Sehnsucht nach dem Norden: Dortmunder Hafen

Tief im Westen

wo die Sonne verstaubt

ist es besser, besser als man glaubt.

Herbert Grönemeyer, Song „Bochum“

Vom Meer und vom Norden handelt dieses Lied nicht. Bochum und Dortmund, die beide eng nebeneinander liegen, gehören zu Westdeutschland. Und dennoch, wenn man im Hafengelände an der Kanalstraße/Matthiesstraße unterwegs ist, kann man schon Sehnsucht nach der See bekommen. Auch wenn Dortmund „nur“ einen Binnenhafen hat.

Heute am Sonntag den 26. Juni 2016 war das Wetter wechselhaft. Zuerst dicke Wolken und Regen, mein Regencape war patschnaß – die Hose auch.  Passt auch zum Norden.

 

Blick runter von der Brücke über den Kanal an der U-Bahn = Stadtbahn-Haltestelle Hafen auf die Mallnickrodtstraße.

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Die Haltestelle Hafen, obere Ebene.Man kann auch entlang der Straße auf die Brücke gelangen, doch mit dem Aufzug ging es schneller.

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Blick auf die andere Seite der Brücke

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Das alte Hafenamt. Heute ist dort die Wasserschutzpolizei untergebracht. Der große Anker davor ist allen Toten auf See gewidmet.

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An sich wollte ich nur zu den TYDE-Studios, die am Hafen in der Mathiesstraße 16 sind. Das muß ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude sein, in dem jetzt eine Kneipe und ein Ausstellungsraum ist. Die Greenpeace-Jugend machte dort einen „Kleidertausch-Rausch.“ Man konnte eigene Kleider mitbringen und kostenlos andere mitnehmen. Ich gab eine Hose ab, um die es schade war. Ich hatte beim Kauf nicht aufgepaßt und nur auf die Marke geschaut – ohne zu bemerken, dass der Schnitt nicht wirklich paßte. Nun, es war bereits eine gebrauchte, wenn auch gut erhaltene Hose gewesen. Jetzt freut sich jemand anderer drüber.

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http://www.tydestudios.com/

Und entgegen meiner Vermutung fand ich sogar ein paar passende Shirts und ein paar passende Schuhe. 🙂

In Jena machte der Studierendenrat solche Aktionen wie Kleidertausch oder foodsharing. Jena ist eben viel kleiner und enger, so dass alles in der Friedrich-Schiller-Universität stattgefunden hatte.

Blick von der Terrasse der TYDE-Studios auf den Dortmund-Ems-Kanal. Etwas rauer als die Terrasse beim Kulturforum Fürth an der Regnitz.

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Blick nach Gegenüber. Der vergitterte Aufgang ist ein Rastplatz-Aufgang für Wasserweg-Reisende. Auf dem Dortmund-Ems-Kanal sind wohl nicht nur Firmenschiffe unterwegs.

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Kurz vor den TYDE-Studios am Kanal.

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Ja schwuups! Das alte Hafenamt plötzlich im Sonnenlicht! 😉

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Blick auf den Dortmund-Ems-Kanal.

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Hafengelände: Bereich Drehbrückenstraße / Überwasserstraße

 

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Entlang der Kanalstraße

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Wieder auf der Brücke Sunderweg Richtung Mallninckrodtstraße.

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SEHNSUCHT nach der FERNE……

Richtung Nordsee….

 

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DORTMUND liegt im Westen dieses Landes. Aber am Hafen dieser Stadt kann man schon mal vom Norden und dem Meer träumen. Wasser, Backsteinbau, Hafen mit Containern… wer mag da nicht an Hamburg , die Elbe und die Nordsee denken? 🙂

 

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Der Traum vom Norden… nicht weit entfernt… Am Dortmunder Hafen.

 

 

Besuch in der alten Heimat

Immer wieder, wenn ich mit Studienkolleginnen und Studienkollegen ins Gespräch über meine alte Heimat (und die v. a. kulinarischen Vorzüge) komme, spüre ich eine Sehnsucht, doch mal wieder hin zu fahrren. Jetzt war es trotz einiger Hindernisse soweit. Am Wochenende vom 17. bis 19. Juni 2016 besuchte ich Fürth und Nürnberg.

Zwar fahre ich lieber Bahn, aber bei den Preisen zieht man dann doch die Fernbusse vor. Der Vorteil bei dieser Strecke: man muß nicht umsteigen. Nachteil: Zugfahren erscheint mir komfortabler, weil man insgesamt doch mehr Platz hat und ein Zug auch nicht so wackelt, weil es eben weniger Kurven gibt. Nach ca. 6 1/2 Stunden ist man in Nürnberg.

Ich hatte mein Faltrad dabei. Es ist im Bus ein Gepäckstück und verursacht so keine zusätzlichen Kosten. Vorteil: am Zielort ist man mobil und unabhängig von Taxi und U-Bahn – und es kostet keine €.

Die Anreise war etwas stressig, weil der Bus  Verspätung hatte und eine Beerdigung einer Chorleiterin den ganzen Plan eines guten Freundes durcheinander gebracht hatte. Trotz aller Mühen haben wir dann endlich das gemacht, was wir schon in der Zeit, in der ich in Fürth gewohnt hatte, machen hätten sollen: in die Oper gehen.

Wir sahen uns „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi am Opernhaus Nürnberg an. Kritik dazu schreibe ich noch. Schon der Stoff allein ist eine grausame Wucht, aber leider Realität im 18. Jahrhundert. In diesr Zeit spielt die Geschichte, die zu „Rigoletto“ gehört.

 

 

 

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Opernhaus Nürnberg am Richard-Wagner-Platz (hier startet auch am letzten Freitag im Monat die Critical Mass)

Danach waren wir noch in meinem absoluten Lieblingslokal „KaffeeBohne“ in der Gustavstraße in Fürth, DIE Kneipenmeile in Fürth. Die „Bohne“ bringt etwas Studentenflair in eine Stadt, die traditionell eine Arbeiterstadt ist und in der die Gentrifizierung ungebremst voranschreitet, wie ich bei meinen Fahrten durch die Südstadt, in der ich 10 Jahre lang gewohnt hatte, beobachten konnte.

Nach der heftigen Oper erst mal ausschlafen… und am nächsten Tag, dem 18. Juni 2016 ging es nach einem guten Frühstück und Pilates an der Uferprommenade los Richtung Südstadt.

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Ich fand fast sofort alle Wege wieder, die ich früher fast täglich gefahren war. Wahnsinn jedoch, wo überall was weggerissen worden war und nun neu gebaut wird. Aufgelassenes Brauerei-Gelände in Fürth? kommen „Stadtwohnungen“ hin, die sich kein normaler Mensch leisten kann. Super. Bei der Metzgerei in der Flößaustraße holte ich das, was ich schon seit Jahren nicht essen hatte können, weil es das nur in Franken gibt: Pressack. (ich habe jetzt kein Foto davon, weil – schwuups! war der aufgegessen 😉 Es ist schwierig, in dieser kurzen Zeit von 2 Tagen all die leckeren Sachen, die es nur in Franken gibt, zu verzehren!.

Das Haus Kaiserstraße 77a. Da hatte ich 10 Jahre lang gewohnt. War zwar eine schöne Idee vom Vermieter, einer Baugenossenschaft, dann mal einen Balkon hin zu bauen auf die Rückseite. Aber die Miete stieg jedes Jahr an. Selbst wenn ich in Fürth geblieben wäre, hätte ich es nicht mehr zahlen können.Niemand bemerkte überhaupt was gegen diese absurde Mietpreissteigerung.

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Diesen Weg, der von der Dr.-Mack-Straße hinab zum Wiesengrund führt (und von dort aus auf den Pegnitztalradweg nach Nürnberg) war schon immer eine furchtbare Pflasterstein-Holper-Piste. Jahrelang habe ich die die Stadt aufgefordert und beim ADFC moniert, man solle endlich diesen „gemeinsamen Rad- und Fußweg“ in eine ebene Bahn verwandeln! Auch mit Kinderwagen ist Pflastersteinboden kein Spaß. Schön, dass der Weg jetzt eben ist – wenn ich nicht mehr dort wohne. Na danke auch.

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Der Pegnitztalradweg nach Nürnberg. Zeitweise mein Arbeits- oder Schulweg.

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Blick Richtung Fürth

 

 

…..und Blick Richtung Nürnberg.

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Der Bereich „Hallerwiese“, an dem der Pegnitztalradweg vorbeiführt, kurz vor der Nürnberger Altstadt. Trotz aller Interventionen vom ADFC Nürnberg ist die Stadt Nürnberg nicht gewillt, den Weg endlich zu teeren. So freut man sich jedes Mal auf´s Neue auf große Pfützen. Platsch!

Am Samstag mittag werde ich noch eine Häkelfreundin treffen. Vorher mußte ich aber unbedingt noch die Figur fotografieren, zu der das Nürnberger Sprichwort (oder die Redensart) paßt:

„Des hätt mer der Ox aaf der Fleischbruck aa gsaggt.“

(Das hätte mir der Ochse auf der Fleischbrücke auch gesagt).

Das sagt man zu jemandem, die oder der mir irgendwas erzählt hat, was längst bekannt und klar ist. Man kann damit auch ausdrücken: „Na du laberst einen Blödsinn. Ist doch längst klar, was du sagst.“

Das is der Ox. Lateiner und Lateinerinnen bitte vor 😀

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Der Ox thront auf der Fleischbrücke. Keine Sorge, die Brücke ist aus Stein… In Zeiten ohne KÜhlschrank war das Metzgerhandwerk nicht besonders angesehen. Wegen der fehlenden Kühlung drohte gern mal eine Krankheit, Schädlingsbefall. Deshalb führt die Fleischbrücke hinaus aus der alten Stadt, der Metzger mußte draußen bleiben, um keine Krankheiten zu verbreiten unter der Stadtbevölkerung (außer natürlich beim Verkauf auf dem Markt).

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Blick von der Fleischbrücke auf die Pegnitz.

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Während ich auf meine Häkelfreundin warte, fährt ein Velotaxi in der Gasse Rathausplatz vorbei. Vor einigen Jahren, als  der Velotaxi-Betrieb zunächst probeweise in Betrieb ging, war ich eine der ersten Fahrerinnen. An sich ist es eine gute und richtige Art der Fortbewegung innerhalb der Stadt, vor allem der Innenstadt. Das Velotaxi stinkt nicht (Antrieb durch Muskelkraft und Strom) und braucht weniger Platz als die Blechkiste namens Auto. Allerdings ist es schon sehr anstrengend, selbst mit E-Motor-Unterstützung und der Last von Fahrgästen dazu den Burgberg Nürnberg hinauf zu kommen. Der Motor müßte mehr Strom zur Antriebsunterstützung liefern. Wie in einem Zeitungsartikel außerdem zu lesen war, fahren die Fahrer jetzt auf eigene Rechnung. Das ist nicht fair – bei der Anstrengung, die man leisten muß, um überhaupt was zu verdienen.

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UND JETZT… der Häkel-Gipfel mit Schandalle und mir wird feierlich mit einer fränkischen Spezialität begonnen: SCHÄUFERLE. 🙂 Hmmmm…….

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Nach unserem gemeinsamen Essen und freundlichen Gesprächen  verabschiedeten wir uns voneinander. Schandalle wollte heute abend im Frankenstadion sein. Dort würde ein gewisser Udo Lindenberg spielen. Ich ging auf den Hauptmarkt, um Bananen für die Rückfahrt zu kaufen. Selbst wenn das Obst und Gemüse am Markt teurer sein sollte als im Supermarkt: Die Stände sind leichter zu erreichen, erst recht mit dem Rad. Die Qualität ist viel besser. Und es ist keine Unmöglichkeit, auch mal nur 2 Bananen zu kaufen oder 1 Stange Lauch. Die Riesenpackungen bei Aldi & Co. finde ich unmöglich.

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Das Gemüseanbau-Gebiet im Nürnberger Norden: das Knoblauchsland.

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Andenken an eine Marktfrau an einem Haus am Hauptmarkt:

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…und dann… nach dem ganzen „Gwerch“ am Hauptmarkt (Getümmel) zum Wöhrder See radeln und dort ein paar ruhige Momente genießen.

