Seltener Anblick im Stadtgebiet Essen

Wolkenverhangener Himmel, die Temperaturen um 20°C, die Regenwahrscheinlichkeit hoch: bei diesem Wetter geht nicht jeder gern raus. Dass es sich trotzdem lohnt, bei nicht so sommerlicher Witterung sich auf´s Rad zu schwingen, bewiesen die rund 800 Radlerinnen und Radler der Fahrradsternfahrt in Essen am 2. Juli 2017. Höchste Zeit, daß es – zumindest temporär – in Essen mehr Fahrräder als Autos gibt! Die Fahrradsternfahrt erfolgte in der Zusammenarbeit des ADFC Essen, der „Grünen Hauptstadt Essen 2017“ und anderen Verbänden.

Start an der Messe / Gruga um 13.15 Uhr.

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Die Ordner_/innen des ADFC Essen sichtbar durch Warnwesten. Sie  begleiten die gesamte Tour, fahren links und rechts entlang des Trosses.

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Vor Zeche Zollverein: Zwangspause durch Feuerwehreinsatz an der Zeche selbst. Kurz vorher waren die Einsatzfahrzeuge an uns Radler-/innen vorbeigesaust, die Rettungsgasse wurde eingehalten. Da heißt es erst mal warten… manche Teilnehmer-/innen nutzten die Pause von vielleicht 10 oder 15 Minuten für wichtige Geschäfte oder zur Stärkung des eigenen Motors.

 

Unterwegs gab es einmal Regen, der nicht aufhören wollte… war abzusehen. Dennoch, meist schwitzt man schon allein beim Tragen der Regenkleidung selbst. Wie schön, daß später die Sonne rauskam, auch beim Zielort, dem Berliner Platz, bzw. der Einfahrt auf den Limbecker Platz.

Kuriositäten, die ich als Ordnerin erlebt habe: ein Beifahrer in einem Auto fragt mich – nicht unbedingt schlecht gelaunt, ob wir Bier dabei hätten, man müsse jetzt warten. Einmal schien es auch ein wenig verständisvolles Gespräch mit einer älteren Autofahrerin gegeben zu haben, das ich nicht verfolgen konnte. Ein weiterer Autofahrer wollte wissen, wo wir in zollverein abbiegen; er war mit Familie unterwegs. Ich gab ihm einen Flyer: „schade, daß Sie nciht bei uns dabei sind.“ – „Ich wußte nichts davon.“ Hatten die Medien nicht deutlich genug auf die Fahrradsternfahrt Essen 2017 hingewiesen?

 

Einmal im Jahr ohne Behinderung und dumme Bemerkungen am Limbecker Platz einfahren… Außer Einsatzfahrzeugen heißt es am 2. Juli 2017: Autos raus aus der Stadt!

Außer Lieferfahrzeugen und Einsatzfahrzeugen haben Autos in der Stadt auch nichts verloren. Ständig wird über zu schlechte Luft geklagt, Enge, „fehlende Parkplätze“… ist es wirklich für soviele Menschen so schwer, auf das Auto zugunsten der Gesellschaft zu verzichten???

 

Die Spitze mit den Fahrrad-Polizisten und dem ADFC Essen.

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Huch, wo kommen denn all die vielen Radfahrer-/innen her? Und was ist das für ein komisches Ding, das niedrige? Kann man damit überhaupt fahren? Ist das nicht gefährlich? Einfach mal das Liegerad ausprobieren!

 

 

Die Kunstinstallation am Limbecker Platz. Von weiten könnte man an Hühner denken, die in der Luft Rad fahren.

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Die Grüne Hauptstadt Essen: Eine echte Luftnummer. Schön anzusehen, aber es steckt nicht viel dahinter.

Ein Video zur Einfahrt am Limbecker Platz:

https://www.dropbox.com/s/25rksjbehy7086n/20170702_151846.mp4?dl=0

 

Es hat Spaß gemacht, bei der Fahrrad-Sternfahrt 2017 in Essen mitzufahren. Den Organisatoren ist zu danken, ein guter Wille ist bei der Stadtverwaltung und der „Grünen Hauptstadt Essen“ erkennbar. Es reicht aber nicht, wenn man einen sogenannten „City Tree“ am Hauptbahnhof aufstellt oder ein großer Stahlkonzern plötzlich Blumen- und Kräuterbeete auf seinem Gelände anlegt. Wenn eine Stadt grün sein will, müssen tiefergreifende Maßnahmen ergriffen werden: Konsequente Förderung des Radverkehrs, z. B. den Weiterbau des RS1  – RadSCHNELLweg, nicht „Radautobahn“ – auf dem Bahndamm am Viehofer Platz. Fahrverbote für Fahrzeuge in der Innenstadt. Nur wer sich sicher fühlt, fährt Rad. Deshalb braucht es sichere Verbindungen und, wo es möglich ist, genügend breite Radwege. Wo genügend Platz ist für alle Verkehrsteilnehmer-/innen, gibt es weniger Ärger zwischen allen, man kommt entspannter am Ziel an. Und das wünscht sich doch jede und jeder – oder?

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„I do my crying in the rain“

Ostersonntag. Auch wenn man kein christlich konotiertes Fest feiert hätte man doch zumindest gern trockenes, im besten Falle SONNIGES Wetter. Oster 2017 war kaum sonnig. Es war das, was das Frühjahr eigentlich ist und das totale Gegenteil von einigen Tagen im März: naß und kalt. Einstellige Werte statt frühlingshafter Temperaturen. Die Kälte wäre ja noch zu ertragen… aber die Nässe, die ist wirklich mies. Durch die Nässe wirkte die Witterung kälter, als sie wirklich war.

Das trübe kalte Wetter paßte zur Stimmung, die seit Dienstag (11. April 2017) in Dortmund herrschte.

Zum Hintergrund:Ob man Fußball mag oder nicht: der Einfluß dieses Sports mit seinen Unternehmen (auch „Fußballvereine“ genannt) ist groß und weil es sich bei Fußballspielen um Großveranstaltungen handelt, ist der gesamte öffentliche Raum betroffen. Seit dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus am Dienstag war die Stimmung angespannt, auch bei uns in der Fahrradwache, die wir am Stadion machen (https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-dortmund/service/service-details/article/bvb-fahrradwachen.html  ). Beim Wiederholungsspiel am Mittwoch (12. April) wurde neben der ADFC-Fahrradwache ein „verdächtiger Gegenstand“ wie es so schön im Polizeijargon heißt, gefunden. Am Freitag abend, als ich von der CM Essen am Bahnhof Dortmund zurückkam, war der Durchgangstunnel zu beiden Seiten gesperrt. Und weil das noch nicht genug beängstigend gewesen ist mußte am vergangenen Samstag ein Idiot ungefragt und achtlos seinen Rucksack IN der Fahrradwache stehen lassen. Der ganze Streß mit der Räumung des Geländes, die Aufregung darum… man weiß nicht, was drin ist. Der Polizei ist kein Vorwurf zu machen, die Beamt-/innen waren höflich (das ist nicht selbstverständlich). Aber an diesem Tag reichte es mir von den Idioten, die achtlos ihr Gelumpe irgendwo ablegen, ohne was zu sagen – oder meinen, man würde die dicke Kohle machen, indem man einen Sprengstoffanschlag auf einen Mannschaftsbus eines Fußballvereins, der börsennotiert ist, verübt. Geht mir alle zum Deifl!

Das Wetter war am Ostersonntag nicht zur Erholung angetan – aber zuhause bleiben macht die Lage auch nicht besser.

Los ging es am Dortmunder Hauptbahnhof Richtung Wuppertal. Wegen Bauarbeiten brauchte der Zug eine gefühlte Ewigkeit, um endlich in W-Oberbarmen anzukommen. Gegenüber des Bahnhofvorplatzes den Berg hinauf (die Kirche kann man als Orientierungspunkt nehmen) erreicht man die NORDBAHNTRASSE am Bahnhof Wichlinghausen. Nachteil: an dieser Stelle sind die coolen Sachen wie der Mirker Bahnhof schon nicht mehr erreichbar, wenn man Richtung Hattingen fährt. Sonst starte ich am Bahnhof W-Vohwinkel.

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Nach Durchfahrt eines Tunnels war Regen zu sehen. Also Regenkleidung an… Wäre ein Foto wert gewesen, aber vor lauter Kleidungswechsel leider vergessen. Der Witz: nach kurzer Zeit hörte der Regen wieder auf. Allerdings… die Schuhe hätten ohne Gamaschen dann doch anders ausgesehen 😛

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Stetiges Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken.

