Wo es beim Radverkehr Jena noch kräftig hakt! Heute: Neugasse

Die Neugasse Jena ist eine, wenn nicht DIE Zufahrt zur Innenstadt, wenn man aus den südlichen STadtteilen Lobeda Altstadt, Lobeda oder aus Winzerla kommt. Diese Gasse ist als „verkehrsberuhigter Bereich“ ausgewiesen. Schön. Dennoch zeigt sich auch hier wieder:

Das Auto ist in Deutschland heilig und deshalb muß es, auch wenn eigentlich kein Platz dafür ist, Parkplätze in dieser engen Gasse geben. Angeblich müssen diese Parkplätze existieren, weil die armen Kunden der Einzelhandelsgeschäfte ihre heiligen Fortbewegungsmittel doch irgendwo abstellen müssen. Es wäre außerdem eine Zumutung, ein tonnenschweres Woll- oder Nähfadenknäuel oder den tonnenschweren Imbiß aus dem einen Laden einige Meter weit zu tragen , außerhalb von der Neugasse, wo wirklich Platz wäre für ein Auto.

Stattdessen drängen sich die Autos der Anwohner in der Neugasse in Jena und die vielen Radfahrer kommen sich ungewollt mit den durchfahrenden Autofahrer_innen ins Gehege. Macht übrigens auch mega Spaß, mit dem Rad auf den Gehsteig rechts auszuweichen, wenn einem als Radler_in Autos entgegenkommen.

Tolle STadtplanung – danke dafür! ??????????????????????????????????????????????

Besuch Reichsparteitagsgelände Nürnberg am 1. November 2014

An sich wegen eines Berichts fürs Studium, der dann nichts wurde, fuhr ich von meinem Studienort Jena nach Nürnberg. Wie schön, dass seit einiger Zeit ein Zug, der „Franken-Thüringen-Express“ direkt hin und zurück fährt. Gleichzeitig besuchte ich ein paar Freunde, bei einem ehem. ADFC-Kollegen in NM übernachtete ich.

Das Hinkommen war eine einzige Katastrophe: Circus Krone am Volksfestplatz, Fußballspiel beim 1. FC Nürnberg (=der Clubb) „Consumenta“ auf dem Messegelände. Der Weg von der S-Bahn-Station „Frankenstadion“ hat 45 Min. gedauert. Sonst wäre ich geschätzt mit dem Rad locker in 20 Minuten am Dokuentationszentrum Reichsparteitagsgelände gewesen. Das nervte schon. Nachvollziehen kann ich das nicht, wie man sich zwischen solch extremen Menschenmassen, an schlecht riechenden Imbißbuden (Fettgeruch) mit überteuerten Preisen, zwischen Glasbierflaschen und dem Anteil an tölpelhaften, übertrieben lauten, ordinären Fans freiwillig Richtung Stadion bewegt. Um dann Spaß daran zu haben, sich den Arsch abzufrieren (man steht ja die meiste Zeit im Stadion) und 22 Hanserlen beim Hinterherrennen nach einem Ball zuzusehen. Na hängt viel Geld dran am Spiel namens Fußball. Na sollen sie ihren Spaß haben. Schade, dass es soviele Deppen gibt, die nur auf Streit und Rumpöbeln aus sind. Das ist schade für die richtigen Fans, die wegen des Fußballs hingehen. Und manch überzogene Sicherheitsmaßnahme gilt leider für alle.

Kurz vor dem Eingang…

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Endlich dort! Wurde Zeit.  Schließlich wollte ich später den Rundgang zur Steintribüne mitmachen.

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Hier im Süden Nürnbergs sollten ursprünglich Arbeiterwohnungen entstehen – doch dann kamen die Nationalsozialisten an die Macht. In einer Hausarbeit habe ich ausführlich beschrieben, warum gerade NÜrnberg zur „Stadt der Reichsparteitage“ gewählt wurde. Das „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände“ wurde erst 2001 eröffnet. Der Bau, der auf diesen oberen Fotos zu sehen ist, ist ein Teil der geplanten größeren Kongreßhalle, die aber wegen des Krieges nicht fertig wurde. Denn 1939 hat man ja in Polen einfallen und nach und nach die ganze Welt mit Gewalt überziehen müssen. Die geplante Kongreßhalle: Ein Wahnsinnsbau, wie man auf den nächsten Seiten sieht. Das römische Collosseum würde 5x reinpassen.

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Man kann die Ausstellung im Dokumentationszentrum allein ansehen. Oder einen Rundgang durch´s Gelände mitmachen, der wird vom Verein „Geschichte für Alle“ durchgeführt.  Leider hatte ich bei diesem Rundgang meine Kamera nicht dabei.

Abends habe ich noch ein paar Fotos gemacht

Die Steintribüne, auch Zeppelintribüne genannt.

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Die Steintribüne verfällt zusehends. Es gibt Streit darüber, ob sie saniert werden soll oder – auch aus Symbolgründen – verfallen soll, so wie die Nazi-Herrschaft ein Ende hatte 1945. Die Baukosten sind inzwischen ermittelt. Die Zahl ist so hoch, dass ich sie mir nicht merken habe können.

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Man weiß heute nicht mehr, für was der „goldene Saal“ unterhalb der Führerkanzel genutzt wurde. Möglich ist, dass es eine Art VIP-Raum war, sehr kühl zu jeder Jahreszeit und somit wäre es ein idealer Rückzugsort gewesen während der Anfang September stattfindenden „Reichsparteitage.“

Bevor es das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände gab, war eine kleinere Ausstellung hier untergebracht, also im Goldenen Saal und den Nebenräumen. Erstaunlich groß ist der Raum unterhalb der Führerkanzel. Engagierte Geschichtslehrer_innen machten das in ihrer Freizeit und auch nur im Sommer, weil es im Winter dort zu kalt ist. Auffällig ist wie spät das „Doku-Zentrum“, wie es auch auf den Straßenbahnschildern heißt, eröffnet wurde.