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Diese Auenlandschaft, so nahe an der Stadt und deshalb gut und schnell zu erreichen, das fehlt mir an dem Ort im Ruhrgebiet, wo ich jetzt wohne. Im Ruhrgebiet muß man erst mindestens 30 Minuten mit der U-Bahn fahren, um draußen zwischen Wiesen oder im Wald zu sein. Und dann hört man dennoch die Autobahn.

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An der Wöhrder Wiese (auch eine U-Bahn-STation der Linie U2) und am Wöhrder See vorbei kann man auf einer Seite nach Nürnberg-Mögeldorf , Laufamholz oder zum Tiergarten radeln. Auf der anderen Seeseite geht es in den Landkreis Nürnberger Land Richtung Röthenbach/Pegnitz, das häßlicheLauf an der Pegnitz und das grausige Hersbruck. (Die verwendeten Adjektive beziehen sich nicht auf die Landschaft und nur teilweise auf das äußere Gesicht dieser Städte).

 

Auf dem Rückweg nach Fürth muß ich wieder am Hauptmarkt vorbei.

Die Händler packen ihre Sachen zusammen. Der Platz, wo heute der Hauptmarkt an der Kirche Unsere Liebe Frau ist, war im Mittelalter Sumpfgebiet. Das überließ man den Juden, die in der Stadt Nürnberg lebten. Zuerst stand am Hauptmarkt auch eine Synagoge, die dann durch die Judenverfolgung (nicht nur durch Nazis) zerstört wurde. Im Gedenken daran ist in der Frauenkirche Nürnberg innen eine Gedenktafel angebracht. Wie ich bei mehreren Gottesdienstbesuchen vor einigen Jahren bemerken konnte, wird die Geschichte dieses Ortes am Hauptmarkt ernst genommen, sprich: man ist sich bewußt, welche Grausamkeiten hier geschehen sind.

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Genau unterhalb der Uhr findet um 12 Uhr mittags das „Männleinlaufen“ statt. Verschiedene Figuren von Kaiser und Königen laufen rundherum und sind nacheinander für die Betrachterin/den Betrachter sichtbar. Auf dem Balkon findet jedes Jahr vor dem 1. Adventssonntag die Eröffnung des Christkindlmarktes durch das Nürnberger Christkind statt. In den letzten Jahren ist dieser traditionsreiche Markt leider zu einem reinen Touristenevent verkommen. Auch ist es in der Vorweihnachtszeit unmöglich, als Einheimische und Passantin noch irgendwo durchzukommen.

 

Auf dem Rückweg in die Kleeblattstadt Fürth, Abzweigung an der Großweidenmühlstraße.

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Ein Stück aus Nürnbergs Industrie-Vergangenheit.

Im Stadtteil Eberhardshof war die Firma AEG angesiedelt. Viele kennen die Spülmaschinen, Waschmaschinen u. a. mit dem Schriftzug „AEG.“ Als ich 2006 begonnen hatte, das Hermann-Kesten-Kolleg in der Nachbarschaft der AEG zu besuchen, war in diesen Mauern noch Betrieb.

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Eine kleine Ringbahn sah man von Zeit zu Zeit hier rumtuckern.

Entlang dieser Straße erstreckte sich das AEG-Gelände. Heute sind bei „Auf AEG“ einige Künstlerateliers angesiedelt.

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Von 2006 bis 2010 besuchte ich das Hermann-Kesten-Kolleg (= HKK), um dort das Abitur „auf dem 2. Bildungsweg“ zu machen. Das bedeutet: nach Berufstätigkeit oder, wie bei anderen Kollegen und Kolleginnen der Fall nach der Geburt eines Kindes kann man am Kolleg das Abitur absolvieren -in Vollzeit. Es gibt zuerst einen „Vorkurs“, 1 Jahr lang, mit dem man das Schulwissen noch mal auffrischt. Dann kommt die „11. Klasse“, das 2. Jahr am Kolleg, dann die Kollegstufe 12 und 13 mit den Abiturprüfungen. Das war noch der Lehrplan nach dem G9. Was jetzt bei G8 der Fall ist… ich habe nur die Anfänge mitbekommen und die waren alles andere als positiv. Noch schlimmer als vorher ist jeder gezwungen, alles schaffen zu müssen. Also: wer Mathe nicht kann ist genauso verloren als jemand, dem Liteatur wurscht ist. Noch dazu bei einem cholerischen Mathelehrer der es nicht verträgt, wenn jemand Mathe nicht kann und diesen Kollegiat oder Kollegiatin niedermacht. Solche Lehrer hasse und verachte ich. Bei diesem Lehrplan muß man sagen: Typisch ungerechtes bayerisches Schulsystem also. Und ich verstehe bis heute nicht, warum niemand diesen Lehrer aus dem Verkehr gezogen oder an der Uni zwangsverpflichtet hat. Denn dieser menschliche Depp wäre dort bestens aufgehoben gewesen, weil er unter seinesgleichen, die FREIWILLIG MATHE STUDIEREN WOLLEN, gewesen wäre. Stattdessen: jeden Tag ungestraft Psychoterror veranstalten. Diese Straftat ist bis heute nicht gesühnt. Ebenso all die Straftaten der Mobberinnen und Mobber.Nur weil jemand als Mauerblümchen erscheint heißt es nicht, dass man diese Person als Sündenbock und Prellbock mißbrauchen darf!

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Eingang zum Hermann-Kesten-Kolleg Nürnberg.

Einige Enttäuschungen mußte ich an diesem Ort, von dem ich mir auch viel erhofft hatte, hinnehmen. So war mein Französisch-Lehrer zu feige, mich zur mündlichen Abitur-Prüfung zuzulassen. Sicher, ich hatte nur 3 Jahre Französisch hinter mir, es wäre eine harte Prüfung geworden. Aber: eine, der ich zuversichtlich entgegensehen hätte können! Und auch andere, die sogar Leistungskurs Spanisch hatten, taten sich schwer! Denn Sprachen sind lernbar. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass es nur um sein Prestige ging, dem Feigling. Es hatte ihm schon nicht gepaßt, wenn ich sein starres, vorgefertigtes Lehrprogramm im Unterricht durch aktuelle Meldungen des DLF z. B. über die ARbeitssituation französischer JournalistInnen in Frankreich durcheinander brachte. Ich tat das nicht aus Bosheit, sondern als Anregung für den Unterricht. Obwohl er in Sachen Sprachvermittlung ein guter Lehrer war, war ich enttäuscht über die Starrheit seiner Unterrichtsgestaltung.

Ich mußte mündliche Prüfung in Mathe machen – bei dem Arschloch-Lehrer (hoffentlich geht es ihm heute richtig schlecht und seine Frau hat sich von ihm nun doch getrennt – anders hat er es nicht verdient). Ich erinnere mich heute noch mit Grauen an diesem Tag: vorher Magenschmerzen und ein Sturz mit dem Rad auf dem Weg zur Prüfung, Tränen vor und nach der Prüfung. Aber das war allen scheißegal. Die angeblichen „Psychologen“, die wir nur einmal zu ‚Gesicht bekamen, erschienen wie verstaubte Figuren alter Männer aus einem Museum. Es hatte einige Kollegen und Kolleginnen gegeben, die private Schwierigkeiten mit ins Schulleben brachten, die sich wiederum negativ auf das Schulleben auswirkten: der eine war mit 16 Jahren von zuhaus ausgezogen, weil sein Stiefvater ihn verprügelt hatte. Er hing sehr an seiner Freundin; ein Zerbrechen der Beziehung hätte diesen Kollegen auch zerbrechen lassen (er war auch körperlich nicht gerade von kräftiger Statur). Um ihn wäre es sehr schade gewesen. Er war ein netter Mensch aber immer in Gefahr, abzustürzen.

Ein befreundeter Kollege bemerkte bei einer Kollegin aufgeritzte Haut; sie soll am Borderline-Syndrom gelitten haben. Einige alleinerziehende Mütter hatten wir auch: nicht einfach, Kind und Schule gleichzeitig zu bewältigen. Für das eine Mädel hatte ich großes Mitgefühl, weil sie eine ähnlich furchtbare Mutter wie ich hatte: genauso unverständig und eigensinnig und egoistisch.

Mir tat im Nachhinein auch manche Ungerechtigkeit leid, die ich anderen am HKK angetan hatte. Leider kann ich mich heute bei denen nicht entschuldigen. Nicht leid tut mir aber das, was ich dann doch mal gegen die Mobberinnen und Mobber unternommen habe. Manche Bosheit hat dann doch geholfen, ihre dreckigen verlogenen falschen Mäuler zum Schweigen zu bringen. Hoffentlich geht es den Hunden heute richtig schlecht. Solange sie sich bei mir entschuldigt haben, besteht ihre Schuld weiterhin fort. Niemandem von denen hatte ich, bevor ich sie traf, was getan. Ach, und spare dir deine Neuigkeiten-Geilheit, J.! Ich weiß schon, warum ich facebook zu dieser Zeit gemieden habe. Und die paar netten Leute, die mit mir wirklich Kontakt hatten und gut mit mir zurecht kamen zeigten, dass man auch mit scheinbar eigenartigen oder rätselhaften KollegInnen umgehen kann. Man muß eben wollen!

Nicht verstanden habe ich unsere Geschichtslehrerin im Leistungskurs, die regelmäßig auf die größten Deppen im Kurs: der eine eine menschlich-totale Dumpfbacke, der andere ein widerlicher Populist und Reaktionär – hereinfiel. Wie kann man so jemand nur recht geben und loben! Nur die, die immer alles nachbeteten was sie sagte, bekamen gute Noten. Wer selbst dachte und anderes schrieb, war schlecht dran und kam nur auf 7 oder im besten Fall 9 Punkte (im alten Leistungskurs-System: Note 3 und 4). Dabei vermittelte gerade diese Lehrerin nicht-reaktionäre, linke Denkweisen, die an sich nicht schlecht sein müssen. Ambivalenter geht´s kaum.

Nur auf Umwegen erfuhr ich, dass einige Lehrer meine Mitarbeit auch schätzten. Aber warum sagen sie es mir dann nicht deutlich ins Gesicht??  „Die meisten machen nichts“ sagte ein Deutschlehrer mal zu mir. Mich verwunderte das. Für mich war es klar: ich wollte das Abitur haben und dafür tue ich gern was. Es ist ja nicht so, dass ich aus Unwillen oder gar Bosheit Mathe und Chemie und Physik nur bis zu einem bestimmten Punkt kapiert habe. Ist nicht meine Welt und das liegt nicht an meinem Geschlecht. Ich kenne genug Männer, die Naturwissenschaften hassen und darin schlechte Noten hatten.

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An dieser Stelle danke ich allen, die während meiner HKK-Zeit gut zu mir gewesen waren und mich nicht nur als „rätselhaft“ oder „Last“ empfunden haben. Gerne würde  ich Euch wenige wieder treffen. Möge es Euch gut gehen im Leben.

Die Zeit am Hermann-Kesten-Kolleg war auch eine wichtige Zeit für mich. Ich traf dort erstmals auf verschiedene Leute und eine freiheitlichere Schul-Gesellschaft. Trotz oben genannten Ärgers über die Geschichtslehrerin war der Umgangston und der Geist nicht reaktionär und nicht boshaft wie in der dreckigen Realschule im Landkreis Nürnberger Land (in den 1990er Jahren gab es dort mal eine Bombendrohung. Im Nachhinein denke ich mir es wäre gut gewesen, wenn diese drecks Schule in die Luft geflogen wäre. Zusammen mit all den reaktionären, autoritären, arroganten, ungerechten Lehrern und den mobbenden MitschülerInnen). Erstmals war ich längere Zeit in Gesellschaft von homosexuellen Menschen. Ich wußte vorher schon, was das war und hatte eine positive Einstellung zu ihnen. Zwar sind wir keine Freunde geworden, aber sympathisch waren mir dieser Mann und diese Frau schon. Und ein Hinweis an all die Tröten die uns immer wieder erzählen wollen, wie schädlich Homosexualität sei: nein, ich bin wegen des Kontakts zu den beiden nicht homosexuell geworden. Und ich bin auch nicht krank geworden. Später, als Redakteurin des Campusradios Jena habe ich das Queer-Festival in Jena unterstützt.