 

Nach der Nordbahntrasse kann man auf die Kohlebahntrasse abbiegen und Richtung Hattingen fahren. In Hattingen folgte ich dem Weg Richtung Bochum. Plötzlich ist man an der Ruhr….ein Angler verließ gerade mit Sohn den Platz am Fluß.

Jetzt kann man endgültig die Regenjacke einpacken.

 

Kaum ein Mensch unterwegs! Das ist der Vorteil bei diesem Wetter. Nur Rindviecher trifft man immer an der Ruhr.

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In Bochum landete ich in Bochum-Dahlhausen. Dort wurde die Wegweisung unklar: sollte es wirklich in der Straße „Im Stapel“ weiter Richtung Weitmar und Innenstadt gehen? Am Ende dieser Straße läuft der Weg steil bergan durch einen Wald. Mit fortschreitender Zeit war es richtig kalt geworden, so daß ich die Tour in Bochum-Dahlhausen abbrach. Ganz ohne Smartphone und mit dem Fahkartenautomaten am Bahnhof Dahlhausen holte ich mir eine Verbindung. Also wieder mit der Bogestra Richung Bochum Hauptbahnhof; nur dieses Mal nicht ab Hattingen. Locker 20 Minuten fuhr die Straßenbahnlinie 318, so weit im Süden der Stadt liegt also Bochum-Dahlhausen.

Zuhause machte ich mir dann noch das Festtagsessen. Mit neuer Spezialität: Frotzelknödel. Für alle kritischen Menschen und Schwarzseher, Nihilisten, die gern frotzeln und oftmals nicht so Unrecht haben.

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Weil irgendwie jede und jeder meinte, heute Knödel machen zu müssen, war der Kloßteig ausverkauft. So mußte ich den „Reibekuchenteig“ nehmen, der einiges an Kartoffelmehl als Zugabe brauchte, damit es Knödel statt Brei wurde.

Kleidungswahl beim Radfahren und: Das schwere Schicksal von Radfahrer(innen)-Hosen

Wer Fahrrad fährt, macht sich zwangsläufig Gedanken über die Kleidung, die man zum Radfahren trägt. Ganz klar: man ist dem Wetter immer ausgesetzt. In einer Blechkiste sitzend und fahrend ist die Kleidung ziemlich egal. Mit Schmunzeln, manchmal auch mit hochgezogenen Augenbrauen lese dazu Beiträge über Fahrradmode und Accesoires z. B. auf dem Blog von bikingtom. Ach ja und nicht zu vergessen die tollen Hipster-Fahrradläden wie der eine in Dortmund. Wenn man dort eingekauft hat, sieht man aus wie der eigene Großvater (was machen da eigentlich die weiblichen Hipster? Die gibt es doch auch?). Verständigung zwischen den Generationen: gelungen. Haha.

Nee Leute. Mit Anfang, Mitte 20 und selbst ab 30 muß man nicht aussehen wie der eigene Großvater (oder die eigene Großmutter). Verständigung zwischen den Generationen sieht anders aus. Abgesehen von den horrenten Preisen für diese miefigen old-fashioned Klamotten braucht man diese nicht zum Radfahren. Nur bei dem einen Critical-Mass-Fahrer, der selbst so um die 50 ist, sehen old-fashioned Fahrradklamotten cool aus. Weil sie zu seinem Typ passen.

Das Angebot an Kleidung für´s Radfahren ist riesig und wenn man nicht gerade eine Gerte ist, auch schwer zu überblicken: wo gibt es was wirklich passendes? Mein Ex-Freund schwörte auf Gore-Tex, also prüfte ich auch mal die sogenannte „Funktionskleidung.“ Lange hatte ich keine Freude daran: es gab nichts wirklich passendes und ich schwitzte mehr mit dieser Kleidung als ohne. Außerdem war es mir zu umständlich, immer diese reine Kunststoffhülle anzuziehen. Eigentlich ist Funktionskleidung doch nur was für Rad-Touren! Alltagstauglich ist Gore-Tex & Co. nicht, finde ich. Und sie wird genauso schmutzig wie „normale“ Alltagskleidung auch. Damen-Größen ab 42 sind für viele Funktionskleidungshersteller auch immer noch unbekannt. Kein Wunder: in der Sportbekleidungs-Werbung sieht man nur schlanke oder dürre Exemplare von Frauen.

In Sachen Funktionsunterwäsche fand ich erstaunlicherweise was bei meiner geschätzten Versandhändlerin, die nicht explizit Sportkleidung anbietet. Alle Damen und Herren, die als sogenannte „Plus Size“-Größe gelten, finden hier (meistens) was, ohne daß man aussehen muß wie ein alter Mann oder eine alte Frau. Allerdings hat auch diese Versandhändlerin eine seltsame Vorstellung, was Frauen als Sportbekleidung zu tragen haben. In den Katalogen werden Frauen nur bei Fitness-Sportarten gezeigt. Zur Erklärung: nicht alle Frauen machen ausschließlich Aerobic und ähnliches Zeugs als Sportbetätigung, bei dem man sich vorkommt wie beim Militär: vorne steht eine(r) und schreit Befehle, die die anderen schnell und im vorgegebenen Rhythmus auszuführen haben. Und zwar zackig. Und nicht alle Frauen tragen deshalb diese engen Caprihosen, die nichts halbes oder ganzes sind oder weite, wallende Shirts, wie sie eben von dieser Versandhändlerin angeboten werden. Das letztere ist dann was für die schwererbewegliche übergewichtige  Gymnastik-Fraktion ab 50, das Krampfadern-Geschwader. Also doch wieder in die Herren-Abteilung von C&A…. Ich bevorzuge beim Floorball-Spiel kurze, locker sitzende Hosen, ebenso beim Radfahren im Sommer für meine Touren. Die sind stabiler und haben Hosentaschen (ja! auch Frau braucht Hosentaschen, welch Wunder!) und sehen auch nicht so schlecht aus, wie immer getan wird.

Und – Überraschung! Ich trage beim Radfahren lange normale Jeanshosen. Das mag erst mal widersinnig klingen, weil eine Jeans nunmal schwerer ist als eine sogenannte „Funktionshose“ oder „Cargo-Hose.“ Tatsächlich hatte die „Cargo-Hose“mit Innenfutter vergangenen Donnerstag auf meiner Fahrt (Nordbahn- und Kohlebahntrasse) nicht zu schlecht abgeschnitten. Allerdings: Die Jeanshose ist wesentlich stabiler und scheuert nicht so schnell am Gesäß auf. Sie sitzt besser als viele Funktionshosen. Auch bei einem Sturz gibt es nicht so schnell Löcher (bzw. können die besser geflickt werden als bei Funktionskleidung). Es sitzt sich angenehmer auf dem Fahrradsattel als mit einer dünnen Funktionshose. Polster im Gesäß finde ich unangenehm. Außerdem mieft die Jeanshose nicht so sehr wie der Kunststoff. Vorteilhaft ist die Kunstfaser aber bei der Unterwäsche, weil man nicht so schnell auskühlt.

Manchmal trage ich auch Rock und Strumpfhose oder Leggins zum Radfahren. Da muß dann „nur“ die Strumpfhose dran glauben. Flicken lohnt oft nicht.

Aber die Jeanshosen und langen Hosen einer Radfahrerin haben ein schweres Schicksal. Vergangenen Donnerstag meinte eine Zug-Fahrgästin mit Rad zu mir, ich solle den flachen Stofftaschenhenkel, der am Boden lag, aufheben, sie wolle nicht das Rad darüber schieben. Ich antwortete ihr: „Keine Sorge. Das Schicksal haben alle Hosenbeine bei mir.“ Ihre Fahrradreifen waren weder naß noch besonders dreckig. Der Radfahrer, der mir gegenüber saß, grinste.  Meine Mutter hatte getobt, wenn ich mit verdreckten Hosen nach Hause kam. Meine 12 Jahre ältere Freundin in der alten Heimat hatte mich immer vorwurfsvoll angesehen. Wie kann man nur so seine Hosen behandeln!  Einmal hatte es mir die Hosenbeine sogar in die Kette gezogen; nicht schön, ich wäre fast gestürzt, die Autofahrer hinter mir hupten, weil ich nicht weiterfuhr (nicht weiterfahren konnte), aber die Erlanger Straße in Fürth war zum Glück breit genug, um rechts ran zu fahren. Die gelben Klettbänder habe ich aufgegeben, weil ich sie ständig verlor (das geht ins Geld auf Dauer). Diese Hosen trage ich nun schon lange nicht mehr, sie und andere Hosen sind nun zu kleinen praktischen Handtaschen geworden.An dieser Stelle mein herzlicher Dank an Craft-Queen Sandra Landefeld 🙂 Spät nachts höre ich immer noch ein leises Wehklagen aus meinem Kleiderschrank, wenn sich die Geister der alten mit den neuen Hosen über ihr Schicksal als Radfahrerinnen-Hosen unterhalten.