01010116 Man kann gar nicht mehr so recht glauben, was da damals stattgefunden hatte: Der „Führer“ Adolf Hitler auf der Führerkanzel, während NS-Einheiten (Soldaten, Jugendverbände etc.) unten vorbeimarschierten. Leni Riefenstahl war mit von der Partie und ihrem „Lichtdom.“ Auch ohne Digitaltechnik eine perfekte Inszenierung, um Menschen zu täuschen, zu verführen, zu beeinflussen. Selbst ausländische Journalisten berichten (so kann man es nachlesen), dass sie einerseits angewidert ob der Gewaltigkeit und Grausamkeit, andererseits auch fasziniert waren von der ganzen Inszenierung.

Schade, dass man von Gegenüber nicht mehr auf die Führerkanzel blicken kann: dann hätte man als Besucher_in von heute den Blick der Zuschauer_innen von damals. Heute sind dort Sportplätze verschiedener Vereine, die nicht so einfach zugänglich sind.

01010118 Heute kann man auf den Stufen sich hinfläzen und ganz ruhig ein Eis essen. Unten gibt es Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen, Kinder, die das Skaten oder das Radeln lernen, oder einfach Spaziergänger, die vorübergehen.

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Mit von der Partie war auch Leni Riefenstahl. Ganz ohne Digitaltechnik gelangen Filme, die perfekt zur NS-Propaganda passten, mit dem „Licht-Dom“.

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Für die Bebauung des Geländes mußten auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene schuften. Das heutige Trafowerk, das den haufenweisen Strom für die vielen Flakscheinwerfer für Riefenstahls Filme lieferte, beherbergt heute ein Fast-Food-REstaurant. Der Historiker Pascal Metzger von Geschichte für Alle e. V. dazu: „der einzige Burger-King, den Albert Speer gebaut hat.“

Und noch mal für die Fußballfreunde ein Blick weiter, von der Kanzel aus, neben dem Zeppelinfeld:

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Das „Frankenstadion“ heute war damals das städtische Stadion, das es schon vor der NS-Herrschaft gegeben hatte. Es sollte ein neues, großes „Deutsches Stadion“ gebaut werden. Doch es kam nur bis zur Baugrube,  die dann mit Wasser volllief, dem heutigen „Silbersee.“ Nein, da ist kein Schatz drin… dafür leider einiges an Dreck und Gift.

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Da kann man herrlich Achter fahren (auf dem Boden achterformen meine ich!) oder Rollschuh fahren 😉

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01010127 1945 war dann endlich Schluß mit der Grausamkeit des NS-Regimes. Die US-Armee sprengte das goldene, mit Ähren umrankte Hakenkreuz auf der Zeppelintribüne.

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Der große Dutzendteich. Im Hintergrund rechts der Anfang der großen Kongreßhalle, rechts (nicht sichtbar) hinten ist der Eingang zum Doku-Zentrum.

Der Teich führte zu diesem Zeitpunkt kein Wasser (1. November), weil die Stadtverwaltung gegen Algenverschmutzung u. a. kämpft.

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Der Luitpoldhain benannt nach dem Prinzregenten war schon zur Zeit des dt. Kaiserreiches ein Naherholungsgebiet, damals noch mit der „Luitpoldhalle“ , eine Ausstellungshalle für technische Neuigkeiten („Maschinenausstellung – 190irgendwann).

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Im Sommer finden hier die Freiluftkonzerte „KlassikOpenAir“ statt. Picknicken und dabei gute Musik hören…. (und leider das auch oft viel zu laute Geschnatter des Nachbarn…)

Das ganze Gelände ist immer noch ein gutes Naherholungsgebiet.

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Die Ehrenhalle. Die gab es schon vor der NS-Diktatur , als Ort des Gedenkens an die Toten der Kriege vor 1939. Die Nazis benutzten den Ort entsprechend ihrer Ideologie.

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Furchtbar ist, was davor liegt und jeden Fahrradreifen gefährdet. Und auch manchen Kinderwagenreifen. Eine Unverschämtheit ist das.

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01010030 Ein Hotel am Ende des Luitpoldhains. Auf der Wiese sitzen beim KlassikOpenAir die Besucher_innen und lauschen der Musik. rechts (nicht imBild) ist die Meistersingerhalle, ein Bau im 1960erJahre Stil mit 2 Konzerthallen (potthäßlich das Gebäude, wenn ich auch schon schöne Konzerte darin erlebt habe).

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01010038Blick von gegenüber auf die Ehrenhalle

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Black and……………………………………………………………………………white.

Die Große Straße. Ursprüngliich sollten dort Soldaten marschieren, doch wegen des Krieges kam es nicht mal zur Fertigstellung. All diese Dimensionen, Kongreßhalle, Große Straße…. zeugt vom Größenwahn des NS.-Regimes

01010064 Blick Richtung Messegelände

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Blick Richtung Volksfestplatz. Wenn viele Veranstaltungen sind, ist die Große Straße ein einziger Parkplatz für Blechkisten.

                01010067  ursprünglich teilte die Große Straße die beiden Dutzendteiche, den großen und den kleinen.             01010068 01010069 01010070

Links:

https://www.museen.nuernberg.de/dokuzentrum/

http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Dokumentationszentrum_Reichsparteitagsgel%C3%A4nde

http://www.geschichte-fuer-alle.de/

Kleiner Radspaziergang zum Schloß Ettersburg

Manchmal wundert man sich: eigentlich will man eher los, eine ganze Tour fahren. ABer der Körper macht nicht so recht mit und so kommt man später los, als einem recht ist. So wurde es heute nur ein kleiner Radspaziergang vom Bahnhof Weimar zum Schloß Ettersburg , über Klein- und Großobringen wieder zurück nach Weimar.