Na und da war noch die Träumerei und Verliebtheit zu einem Kollegen. Frech verwickelte ich ihn in der kleinen Cafeteria in Gespräche. Zwar erwiderte er mir meine Liebe nicht, aber er fühlte sich zumindest geschmeichelt. Zumindest ein kleines Stück Anerkennung war das.

Die Freude über die bestandene Abitur-Prüfung wurde leider wieder durch die beiden arroganten drecks Weiber, die pausenlos Mobbing betrieben, getrübt. Kein Wunder, die falschen Hündinnen kamen aus dem häßlichen Erlangen. Hoffentlich geht es beiden heute richtig schlecht. Aus der Stadt kann nur schlechtes kommen, das wußte ich seit meiner Ausbildung. Es ärgert und verwundert mich bis heute, dass der Englischlehrer die eine Kollegin nicht offen kritisiert hat: bei der Präsentation ihres Referats war sie eindeutig schlecht. So einen miesen Vortrag! Und die Leute, die ihre Sache gut machen, sollen dann die Mobbing-Prügel einstecken! Na danke auch! Auch bei erwachsenen Schülerinnen und Schülern steht der Lehrer / die Lehrerin in der Pflicht, Mobbern ein für alle Mal das Handwerk zu legen! Mobbing gehört bestraft wie Diebstahl oder Mord!

Aufgrund all der nicht aussprechbaren Schwierigkeiten, die es zwischen fast allen Kollegiaten und Kollegiatinnen gab, war die Abschlußfeier ein absoluter Reinfall. Die Schülerschaft war verpflichtet, die Feier selbst zu organisieren, weil in der Schule selbst, die nur 2 Stockwerke des ganzen Gebäudes inne hatte (die „Aula“ war nur ein etwas größeres Klassenzimmer), kein Platz war.Ich hielt mich raus, denn die anderen, angeführt von der menschlich größten Tröte, wußten ohnehin immer alles besser. Die „Abschlußfeier“ fand auf einer Art Partyschiff statt, das einem Bekannten des besagten übergescheiten Kollegen gehören sollte. Es gab nur das eklige Juppie-Bier Becks und warum während des Abends plötzlich ein Raum geschlossen werden mußte, war nicht klar. Eine andere Gruppe, die feiern wollte, kam nicht auf das Schiff. Schade. Die Zeit am HKK hätte einen würdevolleren und schöneren Abschluß verdient gehabt. Da waren die Feiern von vorherigen Jahrgängen, bei denen ich mitgeholfen hatte, schöner gewesen. Dort hatte ich auch ein paar nette Menschen getroffen, denen ich bis heute dankbar für den guten Kontakt bin.

Das Hermann-Kesten-Kolleg Nürnberg ist auf dem ehemaligen Firmengelände der Triumph-Adler-AG untergebracht. Außerdem gibt es dort Büros, ein Sushi-Restaurant, die Probebühne des Staatstheaters Nürnberg. Beim Zocken in der Cafeteria spielten sie um den Preis für ein Sushi-Essen. Ich mußte immer schmunzeln, wenn ich den Jungs beim Spielen zusah.

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Noch ein Stück Firmengeschichte der Stadt Nürnberg: das ehemalige Versandhaus Quelle. Seit einigen Jahren herrscht dort auch Stillstand. In meiner Zeit am HKK war auch der Niedergang des einstmals so erfolgreichen und bekannten Versandhauses: für 20€ wurde beispielsweise ein Paar Sportschuhe verramscht. Im Stadttheater Fürth gab es einen Abend eine Vorstellung nur von und für die Quelle-Mitarbeiter-/innen. Ob einfach nur das Anschlagen von Klangschalen, eine Wutrede auf die Firmenleitung, ein satirischer Song und Tanz für den Spott gegen die Firmenleitung – die Kreativität war beeindruckend, die auf der Bühne zu sehen war. Wohl hat das alles den Menschen auch geholfen, mit dem Verlust – nicht nur des Arbeitsplatzes – fertig zu werden. So wie bei anderen Firmen wie VW oder Siemens auch bildete sich bei diesen Beschäftigen im Laufe der rund 80jährigen Firmengeschichte auch eine feste Identität als „Quelle-Mitarbeiter-/in“ heraus. Man war stolz, dort zu arbeiten. Man war ein Mitglied, fast wie bei einer Familie. Und dann ist – Schluß….

Während meines Nebenjobs später bei der ThULB (=Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena) hatte ich mal ein Geo-Heft in der Hand, in der Menschen und ihre Beruf portraitiert wurden. Eine Quellemitarbeiterin war auch dabei gewesen. Ich kannte das Heft (Titelstory ging über eine Pferdeklinik), weil es damals mein Bruder gelesen hatte.

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Das ehemalige Versandhaus Quelle. Davor: die U-Bahn-Station Eberhardshof.

 

 

Wieder in Fürth… auf dem Steg Richtung Dr.-Mack-Straße und Südstadt.

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So. Nach einem kleinen Einkauf und rund 30 km Wegstrecke wird es Zeit für Kaffee und Torte in meiner Lieblingskneipe in der Gustavstraße und Kneipenmeile von Fürth.

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http://www.kaffeebohne-fuerth.de

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Die Kaffeebohne ist es auch, die etwas studentisches Flair (und bezahlbare Preise) in die Gustavstraße bringt. Denn Fürth ist keine Studentenstadt.

Warum gerade soviele Kneipen in dieser Straße, der Gustavstraße?

Nähert man sich aus westlicher Richtung der Altstadt Fürth (von der Billinganlage und Stadthalle aus), benutzt man eine alte Handelsroute. Alle Kaufleute kamen zuerst in der Gustavstraße an, als sie in Fürth ankamen. Und sie brauchten Essen und Unterkunft. Am Eck des Grünen Marktes gab es die Traditionswirktschaft „Goldener Schwan“ , für die sich jahrelang kein Pächter fand. Das erste Wirtshaus am Platze. Wie schade… jetzt werden Wohnungen draus, die wohl wieder kein normaler Mensch bezahlen wird können.

Ein Fürther Sprichwort sagt:

„Wer nix werdd, werdd Werd in Färdd.“

(Wer nichts wird, der wird Wirt in Fürth).

Das wenige, was im Laufe der Zeit von der Altstadt übrig geblieben ist: die „Michelskirche“, die Stadtkirche St. Michael.Wie die ehemalige „freie Reichsstadt Nürnberg“ auch evangelisch-lutherisch.

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Warum das Kleeblatt im Stadtwappen? (Die „Kleeblätter“ sind auch die Spieler der Spielvereinigung Greuther Fürth = SpVgg Greuther Fürth).

Die Stadt Fürth unterlag jahrhundertelang einer Dreiherrschaft vom Rat der Stadt Nürnberg, dem Markgrafen von Ansbach und dem Bischof von Bamberg. Wenn 3 Stellen das Sagen haben, kann sich eine Stadt nie wirklich entwickeln; was der eine will, gefällt dem anderen nicht. Die Bürger stöhnten, wenn sie 3x die selbe Steuer entrichten sollten. Das ist u.a. der Grund, weshalb sich Fürth nicht so kontinuierlich wie andere Städte entwickeln konnte. Möglicherweise ist diese ehemalige Dreiherrschaft auch der Grund dafür, dass die Mentalität nicht von großer Entscheidungsfreude und Sicherheit für Entscheidungen geprägt ist. Lieber zögern und abwarten, was sein wird…. Das schlecht organisierte Stadtjubliäum 2007 (1000 Jahre Fürth) paßt zu dieser Mentalität….

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Am Sonntag morgen frühstückte ich gemeinsam mit meinem guten Freund und Opernbegeisterten. Danach hieß es wieder Abschied nehmen von der Kleeblattstadt, die 10 Jahre lang mein Zuhause gewesen war. Vorher noch eine Stippvisite im Stadtpark Fürth. Ich habe bisher keinen vergleichbar schönen und gut zu erreichenden Stadtpark gefunden.  Die Gänse machen es vor, was man sonntags machen sollte: chillen. 😉

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Ich kann mich erinnern, dass in einem einzigen Winter der See zugefroren war und man eislaufen hatte können….

 

Wieder auf dem Pegnitztalradweg nach Nürnberg. Realsatire am Wegesrand : „Nürnberg, fahrradfreundliche Stadt in Bayern.“

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In der Sonne wurde es plötzlich warm, die Wolken schienen sich verzogen zu haben… am Mühlrad im Wiesengrund unterhalb des Scharrer-Gymnasiums brauchte man dann plötzlich keine Jacke mehr.

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Um 13.35 Uhr fuhr der Fernbus dann wieder ab Richtung Ruhrgebiet. Ich dankte meinem guten Freund für die Begleitung und dem schönen Opernabend. Und natürlich Chantal Eberle von Geiersberg, dass ich sie mal live kennenlernen durfte. Gerne wieder! Gut zu wissen, dass man jederzeit wieder in die alte Heimat fahren kann.

 

Ade Nürnberg und Fürth…

auf ein Wiedersehen!

(und das gilt auch für die Fränkische Schweiz, insbesondere Gräfenberg…)

http://www.fuerth.de

http://www.nuernberg.de

http://www.staatstheater.nuernberg.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann-Kesten-Kolleg

http://www.kubiss.org/hermann-kesten-kolleg/

 

Offener Brief an das Vermessungs- und Katasteramt Dortmund: Neuer Fahrradstadtplan

Foto: eigene Aufnahme von der Critical Mass vom 20. Mai 2016.

Sehr geehrte Damen und Herren des Vermessungsamtes der Stadt Dortmund,

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Sierau,

sehr geehrte Pressevertreter-/innen,

seit vergangenen Herbst wohne ich in Dortmund. Mein bevorzugtes Verkehrsmittel ist schon immer  das Fahrrad.  Fast jede Stadt gestaltet inzwischen einen eigenen Fahrradstadtplan, was durchaus Sinn macht: der Fahrradverkehr braucht andere Karten und Verkehrsinfrastruktur als der Autoverkehr. Der vorangegangene Fahrradstadtplan von 2009 war laut meiner ADFC-Kolleginnen und Kollegen nach kurzer Zeit ausverkauft.

Seit dem Jahr 2009 sind 7 Jahre vergangen.

Bereits im vergangenen Jahr 2015 sollte der Fahrradstadtplan der Stadt Dortmund erscheinen, wurde mir seitens der Stadt Dortmund auf Nachfrage mitgeteilt. Da leider im März 2016 immer noch nichts zu hören und zu lesen war, habe ich nochmals nachgefragt. In der Antwort-Mail wurde ich auf Mai 2016 vertröstet. Jetzt bin ich richtig verärgert, weil der Fahrradstadtplan, der für das Frühjahr 2016 angekündigt war, im Mai 2016 immer  noch nicht erschienen ist. Ich habe daraufhin vergangene Woche versucht, bei der Stadt Dortmund anzurufen. Eigenartige Resultate, wie man sie nur von privatwirtschaftlichen Betrügerfirmen, die was versprechen, was sie nicht halten, kennt, kamen dabei zutage.

Beim „Fahrradbeauftragten der Stadt Dortmund „(Telefon: 0231 5022522) ertönt ständig nur das Besetzt-Zeichen (Anrufzeit: ca. 14 Uhr). Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bürgerdienste können auch nicht viel machen, als meinen Anruf zu dieser Person weiterzuleiten, die offensichtlich ständig in der Mittagspause oder ständig auf Dienstreise ist. Beim Tiefbauamt (Telefon: 0231 5022522 und 5022668) war es ebenso. Ein Mitglied und Kollege vom ADFC sagte mir nun, dass nun das Vermessungs- und Katasteramt der Stadt Dortmund zuständig sei und er die zuständige Mitarbeiterin nicht erreiche. Schön.

Woran liegt es, dass der Fahrradstadtplan immer noch nicht erscheinen kann???

Ich selbst muß mich mit Einzelteilen des Plans von 2009 und einer zerfledderten Gesamtversion von 2000 zufrieden geben, weil kein Fahrradstadtplan mehr aufzutreiben ist.