Aber so ist das nunmal.

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Silvesterparty auf andere Weise

Wie feiert man „Silvester?“ Obwohl dieser Tag, der nach dem greogrianischen Kalender der letzte Tag eines Jahres ist, kein religiöses Fest ist, trägt er den Namen eines Geistlichen und Religionsvertreters, nämlich dem Papst Silvester (Hintergründe und gepflegtes Halbwissen dazu liefert die allseits beliebte Seite wikipedia oder Ihr laßt Euch von einem Theologen dazu vollquatschen). Daher rührt die Frage „Was machst du an Silvester?“ fast seltsam an, eigentlich müßte man sagen: „Was machst du mit Silvester?“ 😉

Ich habe keinen Silvester „an Silvester getroffen, stattdessen machte ich mich auf nach Duisburg. Der ADFC Duisburg machte seine Silvestertour – wie viele Jahre vorher schon. Ich erfuhr erst im Jahr 2016 davon, als der ADFC Essen oder die CM Essen den Veranstaltungshinweis der „Westfalenpost“ dazu auf fb genannt hatten. Ich hätte auch in den Jazzclub gehen können, aber rund 20 € für einen Abend… naja….auch wenn die Musik gut ist.

Ab 20 Uhr traf man sich in der Geschäftsstelle, es gab heiße Getränke und Plätzchen, es gab nette Gespräche und einen freundlichen Willkommensgruß. Um 21 Uhr c.t. startete die Tour. Ja, tatsächlich, wir fuhren am 31.12.2016 freiwillig Fahrrad! 😀  Vorbei u.a. am Duisburger Theater, wo der Graf von Luxemburg seine Sause feierte (voll der Angeber! Und dabei ist der Spitzbube pleite!), vorbei an Wohnhäusern, über Brücken, entlang des Rheins und vorbei an Stahlwerken. Leider alles in Dunkelheit… dennoch schön, Duisburg mal jenseits des Schimanski-Klischees kennenzulernen.

Vergeßt Schimanski! Jetzt macht Angelika mit dem ADFC Duisburg unsicher!

In der Vorweihnachtszeit, auch Adventszeit genannt, wird es in Wohngegenden in Westeuropa immer heller und bunter, was nicht unbedingt zur besseren Verkehrssicherheit beiträgt und was die Passantin auch fälschlicherweise als Einladung zum Betreten des Vorgartens auffassen könnte. Wenn´s da so schön leuchtet, geh ich doch mal rein! 😀 Die Phantasie der Ausschmücker ist dabei schier grenzenlos.

Wir durchquerten Moers (ausgesprochen „Mörs“, im Gegensatz zu Soest, das „Soost“ ausgesprochen wird) und erlebten eine besondere Art des Weihnachtsschmucks: Das Weihnachtshaus von Leon Scheepers. Beeindruckend, was seine Eltern und er hier aufgebaut haben, auch wenn nicht jedes Teil dem Geschmack der Besucherin/des Besuchers entspricht.

 

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Sogar am Wasser kann es mit dieser Beleuchtung der Betrachterin gar warm ums Herz werden…

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Manchmal waren wir Radler-/innen auch auf ehemaligen Bahntrassen unterwegs, nicht nur bei beleuchteten….

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Wie schön, daß es auch noch einen „klassischen“ Weihnachtsartikel in diesem Garten gibt 😉

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http://www.moerserweihnachtshaus.de

 

Wir fuhren zur Halde Rockelsberg in Duisburg-Rheinhausen, ein durch Schlacke (Schlacke: Rückstände der Stahlproduktion)  entstanderer Berg. Für ehemals im Mittelgebirge wohnende Menschen eher ein größerer Hügel….. lustig dazu die Diskussion während der Radtour, was ein „Berg“ sei. …..

Der Düsseldorfer Liegeradfahrer war sportlich und fuhr den Weg hinauf… Liegerad schieben ist auch recht umständlich, außerdem fährt sich ein Lieger gut (Rückstoß am Sitz größer als beim kleinen Sattel, mit dem bekommt man Kraft beim Treten in die Pedale, so meine Erfahrung). Allerdings hatte uns der Tourenleiter auch gewarnt, daß es Querrillen auf dem Weg gab. Da der Weg nicht beleuchtet ist, ist Schieben bei einem „Hochrad“ (Bezeichnung eines Liegeradfahrers 😉 empfehlenswert.

Auf der HALDE ROCKELSBERG hat man einen wunderbaren Rundum-Blick auf Duisburg. Fachkundig informierten mich die Duisburger ADFC´ler, was das grün beleuchtete Ding sei (Schornstein des Gaskraftwerkes), warum bei der Kokerei manchmal eine hohe Flamme zu sehen ist, dies aber keine Gefahr darstellt und wo welche Stadtteile sind („..aber nein. Das ist doch…da….“ 😀

Von da oben betrachtet ist es richtig schön, das Feuerwerk zu sehen. Auch gab es hier nicht soviele Leute, die Silvesterkracher zündeten – weniger Krach und bessere Luft waren die Folge. Zwischen den farbigen Lichtblitzen in der Luft sah man es zwischen den Häusern auch immer wieder blau blinken….

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Und an den Leser der örtlichen Tageszeitung, der sich beschwert hat, der ADFC würde auch noch auf die Halde Rockelsberg fahren und Platz besetzen: wir waren so generös und haben den anderen Leuten noch genug Platz für ihre Feiern und Kracher übrig gelassen.

 

Die Rückfahrt war kürzer und in der Geschäftsstelle gab es neben den Getränken sogar warmes Essen… herzlichen Dank dafür! Danach machte sich aber die Müdigkeit bemerkbar… es war schon 3 Uhr, als ich mich langsam für die Abfahrt bereit machte. Danke an die Bahnmenschen, die mich noch zu dieser späten (frühen) Stunde nach Hause brachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Critical Mass Dortmund am 16. Dezember 2016

Am 3. Freitag im Monat findet immer die Critical Mass Dortmund statt. Bei der Vielzahl der CMs im Ruhrgebiet und ganz NRW fällt die Auswahl, wo man hinfährt und teilnimmt, manchmal schwer…. 😉

Heute hatten wir Gäste aus Wuppertal (der sogar die ganze ! Strecke hin- und möglicherweise auch zurückfuhr), Gelsenkirchen (man kann auf diversen Zeitungsseiten im Netz lesen, daß man sogar aus der verbotenen Stadt nach Do. käme, weil der eigene Weihnachtsmarkt so mies sei), Essen – habe ich jemanden vergessen?

START wie immer um/gegen 19 Uhr am Friedensplatz beim Rathaus, Nähe U-Bahn-Station Stadtgarten.

Fahrt um die Friedenssäule zu Beginn:

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Es ist Dezember.… das heißt… ja genau…

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Dezente Weihnachts-Beleuchtung in rot, passend zum Rahmen……    🙂

 

Es geht natürlich noch schmucker:

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Nicht im Bild: dunkelblaue Christbaumkugeln, die am Rahmen unterhalb der Ladefläche hängen (Foto ist leider nix geworden…). Mir wurde vom Fahrer auf Nachfrage versichert, daß es zuhause keinen Krach gibt, würde eine Kugel während der Fahrt kaputtgehen.

Passend zur Advents- und Vorweihnachtszeit hatte dieser Fahrer auch Weihnachtspop im Gepäck. Bei der CM darf die Musik und Ausstattung auch gern mal kitisch sein ;-)))

 

Eines der am stärksten geschmückten Fahrräder…. etwas eigenwillig in der Gestaltung…..

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Die Essener-/Gelsenkirchener Vertretung mit schmucken Rädern   und praktischen Accesoires (nicht auf Weihnachten bezogen):

 

Möglicherweise frieren die Hände mit diesen „Topfhandschuhen“ auch nicht so sehr 😉

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Bei der Critical Mass Dortmund am 16. Dezember 2016 waren aber nicht nur Lastenräder dabei.

 

…wie sich damit wohl fährt? Ballonreifen können schon angenehm sein, wenn man über Pflastersteine fährt. Aber je breiter das Rad, desto mehr muß man wohl rein treten, um das schwere Ding fortzubewegen.