Der Hinweg ist leider alles andere als toll: man muß immer die B7 oder eine andere stark befahrene Straße (Buttelstedter Straße) nach Weimar Nord rauffahren. Laut einem Freund, der in Großobringen wohnt, gibt es keinen anderen Weg. Es geht ab dem Bahnhof Weimar nur bergauf. Auffällig ist, dass in dieser Randlage der Stadt ein Obdachlosenheim, ein Studentenwohnhaus und ich glaube auch eine Asylbewerberunterkunft ist. In der Stadt will man diese Leute nicht haben.

Auf dem Weg zum Schloß Ettersburg kommt man am ehemaligen KZ Buchenwald vorbei. Ich ziehe jedes Mal meinen Hut, wenn es die Verkehrslage und die ERschöpfung erlaubt, bleibe ich auch eine Weile stehen, um der Menschen, die hier ermordet wurden, zu gedenken. Diese Taten der Nationalsozialisten sind und bleiben unfaßbar. Und sowas darf NIE WIEDER passieren.

Danach kommt die Ettersbergsiedlung, dann ist die Ausschilderung zum Ort „Ettersburg“ mies; wer kommt bitte auf die Idee, dem einzigen Schild, auf dem „Pflegeheim“ steht, nach links zu folgen?? Das Rote Kreuz betreibt in Ettersburg ein Pflegeheim.

Schloß Ettersburg liegt nur 1,3 km vom ehem. KZ Buchenwald entfernt.

 

die Klosterkirche, die zum Schloß gehört, begrüßt mich, wenn ich aus Richtung Buchenwald / Ortsmitte von Ettersburg komme.

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Eingang Schloßpark….

 

 

und ums Eck…

 

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…der Kircheneingang.

 

 

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und JETZT endlich das Schloß. In diesem Gebäude ist das (für den schlanken Geldbeutel zu teure) Restaurant drin.

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von Süden: das Schloß. Zwar kann man als Nicht-Adeliger dort spazieren und essen, aber dennoch muß man entsprechend Geld haben.

Die Ungleichheit ist also nicht ganz aufgehoben.

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Der Blick vom Schloß aus Richtung Süden. Nur 1,3 km von hier entfernt liegt das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald.

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Im Schloßpark. Man kann dort noch weiter hinein in die Landschaft laufen.

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Vor diesem gelben Haus ist dieses Feld; am Ende ist eine Art Cafe (bis 17 Uhr nur geöffnet).

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Ich saß auf einer der Bänke (rechts am Wegrand)  und aß mein eigens gekochtes Essen aus dem „Henkelmann.“

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Die Klosterkirche, Ansicht vom Hof des Schlosses aus.

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Der Schloßhof. (geradeaus geht es wieder hinaus nach Ettersburg- Ort).

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(den „schönen“ Zigarettenmülleimer mußte ich leider mitfotografieren…)

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Das war der kleine Radspaziergang am Sonntag den 5. Oktober.

 

Am Sonntag den 12. Oktober 2014 war ich wieder auf Schloß Ettersburg; diesmal von Erfurt aus.

Wenn man erst mal aus ERfurt rausgefunden hat, ist der Weg richtig schön. War schade, dass ich den Fotoapparat zuhaus gelassen hatte… Bei dem sonnigen, wenn auch nicht immer klaren Wetter waren viele Spaziergänger/-innen mit Hund/Kindern unterwegs.

Zuerst bin ich die Thüringer Städtekette (Fernradweg) bis Niederzimmern gefahren. Bis dorthin ist der Weg noch gemütlich, nur wenige Steigungen gibt es. Ab Niederzimmern nach Ottstedt und Hottelstedt gibt es dann kilometerlange Steigungen, einmal 10% und einmal 14%. Grade jetzt, nur wenige km vom Ziel entfernt… das war schon ein Kampf gewesen. Und wenn es mal einigermaßen eben war, dann kam der blöde Wind entgegen. Toll.  Ich bin die Landstraße gefahren, ich weiß leider keinen besseren Rad-Weg. Doch nach Hottelstedt… plötzlich war das Ortsschild von Ettersburg da, das Schloß gleich auf der rechten Straßenseite.

 

Da hat sich  die Anstrengung gelohnt!

Wär‘ schön, wenn mal jemand mitführe.

 

 

 

 

 

Critical Mass Erfurt 2. Oktober 2014

Jeden 1. Donnerstag gibt es in Erfurt eine Critical Mass. Treffpunkt ist der Willy-Brandt-Platz am Erfurter Hauptbahnhof.

Auf dem Weg nach Erfurt traf ich einen Typen mit einem verrückten Fahrrad…

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Ein Mercedes-Lenkrad als Fahrradlenker. Na das ist bestimmt interessant zu fahren… ob man das Pferd damit immer am Zügel behält?

..und noch was, das ist wohl eher eine Liebhabersache:

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Sieht gut aus, aber auch recht schwer. Wenn Alternative zu Plastik, dann wäre aber wohl das alte Metall besser… denn ein Rad muß eben jedes Wetter aushalten… wer will schon Spreisel oder durch Feuchtigkeit verbogene, blockierende Schutzbleche haben?

 

 

Noch gerade rechtzeitig in Erfurt angekommen. Start der Critical Mass am Willy-Brandt-Platz. Einer vom ADFC begrüßt die Teilnehmer/-innen.

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Fragt mich nicht, wo wir gefahren sind… so gut kenne ich mich in der ‚Landeshauptstadt‘ des kleinen Bundeslandes Thüringen nciht aus. Ist schon auch lustig, wenn man hört, dass die „Landeshauptstadt“ grad mal 200.000 Einwohner/-innen hat 😉  Wenn man anderes gewohnt ist…

Länge der Tour:  Ich denke, es waren so um die 15 Streckenkilometer. Fahrtzeit: ca. 1,5 Stunden. Das furchtbar pinke Velotaxi mußte zusammen mit der Polizei vorausfahren. Er sei schon schneller, seit er einen Motor hätte, sagte mir einer der Ordner. Dennoch, es hätte eine gute Spur schneller gehen können…

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Wow, sogar Skateboardfahrer und -fahrerinnen dabei… na solang sie mitkommen… wär mir zu heikel! Aber die wirkten alle recht frisch. der eine konnte sogar telefonieren…. und Kinder und Jugendliche waren auch dabei. Das kleine Mädel erzählte fröhlich drauflos (Bild links), während ich neben ihr fuhr  😉

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…………………und JA, es gibt auch immer mehr Mädels, die Skateboard fahren!