Man muß wirklich den Eindruck haben dass Menschen, sobald sie die Ausbildung (und anschließend das Arbeitsverhältnis) zum Beamten/der Beamtin oder Angestellten der Stadtverwaltung Dortmund antreten, ihren Verstand an der Garderobe abgeben. (Ähnliches hört man beim Thema Radverkehr auch aus anderen Städten).

Ist es wirklich so schwer, mit Kolleg-/innen anderer Ämter oder Institutionen wie dem ADFC Dortmund zusammenzuarbeiten? Bei der Planung des Autoverkehrs wird doch mit Sicherheit auch das wahr- und ernstgenommen, was der ADAC sagt. Eigenartig, dass, so munkelt man, manche Mitarbeiter-/innen nicht auf den ADFC, der sich mit den Bedürfnissen des Radfahrers/der Radfahrerin am besten auskennt, zusammenarbeiten will. Nur weil man als Vermessungsbeamter  das im Raumplanungsstudium vielleicht mal anders gelernt als das, was der ADFC sagt, muß der Vorschlag des ADFC nicht falsch sein. Anders ist die Verzögerung des Erscheinens des Fahrradstadtplans und die verschnarchte Haltung der verschiedenen Ämter nicht zu erklären.

Ich selbst und auch mein Verein, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Kreisverband Dortmund (=ADFC Dortmund) begrüßt es natürlich, wenn immer mehr Leute Rad statt Auto fahren und sich diese Ausflugs-Broschüre „Rad & Tour“ gut verkauft ( http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-dortmund/aktuelles-aus-dortmund/aktuelles-versteckt/nachrichten-aus-do-detail/article/rad-tour-das-neues-fahrrad-magazin-fuer-das-oes.html ) . Diese Broschüre ist aus der Zusammenarbeit des ADFC Dortmund und den Ruhrnachrichten entstanden.

Allerdings ist dies keine Entschuldigung und Erklärung dafür, dass der Fahrradstadtplan Dortmund immer noch nicht in einer Neuauflage erschienen ist.

Denn beim Fahrradstadtplan handelt es sich um ein Werkzeug für den alltäglichen Radverkehr, nicht für den Sonntagsausflug. Es ist zu vermuten, dass dieses Bewußtsein für die Bedeutung und Wichtigkeit eines Fahrradstadtplans bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Dortmund noch nicht angekommen ist oder gänzlich fehlt. Beim Fahrradstadtplan handelt es sich um ein wichtiges Kartenwerk für den Alltag.

Wenn die Stadt Dortmund sich als „fahrradfreundlich“ bezeichnen will, muß sie noch viel tun: so auch ein aktuelles Kartenwerk veröffentlichen, bei denen nicht nur die Straßen und Plätze verzeichnet sind, sondern auch die möglichen Nebenwege, die für Radfahrerinnen und Radfahrer besser geeignet sind und vor allem auch die Gefahrenstellen (unübersichtliche Kreuzungen etc.) oder Steigungen deutlich erkennbar sind.

Radfahrerinnen und Radfahrer haben andere Bedürfnisse als der Autoverkehr und benötigen deshalb auch einen anderen Stadtplan. Die tägliche Blechlawine, die jeden Tag um den Borsigplatz und entlang der großen Hauptstraßen wie dem Südwall, Burgwall etc. rollt sollte jedem vernünftigen Menschen eine Mahnung sein, durch gutes Kartenwerk und bessere Infrastruktur (ebene, breitere und glassplitterfreie Radwege) mehr Menschen aufs Rad zu bringen. Denn es ist nicht glaubhaft, dass jede und jeder soweit von seinem Arbeitsplatz weg wohnen soll, dass sie oder er unbedingt ein Auto braucht. Es ist erschreckend und eigenartig, dass in vielen Hirnen offensichtlich immer noch die Vorstellung der Nachkriegsgeneration existiert, dass ein Radfahrer oder Radfahrerin ein armer Mensch sein muß, der sich kein Auto leisten kann, dass Autofahren „Wohlstand“ bedeuten soll. Dabei gibt es sehr viele Fahrradmodelle, die im Verhältnis so teuer sind wie ein Auto – und nicht nur mit denen man wunderbar zum Arbeitsplatz und zum Einkaufen etc. fahren kann. Wir schreiben das Jahr 2016! Und der Klimawandel ist mehr als deutlich spürbar.

Mit (nicht mehr lange freundlichem) Fahrradgeklingel

Angelika Steger, Dortmund

 

AKTUALISIERUNG: Mit über einem halben Jahr Verspätung gibt es nun den neuen Fahrradstadtplan. Es bleibt noch abzuwarten, wie dieser Plan nun bei den Leuten ankommt.

https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/nachrichtenportal/alle_nachrichten/nachricht.jsp?nid=426217

 

Ruhrgebietserkundung heute: der Ruhrtalradweg Hattingen > Essen

Nach soviel politischen und ernsten Themen in Sachen Radfahren heute mal ein paar schöne Bilder vom Ruhrtalradweg, den ich heute am Pfingstmontag erstmals befahren habe. Leider nicht ganz so wie geplant, weil ich aus unerfindlichen Gründen das ADFC-Tourenbuch „Ruhrgebiet West“ zuhause gelassen habe. So landete ich nicht wie geplant beim Baldeneysee sondern folgte dem Weg nach Essen-Steele (Steele? Ja, da war doch was, knurr…. https://fahrrad3gruen.wordpress.com/2016/05/01/hergestellt-fuer-aldi-muelheim-an-der-ruhr/ ) und von dort aus zum Essener Hauptbahnhof. Und juhuuu! Auch ohne Plan und Navigationssystem schaffte ich es ohne Probleme zum Hauptbahnhof. Im Buchhandel konnte ich keinen Fahrradstadtplan Essen entdecken, sehr wohl aber nun auf der Seite der Stadt Essen (also das Bestellformular). Und das, obwohl ich nach was anderem gesucht hatte.

Start der Tour: Bahnhof Hattingen an der Ruhr. Schön gemacht der Bahnhof, wirklich.Hat auch eine Art Café (oder ein Kulturzentrum) inne.

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Und ein paar Meter raus aus dem Bahnhof gibt es noch mal ein Eiscafé. Dort verdaute ich bei einer Tasse Kaffee erst mal den Ärger  über die vergessene Landkarte.

Die Ampelführung ist leider schlecht: am Ende der Zufahrtsstraße zum Bahnhof Hattingen gibt es keine Möglichkeit, den gegenüberliegenden Weg entlang der Straße zu erreichen (weil Leitplanken diesen Weg von der Straße abgrenzen inkl. einem Zaun). Man muß also zuerst dem Autoverkehr rechtsabbiegend folgen. Dann rechts einbiegen – und schon ist man auf dem Ruhrtalradweg.

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Mehrere Rad-Fernwege gehen hier entlang: der Ruhrtal-Radweg, die Dt. Fußballroute und die Route Industriekultur.

Zweimal muß man diese seltsamen Tore hier passieren. Zwar sind sie sogar zu öffnen (an der rechten Spitze des Dreiecks), wenn man auf dem Rad sitzt (dank Metallfedern ), aber leicht nervig ist es schon. Den Sinn des ganzen ist mir unbekannt.

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Bebauung an der Ruhr fast wie am Phönix-See Dortmund.

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Im weiteren Verlauf des Ruhrtalradweges werden einige Vorurteile gegen das Ruhrgebiet entkräftet: dass es kein Grün und nur Dreck gäbe. Mit Niedergang der Bergbauindustrie ist der meiste Dreck verschwunden.

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Die Flußbewohner-/innen sagen auch Guten Tag. Da drosselt man doch gern mal das Tempo…

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Auf zum Schwimmunterricht 😉

(…wenn die Menschen nur nicht im Weg wären. Und die komschen Sachen, die sie da an ihren Füßen haben… oder das komische Ding, auf dem die da sitzt und was Schwarzes in der Hand hat 😀

GÄNSEMARSCH

 

und dann… Gruppen-Schwimmunterricht! Eine ganze Flotte von jungen Gänsen!

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Gut escortiert von den Elterntieren…

 

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Für Landbewohner-/innen ungewöhnlich: eine Ampel am Wasser. Schleuse. (Wo genau, konnte ich nciht herausfinden).

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Auch eine interessante Idee, Teile des Turmes mit Glas auszukleiden. Ich mußte bei dem gelben Glas an was ganz anderes denken:  an den immer wieder verwendeten  Weihnachts-Fensterschmuck in meinem Elternhaus.

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Bald nach dieser Brücke habe ich ein handbemaltes und signiertes Tuch gefunden. Da ich selbst vor einigen Wochen eine eigens gehäkelte Mütze verloren habe (dass es niemand für nötig hielt, diese dem Fundamt zu geben ärgert mcih immer noch sehr) und den Wert von Hand-Arbeit kenne, zeige ich die Bilder des Tuchs hier. Der oder die Besitzerin darf sich gerne melden; soll wenigstens in diesem Fall ein handgefertigtes Stück wieder zur Besitzerin zurückkommen.

 

 

Ausblick auf die Ruhr (Bild wirkt dunkler als es tatsächlich gewesen war).

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Würde morgen nicht wieder der ’normale‘ Alltag losgehen, ich würde morgen den Weg noch mal fahren – und dann  aber zum Baldeneysee.

Alltagsbeobachtungen III

Bild: S. Schomäcker.

Vorgestern, Samstag der 14. Mai 2016.Ich bin auf der Heimfahrt vom Einkaufen. Neben den „üblichen“ nervenden Glasscherben auf den Wegen (die Leute, die Glas zerdeppern sollten zur Strafe mind. ein halbes Jahr lang zum Kehren der Straßen und Wege verdonnert werden!) sind es manchmal auch die Straßenbahnschienen, die eine Radlerin nerven. Vor einigen Jahren schon hatte ich eine erste Begegnung in Nürnberg damit. Mir zog es den Reifen rein, es war auch noch dunkel, weil es im Winter nunmal früher dunkel wird. Es kam grad keine Straßenbahn. Diesen Schrecken habe ich glücklicherweise überwunden. Spaß macht es dennoch nicht, wenn man auf der eigenen Strecke Straßenbahnschienen hat.

Ich fahre also die Straße entlang. Es sind nur ein paar wenige hundert Meter, die ich an den Schienen entlang fahre. Diese Straße ist schon allein so eng, dass ich der Bahn nicht ausweichen kann, Radwege: Fehlanzeige. Dann kommt auch noch ein Scherbenhaufen in meine Spur (also der lag schon da). Der Straßenbahnfahrer klingelt,  weil ich ihm natürlich zu langsam fahre. Dabei ist die Entfernung zwischen diesen Haltestellen wirklich nicht groß. Doch auf den Straßenbahnfahrer wartet noch ein größeres Hindernis, das sich außerdem gerade NICHT bewegt: ein genau an der nächsten Haltestelle parkendes Taxi. Knurr. Auch für mich ein Hindernis. Jetzt wird die Straßenbahnklingel schrill. Ich umfahre das nervige stehende Taxi galant und biege wie gewohnt rechts in den Platz ein, der der Haltestelle den Namen gibt. Doch wenn man glauben würde, jetzt in Ruhe weiterfahren zu können: Fehlanzeige. Wieder sind es  Taxis, die nerven. Diese Blechkisten parken legal um den Platz herum und warten auf Kundschaft. Das wäre alles nicht so tragisch – wenn genug Platz wäre! Denn es ist kein Platz. Ein „Radfahrstreifen“, der von sich aus schon nichts taugt, weil er viel zu schmal ist, läuft entlang der Taxi-Parkbuchten.

Es geht eine Fahrertür eines Taxis auf. Wie gut, wenn man noch nicht zu schnell fährt und rechtzeitig bremsen kann! Ein ander Mal steht die Taxifahrer-Baggasch einfach neben ihren Fahrzeugen herum – AUF DEM RADFAHRSTREIFEN. Ich hatte sie daraufhin weggeklingelt. Haaalllooooo! Ihr STEHT  AUF DEM RADFAHRSTREIFEN!!! UND Ihr seid nicht alleine auf diesem Platz!