Die Zieleinfahrt auf dem Friedensplatz gegen 21 Uhr. Bei der – ab 19 Uhr legitimen – Fahrt durch die Fußgängerzone Westenhellweg verteilte einer der Radfahrer freundlich Flyer an die staunenden Passanten und Passantinnen. Manche feuerten uns an, nur ein einziger fluchte hörbar.

 

Es hat wieder viel Spaß gemacht, bei der CM Dortmund mitzufahren.Schön, daß Ihr aus Wuppertal, Gelsenkirchen u.a.  bei uns wart. Danke auch an die 3 Jungs, mit denen ich nachher noch Kakao bzw. Glühwein am Weihnachtsmarkt Dortmund trinken konnte, ich habe mich gefreut.

Falls die Bochumer nächste Woche ihre Weihnachtsrunde (23.12.) machen, bin ich gern dabei. Ich werde alkoholfreien Punsch mitbringen. Wer unbedingt Rum drin haben will, bringe sich diesen mit.

 

RIDE ON !!! Für eine Stadt mit weniger Streß und mehr Radverkehr statt Autos!

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Offener Brief an die Polizei Dortmund und die Stadt Dortmund: Zugeparkte Radwege

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident Lange , 

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Sierau,

Sehr geehrte Damen und Herren . 

Heute auf dem Weg zum Stadion (Fußballspiel am 3.12.2016 BVB – Borussia Mönchengladbach)  musste ich erneut feststellen ,  daß ein Polizeifahrzeug den Radweg in der Wittekindstrasse auf Höhe des Südwestfriedhofs blockierte (ca. 14 Uhr).

Kennzeichen : NRW -4-1063 .

Unter der Brücke in der selben Fahrrichtung blockiert zusätzlich ein Polizei -Motorrad den ohnehin zu schmalen Radweg.

Ein anderes Mal wurde ich von einem Polizisten aus dem Auto heraus angewiesen, in der Borsigstraße auf der Höhe Bornstraße den Radweg zu benutzen. Auf diesem Abschnitt ist er benutzungspflichtig (Beschilderung), aber höchstens 100 m lang. Danach muß man auf die Fahrbahn wechseln – kein ungefährliches Unterfangen bei der stark befahrenen Borsigstraße. Heute nun findet durch den zugeparkten Radweg eine genau widersinnige Anweisung durch einen Vertreter ein und des selben Berufsstandes statt. Wer das verstehen mag, der oder die soll mir das erklären.

Ich bitte Sie  auch als Mitglied des ADFC bei aller gebotenen Bedeutung Ihrer Arbeit in Zukunft nicht die Radwege zu blockieren. Die Polizei ist für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer -/innen verantwortlich . Deshalb kann es nicht sein, dass man auf die Fahrbahn ausweichen soll weil der Radweg besetzt ist! Daher mutet der Kommentar des Polizisten den ich im Auto ansprach auch sinnlos und unverschämt an,  ich solle doch, nachdem ich aus Not vom Radweg auf die Straße gewechselt war,  gleich die Fahrbahn wieder verlassen.

Man stelle sich vor, jemand würde einfach so einen Gegenstand, der etwa so breit ist wie ein Auto, einfach so auf die Straße stellen, damit eine Fahrspur blockiert ist. Sofort gibt es – zu Recht – Beschwerden, in allen lokalen und regionalen Medien wird gewarnt und berichtet, man solle an dieser Stelle, die eine „Gefahrenstelle“ sei, vorsichtig fahren, vielleicht hätten sich  schon Unfälle ereignet. Jede und jeder zeigt Verständnis dafür. Deshalb empfinde nicht nur ich als Radfahrerin die Reaktion des Polizisten heute als Affront. Wir Radfahrerinnen und Radfahrer könnten jeden Tag zu jeder Stunde ständig Beschwerden über Hindernisse, schlechte, weil unebene und gefährliche Oberflächen auf Wegen, zu enges Auffahren von Autofahrer-/innen u.a. einreichen!

Es ist nicht das erste Mal dass ich feststellen muß dass Radfahrer nicht ernst genommen werden , obwohl sie schon immer Teil des Alltagsverkehrs sind. Wohl muß erst ein Radfahrer, der oder die am besten noch mit einem Polizisten bekannt oder verwandt ist, wegen des sinnlosen und gefährlichen Ausweichens auf die Fahrbahn sterben,  bevor allen Autofahrern klar und bewusst wird dass Radwege keine Park -und Halteplätze sind! Jede-/r die oder der heute Auto fährt  kann morgen ein/-e Radfahrer -/in sein. Daher ist es unverständlich ,  daß Radfahrer -/innen nicht ernst genommen und ihnen schon bei der Straßenplanung und dann im Alltag  kein Platz noch Existenz im Straßenverkehr zugerechnet und zugestanden wird .

 

Noch ein Hinweis an das Ordnungsamt der Stadt Dortmund, das für den „ruhenden  Verkehr“ , also die parkenden Autos zuständig sind:

es ist zunächst verständlich, wenn es die gesetzliche  Regel gibt, daß man bis zu 4 Minuten parken dürfte, ohne daß es eine Gesetzeswidrigkeit darstellt. Jedoch hat kaum jemand Zeit und Lust, bei jedem Fahrzeug, das den Radweg zuparkt (weil den Autofahrer-/innen gar nicht bewußt ist, daß sie hier nicht parken dürfen!), diese 4 Minuten abzuwarten. Fakt ist, daß nichts, gar nichts das Zuparken von Radwegen durch Privatfahrzeuge rechtfertigt.

Die Behörden sind aufgerufen, gegen motorisierte Falschparker von Radwegen genauso streng vorzugehen als wie sie an anderen Plätzchen Knöllchen verteilen. Ganz gleich, ob es sich um Imbiß-Einkäufer am Borsigplatz handelt oder um gedankenloses Anhalten, weil man „mal schnell Zigaretten braucht.“ Die Häufigkeit, wenn Lieferant-/innen oder Rettungsfahrzeuge Radwege zuparken, ist im Vergleich zu Privatfahrzeugen sehr gering und zumindest bei den Rettungsfahrzeugen gerechtfertigt.Bei Rettungsdienst-Fahrten geht es um die Gesundheit von Menschen. Ein Polizeifahrzeug, wenn es nicht gerade akut im Einsatz ist (heute war nichts dergleichen zu erkennen, also aktive Täterverfolgung etc.) sollte dagegen den Platz wechseln, um den Radweg, der oft die Fahrbahn des Radlers/der Radlerin ist, nicht zu blockieren. Speziell auf der Wittekindstraße Richtung Stadion fährt man als Radlerin aus Sicherheitsgründen lieber auf dem Radweg, weil der motorisierte Verkehr dort sehr stark ist und durch die Zubringer zur B1 oftmals schnell und oft genug rücksichtslos unterwegs ist. Man stellt sich ja auch nicht einfach mal auf die Fahrbahn, wenn es sich nicht gerade um einen erfolgten Verkehsunfall handelt und das eigene Fahrzeug nicht fahrtüchtig ist.

Mit verärgerten Grüßen

 

Angelika Steger

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Critical Mass in Duisburg am 28.10.2016

Am letzten Freitag im Monat findet nicht nur in Nürnberg, Bochum und sonstwo eine Critical Mass statt: auch in Duisburg hatten sich diesen Freitag 11 Radlerinnen und Radler eingefunden, um zu zeigen, dass sie auch zum Straßenverkehr gehören. Rennräder, Trekkingräder und ein Faltrad waren dabei. Zum 2. Mal bin ich mit dem Zug nach Duisburg gefahren, um deren CM = Critial Mass zu besuchen; „CM-Tourismus“ nennt man das.Bochum wäre näher gewesen, aber weil es schon beim 1. Mal eine freundliche sympathische Runde gewesen war, bin ich wieder nach Duisburg gefahren.

Dieser Bericht schildert meinen persönlichen Eindruck von der CM Duisburg. Es geht in keinster Weise darum, verschiedene CMs zu bewerten und gegenüber zu stellen oder abzuwerten. Jede CM ist wichtig, um zu zeigen: WIR RADFAHRER SIND AUCH TEIL DES STRAßENVERKEHRS. Leider hat der Monat aber zuwenig Freitage, als daß man an jeder CM in NRW teilnehmen könnte….

Das Gute am Duisburger Hauptbahnhof ist, dass der Zugang zu den Gleisen geradlinig verläuft; in Essen hingegen muß man einmal um die Ecke laufen und, wenn man am „falschen“ Ende den Bahnhof betritt, auch noch eine Treppe hoch, was als Radfahrerin nervt. In Duisburg erscheint jedoch der Gang vom Gleis bis auf den Bahnhofsvorplatz eine Ewigkeit zu dauern. Vielleicht kommt das davon, daß der Durchgang zu den Gleisen so breit und dicht mit Geschäften gesäumt ist.