 

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..und dann blieben sie alle plötzlich stehen. Hm?

Eine Autofahrerin hatte es nicht kapiert offensichtlich, was hier los war…. sie hatte wohl gedacht, sie käme da noch ums Eck… doch huch, da waren plötzlich soviele entgegenkommende Radfahrer-/innen!

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Aber die Autofahrerin und ihr starrer Kasten, der mit der Motorhaube in die Straßen hineinragte und damit kurzzeitig für eine Unterbrechnung der CM sorgte, war nicht der einzige Grund für den plötzlichen Halt der Radfahrer und Radfahrerinnen. Beim 2. unfreiwilligen Halt hatte die blau-silberne Truppe (nur in Bayern sind sie noch grün)  sich verfahren. Schon irgendwie peinlich, sehen sie sich doch selbst als die Kenner des Straßensystems… als DIE Ordnungshüter.

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Und leider will die Polizei Erfurt  vorher wissen, wo gefahren wird… nach einigen Aussagen von Teilnehmern zu schließen hat mal einer einen fehler gemacht und es angemeldet – das war ein Fehler. Das gute ist jetzt, dass es immer mehrere gibt, die was anmelden… also kann nicht nur einer verantwortlich gemacht werden – so habe ich das verstanden. Immer gut, wenn das nciht so klar ist, wer der Veranstalter ist.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA   KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA Während der Fahrt fotografiert, daher ist das rechte Bild etwas unscharf, weil wackelig..

 

Und dann wurde es schon dunkel… ist eben Herbst.

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Teilnehmer-/innenzahl: ich schätzte sie so auf 60, die Critical-Mass-Gruppe auf fb sagt 70. Immer noch klein, schaut man sich die Nürnberger Gruppe an… aber Erfurt ist auch wesentlich kleiner als Stadt.

Endpunkt war am Fischmarkt , beim Rathaus. leider hat die Kamera keine gescheiten Fotos mehr gemacht.

Schön war´s! Ich hatte es genossen, mit andern durch die Stadt zu radeln und den verdutzten, manchmal auch grantig oder wütend dreinblickenden Autofahrern und -fahrerinnen  freundlich lächelnd zu winken. Einmal haben Passanten, vor ihrer Haustür stehend, sogar lächelnd zurückgewinkt.

Danke an den ADFC, der mitgefahren ist und die Koordiantion übernommen hat.

Critical Mass Erfurt: jeden 1. Donnerstag im Monat, Treffpunkt 18 Uhr am Willy-Brandt-Platz gleich am Hauptbahnhof.

Herbstimpressionen

3. Oktober, Feiertag… und schönes Wetter. Ein letzter Sommergruß… da geht man doch raus. Ich habe heute nur einen kleinen Spaziergang gemacht, da ich von der Critical Mass gestern abend in Erfurt noch geschafft war.

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Der Weg ist an sich einer , den ich schon öfter gegangen bin. Nur hab ich noch nie richtige Bilder gemacht gehabt.

Beginn des Weges: Drackendorfer Park.

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für die Pilzkenner… welcher das ist.

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und: ja, auch Nadelbäume dürfen im Herbst fotografiert werden!

Eine Lärche mit ‚ä‘ und Nadeln (nicht als Christbaum geeignet…  😉

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das ehemalige Teehaus. (auch: Anmachhütte für den alten Schnösel J.W. Goethe, der sich an die junge Sylvie von Ziegesar, die Adelsfamilie von Jena-Drackendorf,  ranmachen wollte…)

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Eine der letzten Blüten des Sommers, des Jahres überhaupt.

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Erster Teil des Anstiegs…

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Diese schöne Pflanze wächst über einen Gartenzaun. Ich hatte im Hintergrund beim Fotografieren Radio gehört, es war unübersehbar, dass da jemand im Garten arbeitete… plötzlich eine Stimme, dass das nciht ok sei hier zu fotografieren… ich erwiderte ruhig, dass ich nur Pflanzen, keine Personen fotografiert hätte. Oder hätte ich den Feuerdorn oder diesen „Wein“ hier erst fragen müssen??

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Fast oben…

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Der Herbst, deutlich sichtbar…

noch ein Stück…

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und oben!

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Rückwärtig im Bild: die Sommerlinde, das Ziel des Spaziergangs.

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Blick übers Plateau…

Die SOMMERLINDE, ein Naturdenkmal.

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Ob sich jemand in dem Loch versteckt hat?

Die Linde blüht und grünt trotzdem….

 

 

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Von der Bank gegenüber aus der Blick auf die Sommerlinde.

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Ich möcht nur wissen, was das für ein Laubgehölz ist… Blätter haben leichte Ähnlichkeit mit einer Eiche.

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Auf dem Rückweg.

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Einer der Grenzsteine, die hier in der Gegend immer wieder zu finden sind: „GW“ steht für „Grafschaft Weimar“ und auf der Rückseite steht immer ein „HA“ für „Herzogtum Altenburg.“ Ein Freund sagt immer: „Da steht „Geh weiter“ und auf der anderen Seite „Halt an.“

 

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…und wieder abwärts… richtung Drackendorf. Vorher geht es aber noch woanders vorbei…

 

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Zufällig gefunden am Wegesrand. Wohl ein Haustier, dass da begraben ist…

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Schlangenast. Der war schon so. Ich habe NICHT FLÖTE GESPIELT.

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Wieder eine seltsame Frucht am Wegesrand. In Märchen und Sagen passiert wohl was mit einem, wenn man auch nur dran vorbeigeht…

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nach den Stacheln und dem Laub zu urteilen könnte es eine Berberis sein..

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Blick runter auf Jena-Drackendorf. Von der Kirche aus war ich gestartet.