Bisher gab es keinen Zusammenstoß. Aber dieser Platz kostet Nerven, sinnlos Nerven. Wenn auch nur die Hälfte der Taxis hier parken dürfte, wäre die Situation entschärft. Aber so… die Verkehrsregelung mit den „Radfahrstreifen“ und den Taxibuchten trägt nicht dazu bei, dass es ein gutes Miteinander im Straßenverkehr gibt. Es ist auch nciht ersichtlich, warum gerade an diesem Platz sooviele Taxis parken müssen.

Manche Leserin oder Leser mag über solche Vorkommnisse erschrecken und vom Radfahren in der Stadt abraten. So Rad zu fahren ist definitiv kein Spaß. Aber: weshalb sollte man sich das Radfahren von anderen verbieten lassen?? Man hat genauso ein Recht, die Straßen zu benutzen (und die gleiche Pflicht, Regeln zu beachten).

Auf diese Art und Weise Rad zu fahren erfordert zweifelsohne eine gute Übung im Radfahren, um deartige Hindernisse mit Coolness zu parieren. Denn Radfahren heißt nicht nur, sich auf dem Fahrrad halten zu können, sondern auch, mit dem Verkehr fertig zu werden (wie als Autofahrer-/in auch).

Was erschreckend und auch erstaunlich ist: dass große Teile der Bevölkerung es als selbstverständlich hinnehmen, dass es für   Fahrradfahrer-/innen diese Hindernisse gibt. Diese Menschen machen sich nicht im Geringsten Gedanken, was Radfahren in der Stadt bedeutet.Einfach nicht radfahren und sich „raushalten“ ist eben einfacher. Spätestens bei einem Verkehrsunfall Fußgänger-/in vs. Autofahrer-/in werden sie dann erst wach und die Situation schmerzhaft bewußt, wie eingeschränkt man von hauptsächlich dem Autoverkehr wird. Sich FÜR DAS RADFAHREN zu engagieren (z. B. bei Initativen wie „I Bike Nbg“ oder RadFairkehr oder dem ADFC) kostet eben Kraft und Zeit. Würden Autofahrer-/innen jeden Tag ständig solche Hindernisse bewältigen müssen (in der Fahrbahn parkende Autos, grobe Glasscherben oder sehr dicke Nägel, die auch Autoreifen schädigen) würde sofort Alarm geschlagen. Dutzende von Beschwerden würden an die Stadtverwaltung gehen und man würde fast postwendend nach Lösungen suchen und diese auch sehr bald umsetzen.. Beim Radverkehr wird dagegen im Schneckentempo gearbeitet. Sehr, sehr traurig – und kurzsichtig.

Der für das Frühjahr 2016 angekündigte Fahrrad-Stadtplan ist immer noch nicht erschienen. Und wir haben jetzt Mai !! 2016!!!

Offener Brief zur Sendung: „Ritzelzähler und Warnwestenträger“ von Ralf Homann in der Sendereihe „ZündfunkGenerator“ auf Bayern2Radio

Betrifft: Sendung „ritzelzähler und Warnwestenträger“ von Ralf Homann

in Bayern2Radio, Sendereihe Zündfunk Generator

Sendung: http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/politik-gesellschaft/argumente-gegenfahrradfahren-100.html

 

Sehr geehrter Herr Homann,

Ihre Haltung gegenüber den Fahrradfahrer-/innen und dem Radverkehr ist kurzsichtig und unreflektiert. Sie versuchen, Fußgänger-/innen gegen Radfahrer-/innen auszuspielen. Das ist dumm und vor allem: sinnlos und unfair. Die Argumente, die Sie gegen das Radfahren aufführen, sind Wasser auf die Mühlen der AutofahrerInnenlobby. Das haben Sie sich wohl nicht bewußt gemacht, bevor Sie mit der Sendungsplanung begonnen haben.

Ich kann nur erahnen, warum Sie wirklich gegen das Radfahren sind. Ich sage jetzt nicht was ich Ihnen gegenüber als erstes gedacht habe als Sie wörtlich in der Sendung sagten: „…deshalb: Radfahrer raus aus der Stadt.“ Da kommt mir echt das Kotzen und wütend macht es mich auch. Dann treten Sie doch den Stadtplanungsverantwortlichen in Dänemark und Holland gegenüber! Sind Sie so mutig gegen diese Leute, die für einen erfolgreichen Radverkehr IN DER STADT gesorgt haben, mit Ihren Argumenten entgegenzutreten?? DAS möchte ich als überzeugte Fahrradfahrerin (gendern ist übrigens nicht verboten, nur so nebenbei) und ADFC-Mitglied sehen und hören!!!

Möglicherweise nervt Sie an den Radfahrer-/innen manches miese Verhalten wie das Sich-Zwischen-FußgängerInnen-Durchschlängeln, auf dem Gehweg fahren oder knapp vorbeisausen. Weil Sie meist Fußgänger sind. Das nervt mich als Fußgängerin an manchen Radler-/innen auch. Aber woher kommt es? Nicht unbedingt daher, dass vielen RadlerInnen die Fußgänger egal sind. Man muß genauer hinsehen. Oft liegt es daran, dass die Wegführung für RadfahrerInnen derart ungünstig sind dass man gezwungen ist, zumindest ein paar hundert Meter lang auf einem Gehweg auszuweichen. Verlangen Sie mal von AutofahrerInnen ständig, dass sie eine Umleitung, die einen wesentlich längeren Weg und damit mehr Zeitbedarf bedeutet, IMMER fahren zu müssen. Da wäre das Geschrei groß.

Es ist auch schwach, dass Sie nur eine Studie aus der Schweiz zitieren. Im Sendegebiet des Bayerischen Rundfunks und im Rest der Republik befinden wir uns nicht in der Schweiz. Daher kann diese Studie für Städte in Deutschland kaum oder gar nicht herhalten. Und der wahre Grund dafür, dass junge Leute in der Schweiz die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen liegt weniger (oder gar nicht) daran, dass diese NutzerInnen öffentlicher Verkehrsmittel so gern Straßenbahn oder Bus fahren. Es liegt nur daran, dass sie kostenlos WLAN nutzen können. Und der Vertreter dieser Körperschaft des öffentlichen Rechts für Fußverkehr muß mächtig viel Zeit haben, wenn er für das Zu-Fuß-Gehen plädiert. Und immer einen Diener oder Dienerin, die oder der ihm die Sachen hinterherträgt. Nichts nervt mehr, wenn man z. B. Seine Einkäufe von der Haltestelle nach Haus schleppen muß. Außerdem ist man als NutzerIn öffentlicher Verkehrsmittel immer von einem Fahrplan und Abfahrtsort abhängig. Das nervt und kostet sinnlos Zeit.

Bevorzugen sie wirklich öffentliche Verkehrsmittel und Fußgänger-Sein?? Also volle Bahnen, stickige Luft und oft genug unfreundliche und boshafte andere Fahrgäste, die immer was zu nörgeln haben?? Ich nicht! Ich bin heilfroh, wenn ich mal nicht die Straßenbahn oder Bus nehmen muß! Und manchmal fehlt einem auch das nötige Kleingeld für öffentliche Verkehrsmittel (schwarzfahren ist auch keine Alternative).

Wer wenig Geld hat nimmt sich bei längerer Abwesenheit von zuhaus was zu Essen mit – und das ist ein Stück Gewicht, dass das Fahrrad besser trägt in der Satteltasche als der Rücken (auch wenn man das Rad mit eigener Kraft vorantreiben muß).

Heute abend werde ich im Nachbarort ein Laientheater besuchen. Die Nahverkehrsverbindung zeigt mir 7 Laufminuten an. Das dauert mir zu lange, weil auch nicht gesagt ist, ob ich es gleich und damit rechtzeitig finde (in diesem Ort ist idiotischerweise heute noch die Veranstaltung „Autofrühling.“) Nach dem Theaterstück werde ich dank Fahrrad schneller beim Bahnhof sein – und nicht zu selten habe ich oft noch einen früheren Zug dank Fahrradfahren bekommen und mußte keine Stunde dumm an einem blöden (Provinz)bahnhof rumsitzen. Radfahren ist sinnvoll, auch weil es ein guter und immer vorhandener (weil fahrplanUNabhängiger) Zubringer zum Bahnhof ist.

Wohl haben Sie sich nur Gedanken gemacht, was Sie an Radfahrer-/innen nervt. Warum machen Sie sich nicht Gedanken darum, was Sie an AutofahrerInnen nervt?? DAS Verhalten von Autofahrer-/innen ist wirklich nervend und oft genug auch tödlich!! Denn AutofahrerInnen sind die stärksten Verkehrsteilnehmer-/innen – und sollten sich gerade dies bewußt machen, um eben NICHT andere zu gefährden. Wie oft bin ich als Radfahrerin schon aus dem Autofenster heraus angeschrien worden. Leider hatte ich aufgrund der Überraschung keine passende Gegenwehr bereit. Der Polizei, vor allem der bayerischen ist das scheißegal. Auf die kann man pfeifen. Den Schaden, manchmal den körperlichen aber vor allem den psychischen hat die oder der Radfahrer-/in. Im Laufe der Jahre läßt sich eine Radikalisierung als Radfahrerin nicht vermeiden, vornehm ausgedrückt (wobei ich auch genug anständige AutofahrerInnen kenne).

Es wird immer nur auf die RadfahrerInnen geschimpft, als ob es nur rücksichtslose Fahrradfahrer-/innen gäbe. Es muß endlich in die Köpfe rein dass a)die rücksichtslosen Radfahrer-/innen auch andere RadlerInnen nerven und b)es keine Allgemeinverurteilung geben darf.

Und noch was zum Erscheinungsbild des Radfahrers (meist ist dieser männlich bei dieser Sache), das Sie kritisieren:

  1. Es wird auch in Radfahrer-/innenkreisen gern mal über die Funktionskleidungs-Träger gespottet. Eigentlich ist diese Kleidung für lange Distanzen des Radfahrens gedacht, also für Rennen oder Radreisen. Es sieht – da gebe ich Ihnen recht – seltsam aus, wenn solche Leute dann die Kleidung auch im Alltag tragen. Ist eben eine Frage, in was man sich wohlfühlt oder ob man meint, einem vermeintlichen Trend folgen zu müssen. Ich schmunzel drüber. Die müssen auch Geld haben, denn diese Kleidung ist teuer (und nicht unbedingt umweltfreundlich, weil Kunststoff) – was dafür spricht, dass eine bestimmte Gesellschaftsgruppe diese Kleidung gern trägt. Kleine Anekdote: bei einer Radtour durchs Schwarzatal in Thüringen wurde ich öfter verwundert (vielleicht sogar entsetzt) angeguckt, weil ich – ach KEINE Funktionskleidung – trug. Haha. Weil ich mich nach einem kurzen Ausprobieren von Funktionskleidung vor 10 Jahren dann doch für ’normale‘ Alltagskleidung entschieden habe: weil ich mich darin eben wohler fühle.
  2. Die ganzen Nerds wie Fixie-Fahrer (meist männlich) : man kann sie belächeln, über sie lästern. Ich war letztes Mal selbst in so einem Nerd-Laden, aber nur deshalb, weil dieser Laden im Auftrag einer Initiative ein Lastenrad verleiht. Sie werden es nicht glauben: manche dieser Nerds schauen auf solche schnöden und einfachen Radlerinnen wie mich herab. Doch es kümmert mich nicht. Ich sehe sie als gleichberechtigte an, weil sie ebenso für das Radfahren sind wie ich, manchmal sogar noch extremistischer. Es gilt eben das Nürnberger Sprichwort: „Der Herrgott hat ann großn Diergaddn.“ (Der Herrgott hat einen großen Tiergarten).

 

Außerdem: Fahrradfahrer-/innen SIND UMWELTFREUNDE UND -FREUNDINNEN. Auch wenn ein asphaltierter Weg auch schöner zu befahren ist als ein „naturbelassener Weg.“ Ein Radweg versiegelt weniger Fläche als eine Autostraße! Gut, über die Mountainbikerei kann man diskutieren, ob man jetzt unbedingt in den Bergen mit dem Rad rumfahren muß. Ich selbst fahre kein Mountainbike.