Der Empfang war dieses Mal nicht nur freundlich, sondern auch lecker: ein Essener Radler bot mir Brownies an. Die probiere ich doch gerne…. die waren besser als meine, die ich vor ca. 1,5 Jahren gebacken hatte. Lockerer und nicht so süß und schwer. Dankeschön. Wenn ich es zeitlich schaffe zu backen, wird es von mir am 11.11.2016 bei der CM Essen Martinsbrezeln geben.

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Ah und da war der Button der Critical Mass Essen zum 6jährigen Jubiläum an der Lenkertasche des Brownies-Bäckers… ich konnte mit einem Fahrrad-Schlüsselanhänger, der nun an einem Lederband hängt, punkten. Und, falls wir uns in Essen treffen: ich hab noch welche und bring Dir einen mit.

Daß es Herbst ist, merkte man an diesem Abend wieder deutlich: es gab Nieselregen. Der guten Stimmung tat das Wetter aber keinen Abbruch. Schade nur, daß wir keine Musik dabei hatten; erst recht beim Kreisel-Fahren macht Radfahren mit Musik großen Spaß. Im Laufe der Tour verließen uns immer wieder Fahrer, einer kehrte am Ende wieder zur Gruppe zurück, er hatte nur Arbeitskollegen „hallo“ sagen wollen.

Duisburg ist ein Radverkehrs-Entwicklungsland, so scheint es. Die 3 Duisburger Radfahrer, die dabei waren führten uns durch die Fußgängerzone von DU-Meiderich, die auch nach 19 Uhr nciht für den Radverkehr freigegeben ist. Autos dürfen aber dort fahren.  Autos in der Fußgängerzone?

Was soll das für ein Quatsch sein? Sind Fußgänger sicher unterwegs, wenn sie auf Autos treffen, die viel Platz im fließenden wie im ruhenden Verkehr benötigen, also während der Fahrt genauso wie auf Parkflächen?

Mit dieser strengen Regelung, die den Radverkehr komplett ausschließt, werden Radfahrer-/innen einseitig als „Rowdies“ und „rücksichtslos“ gebrandmarkt; es wird suggeriert, dass jede und jeder Radler-/in alle Fußgänger auf dieser Einkaufsstraße verletzen will. Es gibt zweifelsohne diese Sorte von Radlern. Aber es ist schlichtweg falsch und eine Unverschämtheit, Fahrradfahrer-/innen generell als Rowdies zu verurteilen! Soll eine Radlerin mit Lenkerkorb, die zum Einkauf mit dem Rad in die Stadt fährt und durch eine Fußgängerzone mit dem Rad Schrittgeschwindigkeit fährt, auch ein Rowdie sein? Was sagen die Geschäftsleute in dieser Straße eigentlich dazu? Fakt ist, daß der Radverkehr auch den Umsatz vom Einzelhandelt fördert, weil Radler-/innen besser und schneller kleinere Geschäfte erreichen können und dort Lebensmittel einkaufen oder Dienstleistungen z. B. Friseur in Anspruch nehmen. Ein Rad ist schnell geparkt und braucht wesentlich weniger Platz als ein Auto.

Die Fußgängerzone DU-Meiderich ist breit genug, als daß Radfahrer-/innen und Fußgänger-/innen alle genug Platz haben. Man kann den Radverkehr zu bestimmten Zeiten erlauben und Schrittgeschwindigkeit vorschreiben; ein Großteil der Radler-/innen wird sich daran halten. In Dortmund gelten für den Radverkehr die Ausschlußzeiten von 9 oder 8 Uhr bis 19 oder 18 Uhr. Nervt zwar manchmal, aber grundsätzlich kann ich als Radlerin mit diesen Ausschlußzeiten leben.

Schade, daß es in Duisburg der Radverkehr so schwer hat. Ist das Bewußtsein für das Rad als Alltagsverkehrsmittel noch weniger bei den Verantwortlichen der Stadtverwaltung angekommen als z. B. in Dortmund? Das Bewußtsein für das Fahrrad als Alltags-Fahrzeug fehlt dort wohl ganz; und Interessenverbände haben es noch schwerer.

Deshalb: UNTERSTÜTZT DIE CRITICAL MASS in DUISBURG. Auch wenn es mühsam ist und man sich oft ärgert, daß nichts voran geht: man darf niemals nachlassen, für den Radverkehr zu kämpfen.Dazu gehört auch die Teilnahme an der CM.

Wer ein Semesterticket hat, braucht nicht zusätzlich für die Fahrt nach Duisburg zu zahlen. Also auf zur nächsten CM am 25. November! Vielleicht werden es dann doch mehr als 15 Radfahrer-/innen… ich komme gerne wieder, um freundliche Radler und Gleichgesinnte zu treffen.

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Und wer noch nie etwas von oder über die „kritische Masse“ gehört hat, dem sei dieser Link empfohlen:

Was ist eine „Critical Mass“ überhaupt?

https://de.wikipedia.org/wiki/Critical_Mass_(Aktionsform)

 

Eindrücke von der CM in Wuppertal:

https://cmwpt.wordpress.com/

 

 

 

Alltagsbeobachtungen IV

Es gibt Momente im Alltag, da denkt  man, dass man träume, daß das nicht jetzt im Moment echt sein kann, was man da sieht. Bei einer Radtour in Thüringen war das ein Pfau – ja ein echter, lebendiger! – der plötzlich auf der Landstraße stand und mir den Weg versperrte. Ein Pfau in der Thüringer Pampa… das ist grade so, als ob der Metzger um die Ecke plötzlich zwischen Wurst und Steaks lauter dicke Salatköpfe in der Auslage liegen hat. Kann eigentlich nicht sein.

Am Montag abend vor 2 Wochen ging es mir wieder so. Auch wenn die „Erscheinung“ nicht ganz so exotisch und außergewöhnlich war.

Diese Woche war ich am Montag abend beim Fitnesstraining gewesen. Geschafft aber zufrieden stand ich mit dem Rad am Bahnsteig der Haltestelle Dortmund-Universität. Plötzlich sehe ich eine zweite Radfahrerin am Bahnsteig, eher ungewöhnlich für die Zeit zwischen 21 und 23 Uhr. Ein sehr junges Mädel mit unfaßbar dünnen Beinen und Stiefeletten mit Pfennigabsatz. Dazu trug sie einen schwarzen Minirock, ein schwarzes offenes Lederjäckchen, hatte blonde lange glatte Haare,große Augen und stark geschminkte rote Lippen. Bei diesem Anblick kann es dem Betrachter (der Betracherin auch) die Sprache verschlagen. (Für die männlichen Leser, die jetzt die Luft anhalten müssen: nein, ich habe ihre Nummer nicht notiert. Und selbst wenn, würde ich sie nicht rausrücken). Es war so angenehm: keine schaute auf die andere herab. Es stand nicht zur Debatte, warum die eine schick , und die andere praktisch angezogen war. Gleichheit. Endlich mal kein Konkurrenzdenken – wenigstens für die Warte- und Fahrtzeit der S-Bahn.

Das Fahrrad, das sie dabei hatte, war ein uraltes „Oma-„Rad, hatte aber funktionierendes Licht. Ich schmunzelte innerlich, wie man mit Schuhen, die Pfennigabsätze haben, noch radfahren können will. Flache Absätze, wenn überhaupt, sind wesentlich praktischer (und genauso elegant und fußfreundlicher) für´s Radfahren.

Das Mädel kommt auf mich zu und fragt mich, wie das mit der Fahrradmitnahme wäre, sie hätte das noch nie gemacht. Sie wolle zu einer Party fahren und nachts müsse man irgendwie heimkommen, weshalb sie das Rad dabei habe (richtige Entscheidung!). Gerne antworte ich ihr und bin ihr behilflich, Rad und Bahn ist schließlich auch mein Thema. Irgendwie fühle ich mich ihr auch verantwortlich, wie eine ältere Schwester. Mehrere Gedanken schießen mir durch den Kopf, doch mein Mund bleibt  freundlich bei der Sache: Fahrradmitnahme in der S1 in NRW.

Ich will sie nicht ständig anstarren und krame in meiner Tasche herum. Mancher Studienkollege würde jetzt wohl austicken. Auch mein Hirn rattert. Aber aus anderen Gründen.