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Blick auf die Drackendorfer Straße (vor den gelben Häuserblocks) und Lobeda-Ost. Im Hintergrund (links): Jena-Zöllnitz.

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Schlegelstraße, Jena-Lobeda (Ost).

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Baustelle Uni-Klinikum (vorne, mit den Kränen). Gegenüber, also weiter ‚hinten‘ im Bild: Salvador-Allende-Platz, wichtig zum Einkaufen…

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Huch! Wohin jetzt?

 

…hier geht es noch vorbei, bevor man fast wieder im Tal ist: die Lobdeburg. Die Herren von Lobde, das war ein fränkisches Adelsgeschlecht, die bis zum 16. Jahrhundert hier wohnten. Seitdem verfällt die Burg… ein paar Leute wollen sie wieder aufbauen, wie man sieht.

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..und hier noch ein Wanderhinweis. Wird auch gern von Joggern und Joggerinnen benutzt, die Saale-Horizontale.

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Das letzte Stück abwärts…

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Nochmal der Drackendorfer Park, auch Goethepark…

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Wieder unten angekommen…

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Schönen Abend! Und Gute Nacht…

Fahrradklimatest – die eigene Stadt nach Fahrrad(un)freundlichkeit bewerten!

Alle 2 Jahre gibt es einen Fahrradklimatest.

Wie ist die Situation für Radler und Radlerinnen in der eigenen Stadt?

Mit diesem Test kann man eine Bewertung abgeben. Also: los!

http://www.fahrradklima-test.de

https://survey.team-red.net/index.php/441565/

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Jena, Nähe Burgaupark: Pfosten versperrt Radweg, Radweg selbst im schlechten Zustand. Außerdem endet dieser Radweg in der Gegenrichtung einfach so an der Straßenbahnhaltestelle (siehe Beitrag: „Wo es in Jena beim Radverkehr noch richtig hakt!“)

Kocherei

Heute wird es wieder Zeit für einen Beitrag…nur leider sehr kurz, da derzeit Streß wegen bald abzugebender Hausarbeiten besteht. habe heute wieder was neues versucht… Butternut-Kürbis, ausgehöhlt, als Füllung rote Linsen mit Ajvar, Knoblauch, Zwiebeln und Fetastücken. Darauf : Fetascheiben und etwas Schmand. Gewürze sind überall dabei… dazu gibt es Reis.

Allerdings: so nur halbdurchgegart, wenn auch schon weich, bekommt der Kürbis nur mit ein paar Schlucken Bier… die Creme selbst ist gut geworden und stopft auch den Magen.

Mal was sattmachendes ohne Fleisch… KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Anregungen zu dieser Koch-Idee?

Dann schreiben Sie mir Ihre Anregungen in der Kommentarspalte.

Zeichen und Wunder in der Universitätsstadt Jena

Jena in Thüringen nennt sich „Universitätsstadt.“ Da erwartet man schon was. Gut ausgestattete Bahnhöfe zum Beispiel. Und ja, der Bahnhof „Jena Paradies“ ist  so einer. Noch dazu gleich neben einer Parklandschaft, an der Saale. Was für einen Bahnhof gilt, sollte aber für alle gelten.

Denkste.

Bahnhof Jena-Göschwitz, das sieht aus wie der allerletzte Bahnhof, dreckig, stinkig, unkomfortabel für die Fahrgäste, schlecht zugänglich. Nur die Drogendealer und sonstige Kleinkriminelle fehlen noch. Ach ja, und vielleicht noch ein paar Ratten und noch mehr Abfall.

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4 Jahre schaue ich mir das schon an. Ich ärgere mich am Bahnhof Göschwitz, der die Ost-Westverbindung schlechthin ist regelmäßig über einen kaum sichtbaren Zugang, einen baufälligen Durchgang, kaputte Treppen, fehlende Aufzüge oder wenigstens Schienen an der Treppe und zu niedrige Bahnsteige. Jedes Mal darf man sein Rad + Tasche oder den Kinderwagen die Treppe runter- und rauftragen.

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Nun scheinen sich DB AG und Stadt Jena in manchen Punkten geeinigt zu haben. Es geschehen noch Zeichen und Wunder am Bahnhof Jena-Göschwitz.

Ein paar Baustellenfotos.

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Links soll ein Aufzug eingebaut werden. Deshalb ist der Tunnel, der Durchgang unter den Gleisen zum Teil oben offen. Die Wände und Decken des Durchgangs sind damit aufgerissen.

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Die gegrabene Lücke für den geplanten Aufzug.

Gegensatz ca. 50 km weiter östlich: eine Stadt mit Autokennzeichen „G“, die selbst immer mehr verfällt, diese Stadt hat aber einen funktionierenden Bahnhof mit Aufzügen.

 

Die vorderen Gleise (von Lobeda kommend die „vorderen“ Gleise) sind gesperrt, dort werden die Bahnsteige endlich erhöht. Das Einsteigen in den Zug ist bisher immer eine Bergsteigertour  – ganz gleich, ob man ein Rad und eine Tasche oder nur eine Tasche dabei hat. Ich frage mich, warum diese Bahnsteige bisher so niedrig waren – und noch sind bei den hinteren Gleisen.  Wie hoch waren die Zugangstreppen bei früheren Waggons?

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Die aufgebauten Geländer sind nicht zum Flanieren, Stolzieren oder Turnen gedacht 😉 Sie führen zu den hinteren Gleisen, von denen gegenwärtig auch die Züge abfahren. Der Tunnel= Durchgang soll demnächst gesperrt werden, dann darf man als Fahrgast und Fahrgästin auf dem „Geländergang“ staksen.

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Hier der Zugang zum „Geländergang,“ rechts neben dem Tunnelzugang, vorbei an einem umzäunten Gelände, in dem ein Hund wacht. Der wird dann wohl in Zukunft mehr zu bellen haben, auch wenn keiner in das umzäunte Gelände rein will, sondern nur dran vorbeigeht… irgendwie kann er einem auch leid tun, wenn er so lang allein Wache schieben muß (es scheint, er müsse so lange wachen).

