Die Kulturgeschichte des Radfahrens im Kontext der Fahrradwerbung

Das ist der Titel meiner Bachelorarbeit.

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Wer mag, kann diese Arbeit lesen.

Sie findet sich unter dem Link

https://www.dropbox.com/s/e5wnmpz0tt8apke/BACHELORARBEIT%20ANGELIKA%20STEGER%20MAERZ%202015.pdf?dl=0

Ride on!

Die Literatur, die ich verwendet habe:

A. St. WP_000131 WP_000129

Ein Originaldruck , Autor ist Karl von Drais selbst, der den Prototyp des Fahrrades entwickelt hat.

Ein sehr empfehlenswertes Buch – nicht nur , wenn man eine Arbeit schreibt:

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Gesehen in Jena. Wegen der Dunkelheit und Straßenlaterne ist das Foto leider nicht so gut geworden. Mit Elektroantrieb wär das mein Einkaufsfahrzeug! Endlich ohne Streß und Umstände auch Getränkekästen transportieren können!

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 Hochradrennen…. unglaublich, mit dem umständlichen Ding fahren zu können 😉 

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Radfahren : Schnappschuß von heute…. das Draissche LAUFRAD links in Miniaturform im Bild…

???????? Radfahren, auch im Winter! Das ist selbstverständlich.

Radverkehr Jena: heute mal ein Lob…

Meist gibt es was zu motzen beim Radverkehr Jena. Eine Kleinigkeit, die mir in den vergangenen  Wochen aufgefallen ist.

Endlich ist dieser bescheuerte Poller weg!

Am Boden ist noch zu sehen, wo der Poller gestanden war.

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Das ist die Stelle, an der der Radweg von Neu-Lobeda aus kommend, an der STraßenbahnhaltestelle „Lobeda“ links an der Pferdekoppel vorbeiführt.

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hier im Hintergrund, den Weg zurückgeblickt: die Stelle ohne Poller.

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Links läuft der Radweg weiter in die Oberaue (STadion des FCC Jena) und in die Innenstadt.

Der Weg geradeaus: in die Innenstadt, rechts: zur Lobedaer Straße und nach Jena-Burgau. Die pollerfreie Stelle ist jetzt hinter dem Rücken des Betrachters.

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Wo es beim Radverkehr Jena noch kräftig hakt! Heute: Mitnahmemöglichkeiten in den Straßenbahnen der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft (=JeNah)

Seit einiger Zeit gibt es 2 neue Straßenbahnzüge bei dem Jenaer Nahverkehrsbetrieb. Leider wurde nicht an die Möglcihkeit, Platz für Fahrräder zu schaffen, gedacht. Eine Stadt, die sich umweltfreundlich schimpft und modern sein will, attraktiv für Zuzug, macht so einen Schrott bei ihren Nahverkehrsfahrzeugen.

Wieder zu kurz gedacht, bzw. nur an die Rechte von Rollstuhlfahrern gedacht. Ganz toll. In einem Interview mit dem alten Chef der JeNah wurde die ablehnende, ja geradezu verhaßte Haltung gegenüber Radfahrer_innen deutlich. Weil offensichtlich in viele Hirne nicht reingehen will, dass man auch als Radler und Radlerin verdammt noch mal manchmal auf die Mitnahme in der Straßenbahn und im Bus angewiesen ist! Ja stellt Euch vor Ihr Scheuklappenträger, diese Situationen gibt es! Dicker Regen nach einer Tour, von der man erschöpft zurückkehrt, schlicht und einfach zu große Müdigkeit am Abend, wenn man den ganzen Tag in der Unibibliothek gearbeitet hat., nur um ein paar Beispiele zu nennen. Oder schlicht und einfach eine Panne am Rad.

Der Depp übrigens, der mir geraten hat, das Rad an die Stelle der Lamellen zu stellen, also wo die Straßenbahn ein Gelenk hat, der kann mir dann das Rad während der Fahrt halten und sich dann stellvertretend für mich blaue Flecken und sonstigen unnötigen Unsinn während der Fahrt zuziehen, wenn die STraßenbahn am Abbiegen ist. Ach ja, und die Reparaturkosten gleich übernehmen, die durch das sinnlose Hin- und Hergeworfensein während der Fahrt entstehen. Der Platz an den Lamellen ist der ungeeigneste Platz überhaupt!