Gerne dürfen sie Fahrradfahrer-/innen kritisieren, Herr Homann. Aber dann bitte mit fundierterer Recherche und ohne verschiedene Gruppen – wie hier Radfahrer-/innen gegen Fußgänger-/innen – gegeneinander auszuspielen. Gut ist, dass Sie eine Vertreterin des ADFC mit in den Beitrag genommen haben.

Tip: fahren Sie doch mal mit einem ADFC-Mitglied durch Ihre Heimatstadt. Sie werden die ganze Vekehrslandschaft mit komplett anderen Augen sehen. Für die gute Hose oder den guten Rock gibt es ganz un-nerdige Schtzmöglichkeiten von der Kette. Und Sie müssen auch nicht das schleppen, was Sie dabei haben.

Mit freundlichem Fahrradgeklingel

Angelika Steger

„Hergestellt für ALDI Mülheim an der Ruhr“

…und dann wird „Mülheim“ auch noch ohne „h“ geschrieben!

Meine Eltern waren Aldi-Süd-Einkäufer. „Mülheim an der Ruhr“ war für mich ein abstrakter Begriff, eine Stadt, irgendwo weit weg im Westen dieses Landes.

In den vergangenen Wochen habe ich immer wieder was vom „Radschnellweg Ruhr“ = RS1 gelesen. Heute wollte ich das fertige Teilstück davon einmal testen – und der RS1 beginnt in dieser Stadt „Mülheim an der Ruhr.“

Leider ist dieses Teilstück auf der KOMPASS-Karte (Verlagsname) nicht ausgezeichnet. Ich werde mir demnächst die Karte „Ruhrgebiet West“ vom ADFC besorgen müssen. Schön, dass der RS 1 gleich am Hauptbahnhof von Mülheim losgeht, Ausgang auf der Seite der Radstation.

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Die Radstation befindet sich links neben dem rondellförmigen Ein-/Ausgang zum Hbf Mülheim.

Wenn man meist in fahrradfeindlichen Städten gelebt hat, in denen die Radfahrerin und der Radfahrer als lästiges Insekt betrachtet wird, das man als AutofahrerIn am liebsten totschlagen möchte kann man kaum glauben, dass diese Auffahrt nicht für Autos, sondern für Fahrradfahrer gedacht ist (auch wenn sie für stinkende Blechkisten natürlich breiter sein müßte). Hier die Beschilderung am Beginn der Auffahrt zum RS 1.

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Die Auffahrt wie bei einer Auto-bahn, aber eben für FAHRRADFAHRER-/INNEN!

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Und dann der RS1. Nicht überall so schön breit und geräumig, dennoch… wenn man das zum ersten Mal sieht mag man gar nicht glauben dass es auch Wege gibt, auf denen Fußgänger-/innen und Fahrradfahrer-/innen genug Platz finden, damit es nicht ständig Krach gibt.

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Blick in Fahrtrichtung Essen.

 

 

Hier soll es einmal weitergehen… eine Durchquerung des gesamten Ruhrgebietes soll der RS1 einmal sein. Hoffentlich geht es bald weiter!

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Auf der Strecke.

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Links die aktive Bahnstrecke, der Radschnellweg 1 läuft hier auf einer ehemaligen Bahnlinie. Bahnfans, die hier radeln sei empfohlen, nicht nur die Fotokamera mitzunehmen sondern auch Werkzeug und wenn vorhanden, den Fahrradanhänger zum Elektroangetriebenen Fahrrad. Denn am Wegesrand befinden sich immer wieder alte Steine mit km-Angaben sowie eine alte Signalanlage. Das macht sich richtig schmuck im eigenen Bahnfan-Garten!

Ähnlich wie auf der Autobahn finden sich unterwegs Wegweiser. Allerdings im Boden eingelassen. Kluge Sache.

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Und das hier ist ein Beispiel für eine Ausfahrt.

Es ist auch bei stärkerem Radl- und Fußgängerverkehr wunderbar, auf dem RS 1 zu fahren. Man kann das Rad rollen lassen, ohne dass man ständig auf Hindernisse oder Abbiegungen achten muß. So bekommt man beim Radeln den Kopf frei, kann belastendes besser verarbeiten!

Auf den roten Quadern ist meist eine Bank angebracht. Und hier der Name der ehemaligen Bahnstrecke.

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im weiteren Verlauf ist der RS 1 leider nicht mehr asphaltiert, auch die Fußgängerspur fehlt. Aber gut, wenigstens ist er weiterhin ein einigermaßen breiter Weg.

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Vorbei am künstlich angelegten Niederfeldsee.

Wer sich für den ganzen Geologie- und Landschaftsbaukram interessiert, ist bei dieser Tafel richtig.

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Durch dieses rote Tor muß man fahren…

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Doch kurze Zeit später gibt es auf der rechten Seite des Sees 2 weitere rote Tore.

Ist ja schön, wenn so ein roter Rahmen konstruiert wird. Allerdings fand ich das verwirrend. Es sieht von vorne aus wie ein Tor, das man durchfahren kann. Eine Auffahrt führt dorthin.  Doch man kommt nur zu einer Aussichtspalttform. Das „rote Tor“ ist auf einer Art Aussichtsplattform und man würde gegen den Zaun prallen, würde man auf das Tor zufahren. Unterhalb des einen „Tores“ ist der Abhang zum einen Teil des Sees. Gegenüber am anderen Ufer ist der andere rote Rahmen. Könnte man glatt eine Seilbahn darüber spannen! 😀

Und dann ist auch schon wieder Ende mit dem RS 1... bzw. der bisherige Anfang. Kurz vor Essen…

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..und dann ist wirklich das Ende, bzw. der Anfang des Ruhrschnellweges 1 erreicht.

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Eine freundliche Radlerin, die mich Karte studieren sah gab mir Auskunft. Ich wollte noch wenigstens bis Bochum weiterfahren – denn die paar Kilometer auf dem RS 1 , das ist wirklcih ein Witz für Sonntag nachmittag. Ich sollte nach Essen-Steele fahren und dann würde ich den RuhrRadweg Richtung Bochum und Dortmund erreichen. Es hörte sich einfacher an, als es dann wirklcih war.

 

Die Wegemarkierung hörte an der Luegstraße auf.
Hier die letzte Wegmarkierung am Eingang der Luegstraße.

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Nach ein paar Mal Hin- und Herfahren war es mir dann zu blöd, noch weiter bergab ins unbekannte zu fahren, um dann doch wieder umzukehren. Die Wegeauskünfte von 2 Hundespaziergängerinnen waren nicht hilfreich. Gefrustet bin ich dann wieder zum Essener Hauptbahnhof zurückgekehrt (glücklicherweise ohne Stadtplan gefunden).Ich steige nicht gern in Essen Hbf ein, weil es nervendaufreibend ist, wer sich dort alles rumtreibt und die Wege für die Reisenden blockiert.  Auch das Navigationssystem des Mobiltelefons nutzte nichts, weil das verdammte Ding kein GPS-Signal fand. Wenn hier jemand aus Essen mit guten Fahrradwegekenntnissen diesen meinen Beitrag liest, darf sie oder er gern kommentieren und mir Tips für meine nächste Tour von Mülheim nach Essen auf demRS1 und dann weiter nach Bochum – Dortmund geben. Die Krux ist (mal wieder), durch die verdammte Stadt zu kommen.

Ich werde wohl in der nächsten Zeit ein ganzes Arsenal an (Fahrrad-)stadtplänen von Städten in NRW haben. Damit solche sinnlosen Irrfahrten von 1 Stunde nicht mehr sein müssen.

 

Das Projekt Radschnellweg Ruhr:

http://www.rs1.ruhr/radschnellweg.html

 

Die Petition für eine zügigere Umsetzung des Fortbaus des RS1:

Nur noch wenige Tage zum Unterschreiben! (1.05.2016 aktueller Stand)

https://www.adfc-nrw.de/aktuelles/petition-rs1.html

 

 

Das Lastenrad fetzt!

Vor einiger Zeit hatte ich über meine erste Fahrt mit dem Lastenrad (= Cargobike) Rudolf berichtet ( https://wordpress.com/post/fahrrad3gruen.wordpress.com/977 ) und wie gut es sich fahren ließ. Seitdem habe ich es immer wieder ausgeliehen, meist für den Getränkekauf. Man kann mit dem Ding erstaunlich schnell fahren.

Dann hatte mich mal einer derjenigen, die das Lastenrad ausleihen, angesprochen, dass es ein Lastenradrennen = Cargobikerennen geben werde und ob ich nicht mitmachen wolle. . Ich war erst verwundert, denn bei einem Lastenrad denkt man nicht an Rennen (bei schlanken dünnrädrigen Fahrradtypen schon). Bei der SPEZI (www.Spezialradmesse.de) in Germersheim/Rheinland-Pfalz hatte ich vor Jahren schon mal verschiedenste Radtypen ausprobiert. Mein Touren-Liebling ist das Liegerad Flux C500 (das ich haber nicht bezahlen kann, nicht mal gebraucht).  Ich bin offen für solche Rad-Verrücktheiten. Also meldete ich mich an. Das schöne ist, dass im Voraus von den Veranstalter-/innen betont wurde, dass es nicht ums Gewinnen, sondern um den Spaß ging. Das war genau richtig.

Die Woche kam, an deren Ende das Rennen mit den scheinbar behäbigen Lastenrädern stattfinden sollte. Leider plagt mich genau in dieser Woche sinnlos eine Pollenallergie, worunter die allgemeine Fitness litt. Dennoch, ich wollte fahren.

Freitag 15. April 2016, 13 Uhr: nach der Registrierung und Startnummernvergabe ging das Rennen los.

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Ich bekam den roten Rudolf geliehen. Die anderen hatten z. T. ihre eigenen Lastenräder dabei. Die Helmpflicht nervte etwas, denn ich fahre mit sowas häßlichem nicht (und mein Verein, der ADFC ist nicht umsonst gegen eine Helmpflicht: http://www.adfc.de/helme/seite-1-die-position-des-adfc ), das den Kopf nicht vor dem schützt, vor was er geschützt sein soll, nämlich Windzug und das drauffolgende Kopfweh sowie Regen. Nein danke, ich bin keine Soldatin und fahre und renne als solche NICHT herum. Es war auch witzlos, dann einen geliehenen zu tragen, der mir viel zu locker saß, weil ich eben einen kleineren Dickkopf habe, aber was soll´s …. hier paßte ich mich eben den allg. Regeln an, auch wenn es mir vorher schon leid tat, wie scheiße ich mit dem Ding aussehen würde auf all den Pressefotos. Ich sah zu, das alles erst mal zu vergessen und mich auf das Rennen zu konzentrieren.

Wow, ich nahm an einem Rennen teil… und endlich mal mit etwas, was ich freiwillig machte und nichts, wozu man gezwungen wird (die sinnlosen, beschämenden Bundesjugendspiele und den dummen, weil schlecht und einseitig gestalteten Schulsport). Dennoch, zu meiner Verwunderung war ich aufgeregt wie vor einem Auftritt auf einer Konzertbühne. Und, schnauf, alle anderen Teilnehmer waren Männer. Mal sehen…  Aber jetzt gab es kein Zurück mehr. Nichts da, jetzt wird mitgemacht.

Der Shimano-Moderator zählte herunter, dann ging es los. Die anderen stürmten voran, ich kam erst nicht los, weil derjenige, der das Rad vor mir hatte, den großen Gang drin gelassen hatte. Aber dann schoß auch ich los!

Die Rennstrecke war ein Parcour in der Nähe der Reinoldikirche, etwa in einem Oval gehalten. Nicht lang, aber dafür mit einer Kurve und einem Hindernislauf, d. h. man mußte „Verkehrshütchen“ im Slalom umfahren (rechts im Bild). Dann eine Linkskurve und zurück zum Anfang. Noch dazu gab es Rillen und Straßenbahnschienen, die nicht ganz so zubetoniert sind, wie man es gerne hätte…  Das erforderte Geschicklichkeit. Gut, dass man die Strecke vorher einmal in Ruhe abfahren hatte können.