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Na man wird sehen, wie es weitergeht mit dem Bahnhof Jena-Göschwitz… was sich so in Sachen Fahrradfreundlichkeit tut – oder auch nicht.

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Einmal nicht dran gedacht…

…den Tacho abzunehmen, nachdem man das Rad im Zug abgestellt hat… und dann muß das Rad auch noch umfallen.

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ARRRGH!!!

ein Sprung im Kunststoffglas und unten ist der Tacho eingedrückt. ABer er funktioniert noch und man kann den Schalter noch drücken. Es nervt, dass man bei Sigma immer das ganze Set kaufen muß, nur weil ein Stück von der ganzen Tacho-Anlage kaputt ist!!!! Ich bin schon froh, dass dieses Modell endlich hält, auch wenn man über Unebenheiten fährt. Das ist nicht selbstverständlich… ich habe in der Vergangenheit zuviel Geld ausgegeben gehabt für Tachometer.

In der Erfurter Bahn ist leider auch nicht viel Platz für Räder. Ein dick bepacktes Reiserad stand schon dort… ich hätte meins besser hinstellen und  mit einem Band sichern sollen, auch wenn ich die Bänder nicht mag.

Leider habe ich heute in der Eile meine Kamera vergessen , aber an dieser Stelle ein paar Worte.

Heute fuhr ich erneut den Schwarzatalradweg…. etwas anders als vergangenen Sonntag.

Ich fuhr heut einen Zug später, das bedeutete, in Saalfeld und in Rottenbach jeweils einmal umzusteigen. Im Zug ab Saalfeld (Richtung Arnstadt) traf ich einen Reiseradler aus Hannover, der von seiner ThüringenTour wieder auf dem Weg nach Hause war. Das ist einfach schön, dass man als RadlerInnen immer ein Gesprächsthema hat… 

Längere Fahrtzeit als mit dem durchgehenden Zug, klar. Das hatte auch sein Gutes: es gab genug Zeit zum Umsteigen und ich fuhr zum ersten Mal den Zug, den ich vergangenen Sonntag nur von außen gesehen hatte: die Schwarzatalbahn (auch „Wal“ genannt wegen der Form. Technischer Name des Modells: „BR 641, hergestellt mit der französischen Staatsbahn SNCF – weitere Infos: http://www.oberweissbacherbergbahn.de/obs/view/wir/wir.shtml )

Die Tür – es gibt nur eine einzelne Schiebetür – erinnert stark an die vom Flugzeug. Breit genug ist sie, um mit Rad und Gepäck durchzukommen. Innen drin könnte mehr Platz für Räder sein: ab 3 Rädern wird´s eng. Sitzen tut man wunderbar drin, das Ding fährt ruhig, gleitet dahin durch das Grün draußen links und rechts, vorbei an Felsen… sehr malerisch, die Gegend dort.

Ich war erstaunt und auch belustigt, in diesem kurzen Zug – nur ein Triebwagen eben – Getränke angeboten zu bekommen von einer Dame im „Zivil“, die , weil sie neben dem Lokführer saß zeitweise, wie dessen Ehefrau wirkte 😉  Leider auch traditionelle Arbeitsteilung… (ob es auch Lokführerinnen gibt? Also so wie der GDL-Vorsitzende auftritt, der kann sich das wohl gar nicht vorstellen..)  Ganze 40 Minuten Fahrtzeit hat diese Bahn zwischen Rottenbach und Katzhütte. Die Bahnerer dort haben, zusammen mit der Bergbahn, wohl den coolsten und ruhigsten Job, den man bei der Bahn haben kann… nervige Fahrgäste oder Polizeipräsenz gibt es hier nicht, ist nicht notwendig. Andererseits… inwieweit der Mutterkonzern DB AG diese Tochterfirmen unterstützt oder allein läßt, ist die andere Frage.

In Katzhütte angekommen, empfing mich strahlender Sonnenschein. Ah, das war schön in diesem dunklen Tal…. und mit Fleech-Weste (ärmellos) fröstelt man auch nicht… Die Luft ist anders hier draußen, im dichten Thüringer Wald, kühler, frischer – und durchaus angenehm.

Zuerst saß ich ein paar Minuten noch auf einer Bank, bevor ich den Bahnhof verließ. Ein Autofahrer hatte grad sein Fahrzeug abgestellt, ging in  Richtung des Gleises und wir begegneten uns. „Wo geht es denn hin?“ fragte er mich lächelnd. Ich war überrascht, von Bahnmitarbeitern so eine Frage zu bekommen 😉  aber gerne, wenn man so nett gefragt wird (Katzhütte wird wohl nicht für die NSA arbeiten 😀  )

„Ins Schwarzatal und dann nach Rudolstadt“, antwortete ich. Ein paar freundliche Worte wurden noch ausgetauscht; dann ging der Lokführer zur Arbeit (auch am Sonntag) und ich zu meinem Freizeitvergnügen. Auf meine Frage, warum es so einige kaputte Häuser hier gäbe, wurde ich in einer Annahme bestätigt: den Eigentümern fehlt das Geld für die Renovierung. 

Später auf bereits im letzten Beitrag genannten Rastplatz hört man immer die Zughupe. Und : plötzlich wurde aus dem Triebwagen gewunken! Ich mußte lachen und winkte zurück. Das ist mal eine nette Geste…. mal kein mauliger, schlecht gelaunter (prekär beschäftiger? oder arbeitsloser?) Thüringer, der mich anfaucht, ich solle hier nicht radfahren. Genau wie in meiner alten Heimat Fürth sind RadfahrerInnen hier nicht gern gesehen – oder eben nur als Reise- und AusflugsradlerInnen. Dass das Rad auch ein Alltags-Fahrzeug ist (in der Stadt), das geht nicht so recht ins Hirn rein…

Fazit: nach Frau Schubert von der DB REgio Schleswig-Holstein, die Anfang April den Zug Hamburg – Lübeck gut organisiert hatte (Zug mußte unterwegs an einem Bahnhof halten, weil in Lübeck im Bahnhof eine Lok gebrannt hatte), sind die Leute von der Schwarzatalbahn die 2. coolen Säue eines an sich nicht so coolen Vereins (=Muttergesellschaft DB AG).