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Die Situation in der alten Straßenbahn ist nicht besser. Einziger Vorteil ist, dass es dort noch Klappsitze gibt und man immer sein Rad sitzend im Blick haben kann.

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Es ist grade so, dass man als Fußgänger_in noch vorbei kommt. Noch. Dennoch keine Lösung, diese Bauweise von Straßenbahn.

Die armen Autofahrer_innen – auf der Rudolstädter STraße in Jena-Winzerla

Unglaublich, wie jemand die „Vertreibung von Autofahrern“ beklagen kann. Sicher ist es kein Spaß, noch einmal mehr in der Rudolstädter Straße anhalten zu müssen. Fahrgäste der Jenaer Nahverkehr wollen eben rechtzeitig zu Ihrer Haltestelle kommen. Nur: nach diesen Fahrgästen und auch nach den Bedürfnissen von Radfahrer_innen fragt niemand; so oft, wie Radfahrer_innen ausgebremst werden!  Da muß man sich echt fragen, ob nicht der Kommentator auf beiden Augen blind ist.

Der ARtikel, um den es geht in meiner Kritik:

http://jena.otz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Die-Art-der-Politik-veraergert-Lutz-Prager-ueber-die-versuchte-Vertreibung-des-1585741812

mein LESERINNENBRIEF – 26.Februar 2015:

Zunächst mein großes Mitleid mit allen Autofahrern. *hust*. Also Entschuldigung Herr Prager, das kann wohl nicht Ihr Ernst sein, was Sie hier schreiben.Warum wird immer nur an die Autofahrer_innen gedacht? Sie tun gerade so, als ob Autofahrer_innen permanent bei der Verkehrsplanung benachteiligt würden – doch das Gegenteil ist der Fall!

So wie Sie sich über die Fußgängerampel aufregen, könnte sich der ADFC JEDEN TAG ÜBER UNSINNIGE VERKEHRSPLANUNG AUFREGEN! eines von zahllosen Beispielen: die Neugasse. Ohne es zu wollen, auch im langsamen Fahrtempo ist es aufgrund zugelassener Parkplätze fast ein unfreiwilliger Zwang, als Radfahrer_in mit AutofahrerInnen zusammenzustoßen. Diese Parkplätze werden hauptsächlich nicht, wie argumentiert, von Kunden des Einzelhandels genutzt; es wäre auch eine grooße Zumutung, das tonnenschwere Wollknäuel ein paar Hundert Meter zum Parkplatz außerhalb zu tragen. Die Neugasse ist sinnlos eng durch diese Parkplätze, die fast nur von Anwohnern genutzt werden!

Zwar ist im Gegensatz zu meiner alten Heimat das Rad kostenlos in allen Zügen Thüringens mitzunehmen, aber der Städtebau und die Verkehrsplanung richtet sich traditionell am Autoverkehr aus: mit katastrophalen Folgen: stinkende, verstopfte Innenstädte, mehr Verkehrsunfälle, die von Autofahrer_innen verursacht wurden. Ich weiß nicht, aber Sie müssen echt auf beiden Augen blind sein, im 20. und 21. Jahrhundert das Auto als das Verkehrsmittel überhaupt hinzustellen. Schon mal was von der Kampagne „Schritt für Schritt zu umweltfreundlicher Mobilität“ gehört? Die Stadt Jena tut aufgrund immer größerer Umweltschäden (Ozonloch, die kranken Bäume in der Erfurter STraße, auch durch Luftverschmutzung) gut daran, Mobilität außerhalb des Autoverkehrs zu fördern. Und falls Sie es immer noch nicht kapiert haben, wie leider viele Menschen in meiner alten Heimat auch: das Rad ist auch ein Alltags-Verkehrsmittel, nicht nur was für Kinder oder ein Sonntagnachmittag-Ausflugs-Fahrzeug!

Ein Tip: unterhalten Sie sich mal öfter mit dem ADFC. Das öffnet einem die Augen und erweitert den Horizont! Es gibt sicher Gelegenheiten, bei denen es besser ist, das Auto zu nehmen. ABer bestimmt nicht, wenn man in die Innenstadt will!