Noch vor 10 und mehr Jahren hätte ich mir gedacht: oh Gott Mädel, wie ziehst du dich an! Kein Wunder, wenn du angegriffen wirst! Das wird vielen Mädels anerzogen. Seit einigen Jahren weiß ich, wie ungerecht und dumm diese Einstellung ist: es ist das totale victim blaming. Es gibt der Frau die Schuld an möglichen Gewaltverbrechen, die sie – meist durch Männerhand – erleiden muß. Aber keine Frau verletzt sich selbst oder bringt sich durch ihre Kleiderwahl in Gefahr!  Das Umkehren der Schuld funktioniert leider immer noch – und das ist ein riesen Skandal. Jede und jeder muß das Recht haben in unserer Gesellschaft, sich nach eigenem Geschmack/Befinden zu kleiden. Daß man sich keine verfassungsfeindlichen Dinger ans Revers hängt, versteht sich von selbst.

Auf den ersten Blick wirkt so ein junges Mädel als „leichte Beute.“ Schon allein dieser Ausdruck „Beute“ macht deutlich, wie manche Menschen immer noch denken. Wie Tiere, die sich das erhaschen, rauben, fangen, also mit Gewalt holen müssen, was sie zum Leben brauchen. Tiere können nicht anders, deshalb trifft sie keine Schuld. Menschen aber können denken! Sicher kann man es auch witzig meinen; eine damalige Freundin in der alten Heimat sprach davon, daß ein Mann, der ihr gefiele in ihr „Beuteschema“ passe. Bei allem Witz: Frauen sind keine „Beute“, die man sich einfach so gewaltsam holen kann. Auch Männer nicht. In einer freien und gerechten Gesellschaft hat sich JEDE und JEDER FREI BEWEGEN ZU KÖNNEN, ohne Schaden zu nehmen! Das muß möglich sein, sich unbeschadet in jeder Art von Kleidung in der Öffentlichkeit zu bewegen. Ob dem anderen Menschen die eigenen Klamotten gefallen oder nicht oder die Frisur, das Gesicht, die Figur…spielt keine Rolle. Man hat es zu akzeptieren.

Als wir am Dortmunder Hauptbahnhof ankamen, verabschiedete ich mich am Vorplatz von ihr und sah ihr noch nach. Was sie wohl in dieser Nacht noch erleben würde? Hoffentlich passiert ihr nichts… aber sie muß ihren eigenen Weg gehen, wird sich bewußt sein, wie sie aussieht und wirkt (denn beeindruckend kann man es schon nennen, im positiven Sinne wohlgemerkt). Warum auch im Jutesack herumlaufen? Das Leben ist zu kurz für schlechte oder häßliche Klamotten. Wenn es schon eine Party gibt, dann kann man auch was schönes anziehen, womit man sich wohlfühlt. Ganz gleich, wie jung oder alt man ist, ganz gleich, welche Figur man hat.

Gekritzel, Geschmiere oder Kunst? StreetArt als Subkultur oder Hochkultur?

Jeder Stadtbewohner-/in kennt sie: unleserliche Schriftzüge und Namenskürzel auf Häuserwänden, Pfeilern von Autobahnbrücken oder auf Zügen. Manchmal mit politischer oder gesellschaftlicher Botschaft versehen. Manchmal bunt, mit dicken Buchstaben, was manchen langweilig-einfarbigen Waggon eines Zuges richtig schön macht. Für die Besitzer-/innen von Häusern oder die DB AG ist das nur Sachbeschädigung, eine Straftat, die geahndet werden muß. Doch wie der Löwenzahn trotz aller Unkrautvernichtungsmittel immer wieder aus allen Ritzen sprießt wie es ihm beliebt, gibt es immer wieder. Graffiti als persönliche Ausdrucksform, frecher Protest und Beweis dafür, dass man zur Szene gehört. Denn was die Passantin/der Passant als unschönes Gekritzel wahrnimmt, sind Namenskürzel.

Am Dienstag den 6. September 2016 gab es mit der  StreetArtGallery44309 einen Kunstspaziergang durch Teile des Unionviertels. Start war an der Galerie und Büro in der Rheinischen Straße 16, dort wurden die Besucher-/innen begrüßt und die StreetArtGallery vorgestellt.Anders als bei den gewöhnlichen Museen kann man hier selbst ausprobieren, was z. B. Siebdruck ist. ziel dabei ist es, die Bildende Kunst, die „fine art“ mit der Studio- und StreetArt-Kunst zusammenzubringen. Diese praktische Variante werde ich einmal nutzen – auch selbst Kunst machen, anstatt nur Kunst anzusehen, zu konsumieren. Das Durchschnittsalter der Spaziergänger-/innen dürfte jedoch weit über dem der meisten Sprayer/Graffiti-Künstler gelegen haben…

Nach der Einführung ging es dann aber hinaus: die Straße als Ort der Kunst.

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links die legale StreetArt mit Zustimmung des Hausbesitzers, rechts das tagging: offensichtlich ist der Respekt da, nicht in das bestehende Bild hinein seinen eigenen Namen zu „taggen“.

Landesteile werden durch Grenzen markiert, die Zugehörigkeit zu einem Land z.B. durch eine Flagge. Der eigene Stadtteil, der eigene Kiez wird durch das Namenskürzel an der Häuserwand, durch einen „Tag“ markiert. Tagging ist wichtig für das Abstecken von Grenzen. Hunde heben ihr Beinchen, um zu sagen: hey hier ist mein Revier, komm mir nicht zu nahe. StreetArt ist eine männlich dominierte Form. Es gibt viel mehr männliche als weibliche Künstler wie im HipHop als Musikrichtung.

Jedoch gibt es auch weibliche Kunst in der StreetArt: Alice Pasquini aus Rom mit einem Motiv nahe der StreetArtGallery selbst. Monia Labidi von der StreetArtGallery sagt dazu, dass dieses Motiv ein weiblicher Bilck auf den Frauenkörper sei. Wie Frauen sonst oft dargestellt werden, braucht an dieser Stelle nicht erwähnt zu werden. Sehr angenehm, mal eine andere Sichtweise auf Weiblichkeit in der Kunst zu erleben. Eigentlich hatte sich der Hausbesitzer als Motiv ein Trike gewünscht, weil im Haus eine Autowerkstatt gewesen war. Das war Alice Pasquini aber zu männlich dominiert. Bilder von Trikes gibt es aber schon viele.20160906_181631

Ob es in dem Laden daneben nur Kraut und Rüben gab, konnten wir beim Kunstspaziergang nicht testen 😉

Auffällig war bei der gesamten Führung, dass es kaum Deutungen der Bilder durch die Künstler-/innen selbst gibt. Man sei frei in der Interpretation, sagte Monia Labidi.

Den Anfang für die StreetArt als Kunstform  machte tatsächlich das tagging, bevor später Buchstaben im „bubble“-Stil ( dicke Buchstaben aneinander als Wort) daraus wurden. Bei den Bildern gibt es überraschendes bei der Gestaltung. Nicht einfach hingesprüht ist das; jede-/r hat seine oder ihre bestimmten Motive und Techniken.

 

Der brasilianische Künstler Rodrigo Branco malt mit Schablonentechnik sein Thema: Technik und Mensch, ohne daß er eine genaue Definition vorgibt. Ähnlich arbeitet auch Blek le Rat aus Frankreich.

TITEL: Sacri loves You Mai/Juni 2014 . Am Telefon war wohl jeder schon mal genervt….

 

Im Gegensatz zur sogenannten Hochkultur steht die StreetArt im starken Widerspruch: sie ist öffentlich zugänglich und temporär. Ein Museum, das Bilder ausstellt ist immer bestrebt, diese zu erhalten. StreetArt-Bilder auf „mirrals“ = großen Wänden werden von Zeit zu Zeit übermalt. Das wird nicht als Zerstörung des eigenen Werkes mit den entsprechenden Rechtsfolgen angesehen, nein: das ist eben in der Szene so.

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…man beachte die Augen der gemalten Figur….

Spannend war auch zu hören, was die Kunsthistorikerin Monia Labidi zu den Künstlerpersönlichkeiten sagen konnte. Manche seien zuverlässig und bringen ihre Arbeit wie vereinbart zu Ende. Andere wiederum vergessen, ihr Visa zu verlängern oder zeigen sich pikiert, wenn sie nicht wie erhofft die große Wand bemalen dürfen. Der Künstler L7M malt als sein Motiv Vögel, meist Kolibris. Möglicherweise war er pikiert, nicht auf die große Wand, auf der es kein Fenster gab, seine Kolibris malen zu dürfen – deshalb nun der Adler. Auf der großen Hauswand, einem großen „mirral“ nun ein Portrait.