Fast hätte ich es bereut, das Regencape zuhause gelassen zu haben: in Sitzendorf hatte ich mich gerade hingesetzt, um ein paar Worte zu schreiben, da ging ein Regenschauer los. Also schnell alles zusammengepackt und in den Ort gefahren, unter ein Vordach gestellt… dieses Vordach gehörte zu einem Ausstellungsraum mit Glaskunst für Weihnachts- und Fensterschmuck, zum großen Teil hart am Kitsch vorbei oder schon drin. Ein ehemaliger Industriezweig dieser Region, die Glasbläserei.

Arrgh, und wieder ein Fotomotiv, das mir durch die Lappen ging… das verlassene Hotel „Zur Linde“ in Sitzendorf… war bestimmt mal ein schönes Haus. Jetzt könnte es nur noch David Lynch für die Landversion eines seiner Horrorfilme verwenden (zusammen mit dem verlassenen „Hotel am Tiergarten“ in Nürnberg). Vielleicht gibt es eine Sage zum Schwarzatal, in dem ein Geist vorkommt, der könnte dann auch im Horrorfilm auftreten…. und die Region könnte touristisch davon profitieren!

Und dann… Regen und Sonne gleichzeitig. Hehe. Das Wetter spielt mal wieder… wie schön, nur ein Schauer war´s gewesen, dann ging es weiter.

in Schwarzburg fuhr ich auch durch den Ort: ich wollte herausfinden, wo das Schloß war, das über dem Radweg tronte (und das ich von dort aus fotografiert hatte). Das hieß erst mal: hoch hinaus und hinauf. Oben ist eine schöne Prommenade, man sieht nach unten auf den Radweg unter Bäumen und das Freibad (das heute zu hatte, doch auch bei frischen 15°C hätt ich mich fast selbst eingeladen.. Wasser war im Becken! 😀  merkt doch keiner so schnell….. )

Auf dieser Prommenade gelangt man zum Schloß. Ich habe den Eindruck, dass die Thüringer Schlösser- und Gärtenverwaltung je nach Finanzlage renoviert: das Zeughaus strahlt im neuen Glanz, die Fassade vom Schloß sieht recht heruntergekommen aus… innen drin ist´s wohl schöner. Rein gehen wollte ich heute nicht.

Doch wo war der Bahnhof jetzt?

Der reale Irrsinn von Schwarzburg: der Bahnhof liegt mind. 2 km vom inneren Ortskern entfernt: und das alles bergauf.Von der Prommenade zum Kreisverkehr, dann aus Schwarzburg raus, die Bergstraße rauf und dann – oh Wunder! an einem schmalen , grün umwucherten Wanderweg verrät ein kleines grünes Schild, dass es hier zum Bahnhof geht. Also das ist echt… bescheuert. Es konnte nicht allein daran liegen, dass die Strecke Katzhütte – Schwarzburg – Rottenbach, wo der „Wal“ fährt, eine andere Strecke hat als der Zug ab Rudolstadt.

Später erfuhr ich auch, warum der Bahnhof so eine Lage am A. von Schw. hat: der ungnädige Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt wollte es 1900, als die Bahn in sein Land kam nicht, dass die Bahn durch sein Wildgehege führte. Wär auch schlimm gewesen, die armen Viecher mit dieser lärmenden, Rauch ausspuckenden Maschine aufzuschrecken, schließlich will man sie vor der Flinte haben, um sie abknallen zu können… (mit dem Zug wären wohl mehr Hirsche und Rehe am Leben geblieben… ich glaub nicht, dass die Adligen früher sowas wie Schonfristen kannten, wie sie heute gelten. Waldgebiet ist so oder so schwer zu kontrollieren…)

Von der Prommenade aus hätt ich gern Fotos gemacht… aaah, jetzt muß ich noch mal dort rauf. Das an sich im guten Zustand wirkende Hotel „Schwarzaburg“ stand auch leer. Hier soll Friedrich Ebert die Weimarer Verfassung unterzeichnet haben.

Die Abfahrt auf diesem PFlasterweg mit niedrigen Stufen ist eher was für die Mountainbikerfraktion ;-))

Wieder in Rudolstadt angekommen, am Bahnhof Rudolstadt-Schwarza: Nachtrag zum letzten Beitrag. Die Schallschutzwände am Bahnhofseingang sind durchsichtig mit WEIẞEN dünnen Linien und weißen Pfosten. Ich hatte geschrieben gehabt, dass sie türkis seien (das sind sie an anderer Stelle).

So, jetzt wird´s Zeit zum Schlafen für den Antrieb …  😉

 

 

 

 

 
 

 

Radfahren, bis man schwarz wird ;-) oder: die Tour mit den meisten Freibädern Teil 2

Es gibt das freche Gerücht, dass eine Tour des ADFC Nürnberg nur dann eine Tour des ADFC Nürnberg wäre, wenn die Tour an einer Kläranlage vorbeilaufen würde…. bei dieser Tour durchs Schwarzatal war es ähnlich wie bei „Regen und Sonne“ : ich fuhr an mehreren Freibädern (Unterweißbach, Schwarzburg und noch eins…) , konnte diese aber aufgrund des Wetters nicht nutzen. Es regnete bei der Schwarztal-Tour nicht (von den paar Regentropfen abgesehen), Wolken und Sonne wechselten sich ab, dazu pfiff der Wind (nicht immer in Fahrtrichtung).

 

Endlich oben! Von Unterweißbach aus hatten wir einen Abstecher zur STaumauer gemacht: Talsperre Leibis-Lichte. Hier wird der Fluß Lichte zusammen mit anderen Gewässern gestaut. (Anstieg etwa 2km lang).