Und überhaupt:

Sie fragen in Ihrem Kommentar gar nicht nach den Bedürfnissen von Fahrgästen der JeNah. Die geplante Ampel mag ärgerlich für die Autofahrerschaft sein , aber: hallo, es gibt auch noch andere Verkehrsteilnehmer_innen, die dort unterwegs sind!

Wo es beim Radverkehr Jena noch kräftig hakt! Heute Teil 2: Radfahrstreifen Karl-Liebknecht-Straße, Nähe Kreuzung Schlippenstraße

Die Karl-Liebknecht-Straße führt als Hauptstraße vom Wenigenjenaer Ufer weiter nach Jena-Ost hinein. Ungefähr auf dieser Höhe beginn auf der rechten Seite , also stadtauswärts, ein Radfahrstreifen. Einmal wird dieser um die Haltestelle „Geschwister-Scholl-Straße“ herumgeführt und kurzzeitig in einen gemeinsamen Rad- und Fußweg umgeleitet. Alles noch ok. Leider gibt es auch öfter auf dem Radstreifen parkende Lieferwägen, auch Autos. Für zweitere habe ich kein Verständnis, ganz gleich, wie lange sie „parken.“

Doch kann kommt wieder der totale reale Irrsinn:

Der Radfahrstreifen hört plötzlich auf. Noch dazu an der Stelle, an der die Straßenbahn nur noch eingleisig verkehrt. Ganz toll. Dass es dort nicht öfter mal kracht…. ein Wunder wäre es nicht.

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Das Ende des Radstreifens. Hier stößt man unfreiwillig auf den Auto- un den Straßenbahnverkehr. „Schön,“, dass es auch so plötzlich kommt, das Ende des Radstreifens.

Wo es beim Radverkehr Jena noch kräftig hakt! Heute: Steinweg

Der Steinweg verbindet zusammen mit der Camsdorfer Brücke (diese führt über die Saale) die Innenstadt Jenas mit Jena- Ost.  Die Strecke ist nicht weit, man fährt sie, um sich am schönen Wenigenjenaer Ufer an der Saale, das kurz vor Jena Ost, also nach der Camsdorfer Brücke liegt, auszuruhen. Dort kann man schön sitzen auf Bänken oder im Gras, dem Schnattervieh auf der Saale und „an der Saale hellen Strande“ (ohne Burgen an dieser Stelle) zusehen, grillen, chillen, essen, plaudern, lachen.  Doch um mit dem Rad zum Wenigenjenaer Ufer hinzukommen, das ist nicht zum Lachen.

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Der Steinweg ist gepflastert, 2 Straßenbahnschienen-Linien führen durch den Steinweg. Man hat zwischen der äußeren Schiene und dem Bordstein als Radler und Radlerin nur wenig Platz. In der Mitte der Fahrbahn , also zwischen dein beiden Schienenlinien-Paaren zu fahren ist auch ungünstig, weil man dann mitten in der Fahrbahn fährt und sich durch den entgegenkommenden Autoverkehr in Gefahr bringt.

Außerdem steigt die Oberfläche des Steinwegs zur Mitte hin leicht an. Das mag wegen starker Regengüsse so geplant worden sein, damit das Wasser in die Gullys am Bordstein laufen kann. ABER FÜR RADLER BEDEUTET DIE LEICHT ABSCHÜSSIGE EBENE ZUM STRASSENRAND HIN EINEN SCHLINGERKURS FAHREN ZU MÜSSEN. Vor allem bei Regen ist es furchtbar, dort entlang zu fahren! Man fährt unfreiwillig in einer leichten, aber doch stark fahrbaren Mulde, diese Mulde ist zwischen der äußeren Straßenbahnschiene und dem Bordstein. Dazu kommt noch die ständig drohende Vertiefung der Schiene. In Nürnberg bin ich mit meinem Vorderrad schon mal in eine Straßenbahnschiene geraten. Es war abends gegen 18.30 Uhr, Winterhalbjahr, also schon dunkel. Glücklicherweise kam grad keine Straßenbahn.

