagieren (z. B. bei Initativen wie „I Bike Nbg“ oder RadFairkehr oder dem ADFC) kostet eben Kraft und Zeit. Würden Autofahrer-/innen jeden Tag ständig solche Hindernisse bewältigen müssen (in der Fahrbahn parkende Autos, grobe Glasscherben oder sehr dicke Nägel, die auch Autoreifen schädigen) würde sofort Alarm geschlagen. Dutzende von Beschwerden würden an die Stadtverwaltung gehen und man würde fast postwendend nach Lösungen suchen und diese auch sehr bald umsetzen.. Beim Radverkehr wird dagegen im Schneckentempo gearbeitet. Sehr, sehr traurig – und kurzsichtig.
Der für das Frühjahr 2016 angekündigte Fahrrad-Stadtplan ist immer noch nicht erschienen. Und wir haben jetzt Mai !! 2016!!!
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