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Beim Verkehrsunterricht und Prüfung in der 4. Klasse hatte ich mich damals geärgert gehabt, manche Hindernisläufe nicht bewältigt zu haben. Leider gilt schon von frühester Kindheit an dieses scheiß verdammte Leistungsprinzip, weniger oder gar nicht die Freude und der Spaß am Fahren oder eben an der sportlichen Bewegung. Und dann wird gemotzt und von Autoritäten mit Nachteilen gedroht (Schulleitung, Lehrer-/innen, Eltern) wenn Schüler-/innen keinen Bock mehr auf das depperte Geräteturnen und ähnlichen Müll haben. Haallo! Es gibt noch mehr Sportarten und -sparten als diese dumme, erniedrigende Leichtathletik! Schon aufgewacht, bayerisches Kulturministerium???

Aber klar, mit Noten korrigiert diffamiert und schikaniert sich noch leichter, vor allem beim Schulsportunterricht, dafür habe ich für die Lehrer-/innen, vor allem für die Sportlehrer-/innen  in Bayern vollstes Verständnis.

 

Doch zurück zum Lastenrad-Rennen!

Eine Runde wurde ohne Last gefahren. Dann mußte man 2 Packen Zeitungen, 1 Kasten Wasser und eine Paketrolle aufladen. Das gab dann schon mal ein Gedränge, bis man wieder loskam… aah, und den Lieferschein (rechtes Bild) nicht vergessen! So wie im richtigen Fahrradkurier-Leben eben 😉

 

Vor allem die Rolle wollte gut verstaut sein. Ich schaffte es, sie unterwegs nicht zu verlieren, was andere, die beim Laden schneller gewesen waren, taten. Mit Ladung waren 2 Runden zu fahren. Und hey, ich schaffte es! Ich kam ins Halbfinale! 🙂

Ein paar der Fahrer, die noch auf ihren Start warteten, applaudierten mir, einer lobte mich: „Dein erstes Lastenrad-Rennen?“ – ich bejahte. „Wow , Respekt!“ Ich freue mich so sehr über dieses Lob…

Die Aufregung forderte aber ihren Tribut und ich wünschte, ich hätte eine Banane dabei gehabt.. die Ruhe des anderen Fahrers, zwischen den Runden noch ein Brot zu essen, hatte ich nicht.

Danach kam die 2. Runde, ich hatte erst mal Pause. Aber dann kam das Finale… und da verließ mich leider Kraft und auch ein Teil des Mutes. Man darf eben nicht bewußt oder unbewußt an bestimmte Sachen denken, die beim Fahren stören könnten, sonst sind sie wirklich ein Störfaktor. Nur die ersten 3 gewannen, ich kam als 5. ins Ziel. Aber was soll´s es hatte mir großen Spaß gemacht. Und unglaublich, was das bißchen Fahren – also auf die Länge bezogen – an Kraft kostet.

Ein kleines Video zum Lastenrad-Rennen

ohne Elektromotor gibt es hier:

(Datei mit dem Anhängsel     Datei Z120806.mp4

https://www.dropbox.com/s/3ccnpyyt7amm2s5/WP_20160415Z120806.mp4?dl=o

Mit Elektromotor:

Datei: mit Anhängsel:     „Z114653.mp4“

https://www.dropbox.com/s/3ccnpyyt7amm2s5/WP_20160415_114653Z.mp4?dl=0

 

Die Räder mit E-Motor hier:()

https://www.dropbox.com/s/o3rac5ign5nu4yk/WP_20160415_120806Z.mp4?dl=0

 

 

Weitere Rennen fanden statt: Pedelecs und Lastenräder mit E-Motor-Unterstützung. Und Mehrspurer. Der Kuriosität an Fahrrädern war keine Grenze gesetzt.

 

Besonders witzig: Das Rad mit dem Sonnenschirm, eine „Christiania.“ Wow, wie der Fahrer das Ding so schnell um die Kurve lenken konnte! Das Ding hat eine gerade Stange als Lenker, man spürt die Ladung beim Lenken sehr deutlich. Das macht die Schwierigkeit aus. mit dem Ding zu fahren… mir ist der rote Rudolf lieber, der läßt sich wenigstens gut lenken, ohne dass man das Gefühl haben muß, immer auch das Gewicht der Ladung „mitzulenken.“

Der „Planwagen“, das war die einzige 2. Frau, die überhaupt beim Lastenrad-Rennen mit dabei war. Ich gratulierte ihr nachher: sie hatte ebenfalls ein anspruchsvolles Fahrzeug, einmal bekam sie auch nicht ganz die Kurve (was dann bei der Moderation leider zu einem sexistischen Kommentar geführt hatte – wohl war dem Sprecher nicht bewußt, was er da für einen Blödsinn verzapfte, er wollte einen Witz machen – aber es ist nunmal nicht witzig, wenn man jemand wegen ihres oder seines Geschlechts bezichtigt, etwas nicht zu schaffen!). Das Gute war, dass sie den 2. Platz in der Kathegorie Mehrspurige Lastenräder gewann. Herzlichen Glückwunsch, Turkan! (Pardon, wenn der Name falsch geschrieben ist).

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Und das waren die Trophäen: Die goldenen Pedale. Dazu gab es Abus-Lenkertaschen und für den ersten Sieger eine große Flasche Sekt.

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Siegerehrung Lastenrad mit Muskelkraft

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Siegerehrung bei den Mehrspurern. Und die 2. Frau des gesamten Rennens auf dem 1. Platz! 🙂

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Turkan war dann doch auf dem 1. Platz… einem Rennfahrer ist leider die Kette gerissen gewesen. Echt schade und doof, wenn einem sowas passiert….

 

 

Hier noch eine Auswahl an Fahrrädern, die beim Rennen mit dabei waren oder einfach nur als Besucher-/innen mit dabei waren. Wenn das Lastenrad nur nicht so teuer wäre für einen schlanken Geldbeutel. Es fährt sich leichter als mit Hänger hinten dran.

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Der Mercedes unter den Fahrrädern: Riese und Müller Lastenrad mit Elektronantrieb.

 

 

Der Fahrer dieses Rades (mit der Startnummer 3) hat sich aufgrund der hohen Preise für Neuräder aus Metall aus Bambus selbst ein Lasten-Rad gebaut. Ich staune darüber, wie gut das hält… und wie es den Regen aushält, die Feuchtigkeit… echt eine Leistung, sowas zu bauen. Hm….ich glaube, mir wäre Metall trotzdem lieber…

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ein Lastenrad hatte sogar so schmale Reifen, die an Rennrad-Reifen erinnerten. Kein Mensch denkt bei Lastenrädern an solche Reifen! Der Hammer.WP_001842.jpg

 

 

 

ein anderes Rad sah aus wie ein Postrad mit elegant geschwungenem Rahmen.

 

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„Mein“ Rad, der rote Rudolf, der bei der Initiative VeloKitchen, bzw. VeloCityRuhr ausgeliehen werden kann.Im Hintergrund die Ladung (Zeitungspakete, Rollen, Wasserkästen).

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…und wenn die Beine und Füße nicht mehr wollen, wird eben mit Händen und Armen und Schultern gefahren. Fertig. Ein Zuschauer.

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Danke an die VeloKitchen, Plan B und allen, die das Lastenrad-Rennen (Cargobike-Rennen) in Dortmund an der Reinoldikirche möglich gemacht haben! Gerne wieder… 🙂

RIDE ON!!!

 

http://www.ebike-festival.org        –      http://www.dein-rudolf.de       http://www.velokitchen-dortmund.de

Suchen – und finden?

Wettertechnisch wurde für den heutigen Tag empfohlen, man solle es sich zuhaus gemütlich machen. Wind und auch Regen würden die Ausflugslaune verderben. Da ich gestern zuhaus geblieben war, wollte ich dennoch los. Das erste Mal gen Norden nach – ja genau dorthin, wo es auch so schön Flachland hat, das Münsterland!

Das erklärt teilweise auch, warum Münster als „Fahrradhauptstadt“ bezeichnet wird. In 50 Minuten ist man dort mit dem Zug, es gibt eine direkte Verbindung und eine, die über Hamm führt.

Der Hauptbahnhof Münster macht einen recht schnieken Eindruck. Klar, man ist eine Universitätsstadt (ob die Nebenbahnhöfe, also die kleinen, genauso grausig sind wie in Jena?) Allerdings wird momentan gebaut, weshalb es beim Zugang zu den Gleisen keinen Zugang zur Innenstadt gibt. Deshalb auch auf der geschlossenen Seite des Gleiszugangs die Schließfächer, die wie eine undurchdringliche Wand wirken, die keine Zauberkraft und keine Menschen- oder Maschinenkraft beiseite fegen kann. Das verwirrt. Erst auf dem Rückweg wurde mir klar, dass die Innenstadt und die Straße, auf der ich zur Promenade wollte, eben auf der verschlossenen Seite des Hauptbahnhofs war.

Den Wind spürte ich, sobald ich aus dem Zug ausgestiegen war. Hut festhalten! Es war unmöglich, einen Stadtplan entfalten und betrachten zu wollen. auf der Hinfahrt hatte ich noch bedauert, einer ehemaligen Chorkollegin  aus Jena nicht Bescheid gesagt zu haben, dass ich nach Münster komme, sie stammt von dort. Und dann steht sie plötzlich neben mir, sagt „hallo“ und wir umarmen uns. Was für schöne Zufälle es doch gibt. 🙂 Ihre Freundin, die sie gleich treffen wolle, könne mir noch besser Wegauskunft geben. Und dank dieser netten Frau fand ich dann die Promenade, die sich wunderbar entlang radeln läßt. (Zitat der Zucchini Sistaz beim JazzFestival der TU Dortmund: „Ohne Fahrrad geht in Münster gar nichts. Deshalb haben wir uns auch ein Tandem angeschafft, unsere Instrumente drauf geladen und sind dan auf der A1 entlang gebraust.“ – Ich hatte so lachen müssen 😉 eine der besten , weil lustigsten Anmoderationen auf dem ganzen Festival! http://zucchinisistaz.de/ensemble/ ).

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Und nein, das ist keine Autostraße. DAS IST EIN FAHRRADWEG.

Die Prommenade in Münster.

 

Nach etwa 2 km ist man am Schloß. Eine unerwartete Biegung auf eine Straße, die sich als richtig erwies (aber falsch aussieht, wenn man den Weg nicht kennt), führt dann zum Schloßtor. Unterwegs trifft man auf das, was man leider in jeder traditionalen Universitätsstadt hat: das Haus von Pappnasen, die heute noch rumlaufen, als ob sie 1848 auf dem Gebiet, das heute Deutschland ist, leben würden. Außen an der Häuserwand prangt ein Wappen, meist mit weiß/farbigen Hintergrund (z. B. grün weiß) und einem Buchstaben in Kunstschrift mit Ausrufezeichen.Damals waren deren Ideen zu Recht hochmodern (gemeinsames Land statt Fleckerlteppich). Doch hallo Leute, die Zeit ist weitergelaufen! Heute im 20. und 21. Jahrhundert sind die Ideen dieser Gruppe reaktionär, chauvinistisch. Nein, eine moderne Gesellschaft braucht diese geschlossenen Männervereine nicht. Wer unsicher ist, orientiere sich doch bitte nicht an den  Ewig-Gestrigen! Gibt doch heute viele Möglichkeiten, im Gegensatz zu früher. Aber selber denken, ob das, was man macht richtig oder falsch sei oder was dazwischen, das  ist eben anstrengender als irgendjemand oder einer Ideologie nachzulaufen.

Der mistige Wind wehte mir den Hut einmal erfolgreich vom Kopf. Warum trägst du auch einen Hut beim Radeln? Ganz klar, weil der Filzstoff  am besten den Regen abhält! Außerdem ist man unter dem Hut nicht so naß wie oben drauf nach einiger Zeit des Tragens. Ich fand ihn wieder, er war nur auf dem Abhang neben der Promenade gelandet. Jetzt band ich das Band am Hut, das eigentlich den Hut am Kopf halten sollte, noch am Schal fest. Es funktionierte.