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Und so sieht es auf dem Berg aus, bevor man auf die Mauerkrone der Sperre kommt:

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Hier geht´s rein ins Betriebsgelände zur Mauerkrone.

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Das Verwaltungsgebäude. Nicht der schlechteste Arbeitsplatz….

immer Blick durch die verglaste Front auf den Stausee. Ein Hauch vom Meer… Sehnsucht…

 

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Auf der Mauerkrone sind nur FußgängerInnen und RadfahrerInnen erlaubt. Anfangs dachte ich noch an den Neuen Kanal zwischen Nürnberg und Fürth, dem Main-Donau-Kanal, bei dem man auch mal Brücken überqueren muß und die „Absturzkante“ zum Wasser hin nicht befestigt ist. Kein gutes Gefühl, da drüber zu fahren… hier ist alles befestigt, aus gutem Grund.

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…denn hier geht´s noch tiefer runter…

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Hier die technischen Daten:

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Schon  seit den 1980er Jahren war die Talsperre in Planung, doch erst 2006 wurde sie fertiggestellt, die Flutung erfolgte bis Mitte 2008. Der Bund Naturschutz hatte mehrere Male dagegen geklagt (1999 und 2001), doch diese Klage wurde vom Verwaltungsgericht Gera abgewiesen. Ein ganzes Dorf, Leibis (100 Einwohner) mußte 1994 aufgelöst werden (liegt jetzt also wie die verwunschene Stadt Vineta unter Wasser), in der Nähe von Unterweißbach entstand Neu-Leibis.

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Ach ja, da kommt mir die Sehnsucht nach dem richtigen Meer…

 

Einerseits schon ein beeindruckendes Bauwerk, ein toller Ausblick auf den Stausee, andererseits ein großer Eingriff in die Landschaft. Ob die Ausgleichsmaßnahmen zur Renaturierung das wett machen können?

Ach ja, die Fußkranken und -krankinnen können mit der Lichtetalbahn hochfahren. Das ist ein 4rädiges Fahrzeug mit Automotor das aussieht wie eine Eisenbahn. Was es kostet, keine Ahnung.

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Auf dem Abstieg. Wir wählten trotz widriger Wegverhältnisse den Wanderweg, um vom Tal aus noch Fotos machen zu können.

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Vor lauter Technik: hier mal das Wichtige, die Botanik am Wegesrand fotografiert 😉

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…muß eine Campanula sein, eine Glockenblumenart…

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Unten im Tal. Die Stausperren-Anlagen.

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Der Grund, warum in den 1980er Jahren dort im Lichtetal überhaupt eine Trinkwasser-Staumauer geplant war: aufgrund der Verseuchung durch die Industrie wollte die DDR-Regierung das Trinkwasser aus dem Thüringer Wald holen und ins flachere Land nach Jena- Gera – Halle transporierten. Jena bekam schon in den 1970er Jahren Wasser aus dem Luisenthal bei Gotha.

 

 

 

 

In Unterweißbach, das Dorf unterhalb der Staumauer/Talsperre Leibis-Lichte, kamen wir in der Ortsmitte auf der anderen Seite des Gasthofs mit dem Hirsch heraus. Das nächste Dorf war: Sitzendorf. Kaputte Häuser   aber: mit Freibad. 😀

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA   KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA das war (rechtes Bild) mal eine        Fabrik…)

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA Schad, dass es so kaputt ist… das wär mein Traum-Ferienhaus.. mit Veranda und Wiese davor! Wenn man nur nicht soviel Geld reinstecken müßte…

 

Weiter auf dem Radweg durch Sitzendorf…

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…und an der Schwarza entlang.

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Den Schwarzatal-Radweg kann man an einem Tag gut schaffen, ohne hetzen zu müssen.

 

 

 

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Wir erreichten Schwarzburg (ehemals Herzogtum Schwarzburg-Rudolstadt).

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Zeughaus und Schloß, vom Radweg aus gesehen:

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In Schwarzburg machten wir noch eine „Snackpause“, bevor es – nur durch Wälder – nach Bad Blankenburg weiterging.

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Der Imbiß + Freibad neben diesem Weg machte grad zu, als wir vorbeifuhren (links im Bild… hab den Eingang knapp verpaßt zu fotografieren… .)

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In Blankenburg geht der Radweg hauptsächlich durch ´s Industriegebiet… das muß man nicht fotografieren… Die Ausschilderung ist ganz ok. An der Stelle, wo der Radweg wieder zwischen Felder verläuft, war der Himmel ganz dunkel und man dachte, es würde gleich losgehen… doch glücklicherweise habe ich das Regencape wieder nur  spazierengefahren 😉

 

Tip, wenn man in Rudolstadt angekommen ist: nicht rechts abbiegen wie ausgeschildert (grüner Wegweiser auf weißem Grund), sondern geradeaus ins Wohngebiet auf den neuen gemeinsamen Rad- und Fußweg... dann mal die Bahnhofstraße rein – aber nicht ganz hinter! – sondern dann links in die Friedrich-Engels-Straße. Man landet auf einem Getränkemarktparkplatz. Gegenüber (über die Straße) davon ist der unscheinbare Eingang zum Bahnhof Rudolstadt-Schwarza (milchig-weiße Schallschutzwände mit türkis-blauen Streifen).

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Ende der Tour… nur 50 km, dennoch ist man froh, wenn man wieder angekommen ist. Doch ich habe mich über diese schöne Tour, diese Entdeckung des Schwarzatals gefreut.

Wenn von hier aus grad kein Zug fährt, kann man durch den Bahnhofstunnel durch auf die andere Seite gehen (ja, linker Hand ist der Ausgang, auch wenn der Tunnel hinten dunkel ist..) und weiter nach Rudolstadt reinfahren, da von Rudolstadt Bahnhof mehr Züge abfahren.

Es ist ein wunderbares Gefühl, zufrieden zu Bett gehen zu können.

 

Weitere Informationen zur Talsperre Leibis-Lichte:

http://www.talsperren.net/Thuringen/Leibis-Lichte/leibis-lichte.html