 

So gerade wie das Gesicht geschnitten ist, könnte man an ein künstlich geschaffenes Gesicht wie das von Pinocchio denken.

Den Adler übersieht man fast, wenn man auf den Parkplatz des angrenzenden Supermarktes kommt; schon allein deshalb, weil man auf den Verkehr achten muß. Es schien, als ob die einkaufenden Menschen uns verwundert ansehen würden und erst nach und nach begreifen würden, warum wir hier sind – nicht zum Einkaufen eben.

 

An der Rheinischen Straße 62 gibt es ein überdachtes Bild, weil dort eine Arcade an den Geschäften verläuft. Die polnischen Künstler PROEMBRION und Pener sollen sogar bei winterlichen Temperaturen und Flutlicht im Januar 2014 gemalt haben. Der Hausbesitzer war nicht so begeistert, wollte er doch die Metzgerei seiner Eltern auf der Wand vermerkt haben. Mit der Unterschrift  „Metzgerei Ludwig Lumper“ am Bild war er dann zufrieden.

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….doch irgendwie erinnern die Linien an Nervenstränge, Blutbahnen im Fleisch… .hmm...

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Zwei Künstler mit gegensätzlichen Malweisen machen ein Bild. Unmöglich, möchte man denken. Doch es funktioniert: Sepe  malt figurativ, Chazme abstrakte Formen. Geschickt bauen sie die baulichen Gegebenheiten der Hauswand in ihr Bild ein, damit öffnet sich das Haus – so scheint es – noch einmal.

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Man kann das Bild laut Monia Labidi so deuten: Es sind anonyme Menschenmassen in der Stadt, die nach Haus gehen. Die Atmosphäre ist bedrückend, schon allein durch die Hochhäuser.Helden sind sie nicht, sondern müde und geschafft. Wie nimmt der Mensch sein urbanes Umfeld wahr?

Ich mußte aufgrund der kantigen Gesichtsformen und einer Mützenform an die Kunstwerke des DDR-Künstlers denken, der im Auftrag des DDR-Staates bei der Bergbaugesellschaft Wismut in Ronneburg/Thüringen gelebt hat und die Arbeiter portraitiert hat. Auf seinen riesigen Bildern, die heute auf dem inzwischen stillgelegten Bergbaugelände  (Uran-Bergbau für die Sowjetunion) ausgestellt sind, werden die Bergleute muskelbepackt als die Helden und in Siegerpose dargestellt, zusammen mit ihren blitzenden Werkzeugen. Frauen sind auch zu sehen, wie die Männer fast ganz nackt, aber sie sind nur Beiwerk als Gebährmaschine, Kinder quellen aus ihren Unterleibern, um neue Arbeiter hervorzubringen. Diese Bilder empfand ich als abstoßend, übertrieben. Nicht, weil die Arbeit von Bergleuten nicht zu würdigen wäre. Es ist diese maßlose Übertreibung, die nur das verdecken soll, was die DDR-Führung konsequent verschwieg: daß hier nicht „Wismut“ , sondern das gesundheitsgefährdende Uran abgebaut wurde, das nicht wenige Menschen an Krebs erkranken und sterben ließ. Gleichzeitig war die Belegschaft der Wismut-Bergbau eine eigene, verschwiegene Gesellschaft: wenn man wirtschaftliche Vorteile bekommt, schweigt man eben über das, was die Wahrheit ist.

Und der Künstler selbst? Möglicherweise war er überzeugt vom Sozialismus, wie ihn die DDR propagierte. In den ersten Jahren nach 1945 mag sich die Alternative, das Neue nach all den Grausamkeiten des NS-Regimes gut und rettend angehört haben. Was daraus geworde ist, ist bekannt. Eine ehemalige Kollegin der Unibibliothek Jena erzählte mir, wie ihr Vater zu ihr gesagt hatte: „Für das habe ich bei Hitler nicht im Zuchthaus gesessen.“ Gemeit war, wie die DDR-Führung sich zeigte: z.B. in schicken West-Autos statt Trabant und Wartburg.

StreetArt ist schon allein deshalb wilder, weil sie sich im öffentlichen Raum Platz suchen muß. Keine freie Leinwand, kein Blatt Papier wartet darauf, bespielt zu werden. Hindernisse sind da und können nciht beseitigt werden, sondern müssen ins Bild eingebaut werden. Das ist Herausforderung und Chance für zusätzliche Effekte zugleich.

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Die Menschen die gern behaupten, Flüchtlinge würden bei uns komfortabel leben, sollen sich dieses Gebäude ansehen. Die ehemalige Schule ist ein graues, tristes Gebäude aus den 1950er Jahren. Nur die StreetArt verleiht dem Ort etwas Leben und Freude.

 

Auf ein gutes Miteinander un Ankommen mit den geflüchteten Menschen!

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Das letzte Kunstwerk des Spaziergangs mit der StreetArtGallery ist von Alice Pasquini. Bei Hausbesitzern und -bewohnern hat es Kontroversen ausgelöst. So ein bedrückendes Bild, das wolle man nicht auf der Hauswand haben. Und ja, es macht betroffen, macht traurig. Zwei Kinder auf der Flucht… aber ist das nicht das, was man fast täglich in den Nachrichtenmeldungen hört und sieht?

Kunst muß nicht immer schön oder lustig sein. Sie kann auch ernst, politisch oder ‚häßlich‘ sein.

Dank geht an Frau Dr. Pahlke von der Stabstelle kunst im öffentlichen Raum die StreetArtGallery und vor allem Monia Labidi, die uns die StreetArt so lebendig und anschaulich näher gebracht hat. Man muß das tagging nicht toll finden – aber man weiß nach dem Kunstspaziergang mehr über die Hintergründe Bescheid.

http://44309streetartgallery.net/

 

 

 

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Neues im Alltäglichen entdecken

Tagtäglich fährt oder läuft man daran vorbei. In der Eile oder aus Unachtsamkeit bemerkt man gar nicht, was hier eigentlich ist: Kunst im öffentlichen Raum, Kunst im Alltag. Bei den Dortmunder Spaziergängen und Radtouren kann man Kunst leibhaftig und lebendig erleben.

„Nordwärts“ ist das  auf 10 Jahre angelegte Projekt der Radtour-Serie, die am Donnerstag den 1. September zum 2. Mal stattfand.Die meisten besuchten Kunstobjekte sind Teil der „EmscherKunst.“Zumindest 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen.

 

In lockerer Atmosphäre fuhr man auf einer Strecke von 8 km durch die Stadt, lauschte dem Vortrag von Astrid Wendelstigh und konnte die Kunstwerke ansehen, manchmal sogar ausprobieren – und wurde dann auch überrascht.

  1. Station am Dortmunder U: Ah, wie gut dass wir uns vor dem Regenschauer in die Trinkhalle flüchten können!

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Die Trinkhalle. Einst errichtet nahe der Zechen, um die Arbeiterinnen und Arbeiter mit alkoholfreien Getränken zu versorgen, entwickelten sich die „Büdchen“, die „Kioske“ oder „Spätis“ zu soziokulturellen Zentren der Gesellschaft.

Doch die Künstlerin Lena Dues spielt uns einen Streich: hier ist gar keine Trinkhalle 😉 Sie hat die Fähnchen selbst als Kunstobjekte gestaltet. Die Fähnchen sind nur Schmuck, kein Kiosk ist hinter den Fähnchen, sondern ein Büro. Auf dem Platz vor der „Trinkhalle“ stehen die orangen Container, die Informationspunkte für die Emscher-Kunst (bis 18 Uhr geöffnet) sind.

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Container im Regen

 

Die Radtour zur Kunst im öffentlichen Raum geht weiter um das Dortmunder U herum. Zwei Feuerwehrautos stehen davor, doch die Atmosphäre ist entspannt (wohl nur eine Bereitschaftstätigkeit heute, noch kein Einsatz). Bei der Tour und anhand der alten Wegeweiser wird klar, wie groß das Gelände der ehemaligen Union-Brauerei Dortmund überhaupt ist… wir biegen ein in eine Nebengasse, die sehr heruntergekommen wirkt, ihr Name „Übelgönne.“ Woher wohl dieser Name kommt… Wildes Grün sprießt am Wegesrand und aus Mauerritzen , Autos parken auf einer Seite. Fast unscheinbar wirkt das 2. öffentliche Kunstobjekt, das man im Vorbeifahren fast übersieht: die „Knutschecke“ von Holger Küper.