Der Eingang zum Schloß. Was macht man, wenn man kein Museum gestaltet? Richtig, man packt was öffentliches rein. In einer anderen Stadt ist das Amtsgericht im Schloß drin. In Münster ein Teil der Uni samt Botanischen Garten neben dran. Da fühl ich mich im Schloßgarten gleich noch mal wohler als Friedhofsgärtnerin.

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Im Hintergrund sieht man die Werbefahnen der Westfälischen Nachrichten und von Antenne Münster. Sie richteten heute das öffentliche Ostereiersuchen im Schloßpark aus. Schöne Idee. Ich machte mich auch auf die Suche.Allerdings fand ich kein einziges Ei. Ich fand nur leere Kuhlen und vor allem : Flaschen und anderen Müll.

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Alte Weinflasche am Spieß.

 

 

Es ging mehreren Leuten so, für Kinder eine noch wesentlich größere Enttäuschung, dann doch nichts zu finden außer eben Müll. Leider gab es auch immer wieder dieses Bild:

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Ein abgebissenes Stück Ei, wieder hingeworfen. Das ist unfair gegenüber den anderen Sucher_innen! Es kann zwei Ursachen haben, warum Leute, die nicht ganz pünktlich im Schloßpark waren, keine Eier mehr finden konnten: entweder die Menschen haben sich nicht an die Regeln gehalten (nur 5 Stück Eier pro Person) oder es waren zuviele Leute für die Anzahl von Eiern im Park.  Nach ca. 30 Minuten gab ich auf und machte erst mal Mittag. Noch konnte man draußen sitzen….

 

 

 

 

Was ich zu meiner Überraschung auch gefunden habe: einen blühenden Rhododendron mit weiß-rosa Blüten. Und das am Ostermontag den 28. März 2016. Unglaublich. In der Ausbildung hatten wir noch gelernt, dass die Blütezeit des Rhododendron im Mai bis Juni ist (Foto leider etwas zu hell für die Blütenfarbe).

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Außerdem gefunden: einen weißen Wollhandschuh – direkt vor dem Schloß.

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Münster besteht nicht nur aus dem Schloßpark. Einfach mal durch die Stadt fahren, hier und da was fotografieren… das reichte mir heute schon. Entspannt durch die Stadt streifen, statt angestrengt dem nächsten Erlebnis nacheilen. Kein Familienstreß. Wie angenehm.

Woran merkt man, dass man in einer Unistadt ist? Nicht nur an den Schildern, auf denen die Namen der Institute stehen. in der Frauengasse reihen sich Kopierläden neben bezahlbaren Cafés. Hm, schade, ich ging dann doch nicht ins „Malik“ , weil ich vorher, vom Schloßpark kommend, durch die Stadt streifen wollte (aber Münster ist mehr als nur diesen Besuch wert).

 

 

Was ich auf jeden Fall finden wollte: das Antiquariat, das dem Film-Privatdedektiv Wilsberg (gespielt von Leonard Landsink) gehört. Die Freundin von meiner ehem. Chorkollegin L. hate mir einen Tip gegeben gehabt: es sei in der Nähe der Überwasserkirche. Das ist die „kopflose“ Kirche, also ein Kirchturm ohne Haube, bei der sollte es sein…und ich hab es gefunden. Yeah!

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Die Krimi-Serie „Wilsberg“ beim ZDF:   http://www.zdf.de/wilsberg/wilsberg-6031218.html

 

 

 

 

 

 

In jeder katholisch geprägten Stadt kann es nicht genug Kirchen geben. Der Dom (zwei dicke Türme statt verschnörkselte Fassade, also spätromanisch) für den Bischof, für die niedereren Bürger die anderen Kirchen. Ach ja, die Madame, nach der die kopflose Kirche benannt ist, kennt man auch.

 

 

 

 

 

Grade als es zu Regnen anfing, war ich woanders und geschafft, so dass ich ins nächstgelegene hineinging, eine der Bäckereien, die offen hatten. Kaum war ich fertig mit meiner Bestellung, stand eine lange Schlange an der Theke. Fast hätte ich das Rad des einen Kunden mal schnell weggeschoben. Der Typ hat doch sein Rad nicht abgesperrt und geht dann seelenruhig in den Laden rein. Meine Güte!  Das schreit nach Diebstahl! Ich hätt es nur nehmen müssen… und schwupp! – weg wär´s gewesen.

Es tat gut, warmen Kaffee zu trinken und den Hunger nach Süßem zu stillen. Zuhaus hatte ich den Rest des eigenen Kuchens vergessen.

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Ein riesen Stück ist das (mind. 25 cm lang). Ob die Teller speziell dafür gemacht wurden? 😉

 

 

 

 

 

 

In der Altstadt bei u. a. dem Rathaus und der Lamberti-Kirche: Gothik pur

 

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Lamberti-Kirche
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Die Kirche für den Bürger.

 

 

 

 

 

 

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.Ah, das Rathaus ist mir leider durch die Lappen gegangen.

Ein paar interessante Dinge hierzu: im Rathaus gibt es den Friedenssaal, in dem die Friedensverhandlungen nach dem 30jährigen Krieg stattfanden. 1648 wurde im neutralen Münster der Westfälische Frieden unterzeichnet (Parteien: Spanien (katholisch( und Niederlande (protestantisch). Es ist kaum anzunehmen, dass es um den „rechten Glauben“ ging, sondern nur um Macht mit der Religion als Ausrede, Land und Menschen zu verwüsten. Im Friedenssaal sollen auch die Bildnisse der Verhandlungspartner hängen, u. a. Ludwig XIV., Kaiser Ferdinand III. und der spanische König Philip IV.Mir war heute nicht nach Museumsbesuch, werde das aber bei Gelegenheit nachholen.

 

 

 

 

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Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.

 

 

 

 

 

Ich wunderte mich, ob an dieser Stelle vor der Lamberti-Kirche wohl Fahrrad-Anhänger geliehen werden könnten…. der große Kasten „domicil“ gehört dem Restaurant oder eben dem, was „domicil“ in Münster ist. Aber die anderen Fahrzeuge – was ist das? Im Rahmen des Projektes „Skulpturen“ gibt es u. a. dieses Kunstwerk hier, das auf den ersten Blick nicht wie ein Kunstwerk aussieht. (Mein Rad in der Mitte gehört NICHT dazu 🙂 Nicht in Ordnung, dass  in den Anhänger (rechts), der Teil des Kunstwerks ist, Müll geworfen wird.

 

 

 

 

 

 

Ein seltsames Gefährt, das Tourist_innen auf Wunsch und gegen Bezahlung am Prinzipalmarkt herumfährt. Na, sind die Pferde wohl ausgerissen? 😀

 

Der „Kiepenkerl“ samt Wirtschaft dazu.

 

 

Hach, man könnt fast meinen, man sei in Amsterdam….

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Für Freundinnen und Freunde des besonderen Geschmacks bei… Radreifen-Farben. *hust*

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In Wirklichkeit sind die Reifen noch viel knalliger.

 

 

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Wieviel Zimmer wohl das Schloß haben mag?

 

 

 

 

 

 

 

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Etwas angerostet, aber so vom Stil her wären das auch meine Gartenlampen.

 

 

 

 

Für jemanden, die im Mittelgebirge aufgewachsen und mit geographischen Höhen bis mind. 600 m NN. geplagt wurde, ist das hier richtig putzig. WO ist der Berg in der Bergstraße? HIhihi, hahaha! ;-))

 

 

 

 

 

 

Auf dem Rückweg

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Die Boote und der Steg träumen noch vom Sommer…

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Eine Formationsanpflanzung mit dem Schriftzug „Münster bekennt Farbe.“ Allerdings haben sich die gepflanzten Narzissen nciht ganz an die Vereinbarung zum zeitgleichen Blühen gehalten…

 

 

Vor der Abfahrt zurück nach D. hatte ich noch Zeit und sah mich am Hauptbahnhof angekommen etwas um. eine Radstation… mit Bewachung und Reparaturservice. Wow. Wäre doch toll, wenn es das in mehreren Städten gäbe! Autohäuser und Parkhäuser gibt es schon genug!

…sogar mit Waschanlage!

 

 

 

 

Als ich auf den Bahnsteig kam, schien die Sonne. Gleichzeitig fing es zu regnen an. Aprilwetter im März. Haha…. und dann, plötzlich:

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Ade Münster… und bis bald! 🙂

Der rote RUDOLF im Ruhrgebiet

Schon lange wünsche ich mir ein Lastenrad, am besten mit E-Motor. Das schöne ist, dass mein derzeitiger Wohnort nicht so furchtbar hügelig ist wie meine alte Heimat und der Ort danach – d.h. man könnte auch mal ohne Motor fahren.. Weil ich einmal an der Critical Mass hier teilgenommen hatte (da war es das Musikrad zur CM) und diese  Person am selben Tag vorher schon mit diesem Lastenrad gesehen hatte, habe ich endlich eine Möglichkeit gefunden, ein Lastenrad auszuleihen.

Die Initiative VeloRuhrCity verleiht den roten Rudolf. Sogar ohne Gebühr. Es versteht sich von selbst, dass man nachher eine Spende gibt!

Ich war so froh, dass ich nicht 5mal fahren mußte, noch dazu mit unsicherer Ladung, weil die Kartons, selbst wenn sie gefaltet sind, auf einem einfachen Gepäckträger auf dem Rad eben nicht halten. Und noch dazu der Ärger mit den Autofahrer_innen, wenn mal was runterfällt und Ihre selbsternannte Heiligkeit nicht gleich weiterfahren kann.

Längere Zeit war das rote Lastenrad Rudolf nicht auszuleihen. Und weil ich erst nichts davon wußte, habe ich mich und mein Stadtrad Bergamont geschunden, um 2 Getränkekästen (mit 2 Ortlieb-Satteltaschen und einer Rixen&Kaul-Korbtasche) nach Haus zu bringen. Das tue ich mir nicht mehr an.

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Über den Namen mußte ich schmunzeln: „Dem RUhrgebiet und DOrtmund sein LastenFahrrad“, das ist eine Grammatik wie im fränkischen Dialekt 😉

Anfangs war es noch ein unsicheres Gefühl, dieses Rad zu fahren: der lange Radstand erfordert ein anderes Lenkverhalten, als wie man es vom ’normalen‘ Rad kennt. So wackelt der Lenker erst mal, nach wenigen Metern hatte ich bei meiner allerersten Fahrt stoppen müssen. Doch wie sagte F., der Koordinator: immer fahren, fahren. Und: nicht das Vorderrad ansehen, sondern dort hin schauen, wo man hinfährt. Eine einfache, aber wichtige Weisheit. Im Gegensatz zur Christiane ( http://www.christianiabikes.de/ ) traute ich mich nach der ersten Fahrt, das Gefährt in  meinen Stadtteil zu lenken. Am Abend transportiere ich noch 2 leere Getränkekästen. Hui, die waren schwerer als die Kartons…Manchmal war ich auf der breiteren Autostraße noch unsicher, es gab hier und da Gehupe, weil ich nicht immer ganz so schnell war oder nicht so flott die Baustelle umfahren hatte können… aber ich kam gut an. Blöd nur, dass der Boden vor dem Getränkemarkt uneben war und ich mich gewundert hatte, warum das Rad nicht ruhig stehen hatte wollen. Und weil´s so schön ist, drehte ich eine Runde um den Platz in meiner Nähe, auch wenn es da natürlich auch Gehupe gab, weil ich einmal anhielt um nach hinten zu schauen, bevor ich mich in eine Spur einordnete. Erst am 2. Tag konnte ich ohne unsicheres Gefühl über die Schulter blicken, um den Verkehr hinter mir zu beobachten.

Fast wie ein Schiff gleitet es dahin… toll zu fahren, weil es eine indirekte Lenkung hat. Was mir bei der Christiane nicht gefällt, ist die Lenkstange, ein starrer Lenker dran, mit Kasten vorn. Beim Rudolf ist der Lastenbereich besser in das ganze Rad integriert, der Lenker ist ein normaler Fahrradlenker, den man auch hochstellen kann, wenn einem der längere Abstand zwischen Sattelrohr und Steuerrohr stört. Möglicherweise faßt die Christiane (oder Christiania) aber mehr Last.

Herzlichen Dank an VeloRuhrCity!

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http://www.dein-rudolf.de