Großformatige Bilder von küssenden Paaren sind auf der Backsteinmauer zu sehen, allesamt mit Personen aus Dortmund (wer mag, kann sich auch von vom Künstler fotografieren lassen). Der Künstler will diesen häßlichen Ort in einen Liebes-Ort verwandeln, Licht und Sorglosigkeit hineinbringen, wenigstens für wenige Augenblicke den Geist in eine Traumwelt versetzen.Den Alltag eine Zeitlang vergessen – und ein Lächeln im Gesicht haben, das soll die Betrachterin oder der Betrachter der „Knutschecke“ empfinden.Eine schöne  Sache und in seiner Art der Gestaltung paßt das Werk gut in diese Gasse namens „Übelgönne.“  Jede(r) sollte jemanden zum Küssen haben, meint Holger Küper – ein schöner Plan.

Leider gibt es auch Leute, die unnötige Symbole auf die Kunstwerke schmieren müssen. Sie sind nicht Teil des Werks von Holger Küper. http://www.emscherkunst.de/knutschecke/

 

Die Fahrradhäuschen sind Bestandteil in vielen Stadtteilen Dortmunds (http://www.vcd-dortmund.de/cms/front_content.php?idcat=23 ). Wenn sich genug Interessierte finden, kann ein neues Haus aufgebaut werden, wo man sein Fahrrad sicher lagern kann. Dafür fällt eine geringe Jahresgebühr an. Nicht in jedem Wohnhaus gibt es sichere und gute Abstellmöglichkeiten für das Rad.

Die Studentin der Kunstakademie Münster, Lioba Knape hat so ein Fahrradhäuschen mit Kupferplatten eingekleidet, Arbeitstitel ihres Werks „CU“ („see you“ oder auch die englische Aussprache des chemischen Elements Kupfer). Ohne den Vortrag von Astrid Wendelstigh wäre man wohl an dem Kunstwerk vorbeigefahren, weil die Kupfereinkleidung die selbe Farbe hat (wohl auch durch Umwelteinwirkung entstanden) wie alle Fahrradhäuschen auch. Ein Schild erinnert daran, dass es sich bei der Einkleidung des Fahrradhäuschens im Unionviertel nahe der S-Bahnstation Dortmund West (Lange Straße/Sternstraße) um ein Kunstobjekt der „EmscherKunst“ handelt.

Laut der Künstlerin sollen alle Spuren des Alltags auf dem Kupfer festgehalten und später auf Papier übertragen in eine Ausstellung gebracht werden; das Kunstwerk ist ein Experiment zwischen Alltagsgebrauch, Architektur und Kunst. Wer hier drauf sprüht oder malt wird wohl nicht damit rechnen müssen, dass der städtische Reinigungstrupp kommt und die „Fettecke“ wegputzt…….

Das 4. öffentlich zugängliche Kunstwerk würde man auch übersehen, weil es zum einen unscheinbar ist, zum anderen an der stark befahrenen Rheinischen Straße liegt.Der Künstler und Produktdesigner von z. B. Lampen, Samuel Treindl hat zwei übrig gebliebene Buchstaben einer Leuchtreklame genutzt, „ö“ und „l.“ Früher wurden hier wohl einmal Möbel verkauft.Samuel Treindl ergänzt diese Buchstaben zu Vögel. Für nichts wird hier geworben, nichts wird verkauft, denn das Ladenlokal gibt es längst nicht mehr, das Haus ist heruntergekommen, es gab keine Intervention, keine Erneuerung, Das neue Wort liefert keine Information. „Ich schaue in den Himmel und sehe Vögel.“ So einfach kann Kunst sein. Wer dieses Werk nicht kennt, wird sich über das Wort „Vögel“ wundern, im Vorbeifahren wird man es aber nicht als Kunstwerk wahrnehmen.

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Haus Rheinische Straße 131: „Vögel“

Irgendwie zum Schmunzeln, andererseits kommt man nciht umhin sich zu fragen, warum nicht wenigstens  ein paar Sachen an der Fassade neu gemacht wurden. Die Sinnlosigkeit des Wortes „Vögel“ ist Programm, fast eine Art von Dada.

 

Die nächste Station gleich einem monströsen antiken Tempel, der im Laufe der Zeit dunkel und unbegehbar geworden ist: das alte Hoesch-Verwaltungsgebäude (ehemaliger Firmensitz der Union AG für Berbau, Eisen- und Stahl-Industrie in Dortmund). Über dem Eingangsportal steht in grünspan-gefärbten Kupferbuchstaben:

„Es lobt den Mann die Arbeit und die Tat.“

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Die koreanischen Künstlerinnen Eu Sun Ko, Hyuna Kang und Shinah Lee wollten diese altmodische pathetische Sprache, die nur an die Leistung von Männern denkt, so nicht hinnehmen. Kurzerhand entwarfen Sie eine Postkarte, bei der man durch leichte Verwacklung den Satz lesen kann:

Es lobt die Frau die Arbeit und die Tat.

Die Arbeit der Frauen ist auch zu würdigen, nicht nur die der Männer.

Was mit dem Gebäude nun geschehen soll, nachdem es ein Schweizer Investor gekauft hat, ist noch nicht sicher.

 

Stadtauswärts fahren wir weiter, die Dorstfelder Allee entlang. Im Hintergrund sieht man zwei Brücken für die Autobahn sowie die Stadtbahn. Beide sind aber nur das Hintergrundrauschen für die Kunstwerke.

Was soll das denn sein? Ein Hinkelstein von Obelix auf 4 Füßen?

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..ob darin goldene Schätze zu finden sind? „Zur kleinen Weile“ vom Künstler*kollektiv raumlabor

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Ein rätselhaftes Kunstwerk.So wie es mitten in der Landschaft am Wegesrand von der Straße und Radweg steht, fällt der große Stein auf. Die Neugierde treibt die Besucherinnen und Besucher dann doch hinein in den goldenen Innenraum. Es ist überraschend und angenehm hell da drin. Licht, Wärme und Schutz soll den Leuten in der „kleinen Weile“, wie das Kunstwerk heißt, vermittelt werden. Durch die goldene Farbe und die Öffnung oben ist es erstaunlich hell da drin.Aber Wärme und Schutz habe ich da drin nicht empfunden. Es ist eher ein eher banges Gefühl, weil man nicht weiß, wo die Wand beginnt und der Boden und Grund aufhört. Ein jüngerer Besucher konnte einem Bahnradfahrer gleich im Kreis herumrennen. Die eigene Stimme klingen wie… im Weltraum, wie in einem Popsong, bei dem die menschliche Stimme elektronisch verzerrt klingt. Heimelig klingt das nciht. Kein Gefühl der Bedrohung oder Angst, ber auch kein heimeliges Gefühl. So bleibt man auch nur eine „kleine Weile“ in diesem Kunstwerk, bevor man wieder herausklettert.

 

 

Das letzte Kunstobjekt der Tour würde man als Radler-/in übersehen, wenn man nicht gerade auf Kunst-Tour ist. Einem Steg am Fluß oder See gleich führt das Werk „Kunstpause“ durch einen Haselnußhain, den sonst nur überzeugte Haselnußfans kennen. Tatsächlich befindet sich unter der Stadtbahn- und Autobahnbrücke  eine Art kleines Haselnußstrauch-Wäldchen. Und tatsächlich: nachdem man durch den Haselnußhain gestreift ist, kann man sich wie an einem Flußufer auf Holzstufen niederlassen. Pause von der Kunst oder Kunstpause, also mal keine Skulptur, kein Bild ansehen?

 

Mit der „Kunstpause“ endete die Radtour „Nordwärts“ im Rahmen der EmscherKunst 2016 in Dortmund. Es hat Spaß gemacht, mitzufahren und neue Ecken der Stadt sowie Kunstwerke zu entdecken, die man sonst übersehen hätte. Es muß nicht immer alles gefallen, wichtig ist, dass man sich immer wieder aufmacht und neugeirig bleibt, was es in der eigenen Stadt so gibt und was passiert. Offenheit und Neugierde machen eine Stadt und die darin lebenden Menschen lebendig und können positiv auf die Zukunftsgestaltung wirken.

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Kunst im öffentlichen Raum: Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund bietet mit Frau Dr. Rosemarie E. Pahlke regelmäßig geführte Spaziergänge und Radtouren an. Heute hat Astrid Wendelstigh von der Initiative „VeloKitchenDortmund“ die Tour geführt. Herzlichen Dank dafür!

http://www.kunst-im-oeffentlichen-raum.dortmund.de

http://www.emscherkunst.de

http://www.velocityruhr.net