Was natürlich im Steinweg vorhanden ist: Parkplätze für Autos! Aber selbstverständlich! Sonst würde ja was fehlen . Hahaha.

Das hier im folgenden Bild  ist der Übergang in die Innenstadt. rechts (nicht im Bild) ist die Straßenbahn-Haltestelle „Universität.“ Links läuft die Straße „Löbdergraben“ in Richtung Zentralhaltestelle „Löbdergraben“, bzw. „Stadtzentrum, Holzmarkt.“ Die Ampelschaltung ist katastrophal: streng genommen begeht man als Radfahrer_in immer eine Ordnungswidrigkeit, weil es keine Fahrradampeln und keine Fahrradübergänge gibt. Man muß über den Fußgängerweg fahren (nachdem dort solange NICHTS passiert ist, sehe ich nicht ein, abzusteigen. Ich fahre im Schritttempo drüber und achte auf die die laufenden Zwei- und Vierbeiner_innen :-D).

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…mit der vom Stadtzentrum herannahenden Straßenbahn beginnt es im Steinweg erneut eng zu werden… viel zu eng für ALLE Verkehrsteilnehmer_innen. Da kommt Freude auf… und das dumme Geschimpfe über die „Kampfradler“ geht wieder los.

Man kann nur hoffen, dass der Stadt Jena in dem selbsternannten „Jahr des Lichts“ ein LICHT BEIM RADVERKEHR AUFGEHT!! Schluß mit diesem Straßenbelag und dieser Mulde! Platz für Radler und Radlerinnen in einer Stadt, die mit ihrer Umweltkampagne „Schritt für Schritt“ die Menschen zu umweltfreundlicher Mobilität aufrufen will!

Theaterhaus Jena 14. Februar 2015: Bekenntnisse

Eine Lehrerin, die am letzten Tag des Schuljahres verkündet, dass sie ab sofort nicht mehr in der Schule für diese Klasse arbeiten werde, der Mord an ihrer Tochter Jana im Schulschwimmbecken, den die Polizei für einen Unfall hält… das ist die Ausgangssituation beim neuen Stück „Bekenntnisse“ , eine Produktion des Jugendtheaterclubs teenpark am Theaterhaus Jena. Die Lehrerin  mit Namen Raha verkündet, dass sie in alle Milchpäckchen der SchülerInnen Blut mit Aidsviren, das von ihrem Lebensgefährten stammt, versetzt hat. Die Schüler, die sie für die Mörder ihrer Tochter Jana hält, bezeichnet sie als „Schüler A“ und „Schülerin B.“ Diese Anonymisierung zeigt, dass jeder und jede einen Mord begehen könnte. Die Schüler und Schülerinnen sind erst mal geschockt, das ist klar. Die Verseuchung der Trinkmilch ist erst der Anfang eines perfiden Rachefeldzugs.

Doch der Reihe nach.

Wie konnte es zu dem Mord an Jana kommen? Warum wurde eines der schwächsten Mitglieder dieser Schul-Gesellschaft ermordet? Ist die Rache von Lehrerin Raha gerecht?

Matthias Pick, der Regisseur des Stücks „Bekenntnisse“ sagte mir im Interview mit Radio Lotte Weimar, dass das Stück „Bekenntnisse“ bei dem angesiedelt sein soll, was die Schüler und Schülerinnen aus  Jena schon kennen: eben die Schule. Und es sind Themen, die auch eben das Zusammenleben in der Schule betreffen: Enttäuschungen, Mobbing, Verachtung für den Lehrer, Wut, Haß. Einen Mord zu verüben, weil man enttäuscht ist, das ist schon extrem, das kommt in der Realität nicht unbedingt vor. Einige der Schauspieler nennen die Geschichte zu „Bekenntnisse auch „krass.“ Wie die Schüler_innen als Schauspielerinnen mit diesem harten Stoff umgegangen sind, das hatte ich Matthias Pick auch gefragt.

Interview mit Regisseur Matthias Pick:

https://www.dropbox.com/sh/3afqmf716infqz7/AAD48xtTpaz0ep6f42KaEE7ea?n=391610019

Die Bühne, das ist eine Sporthalle. Auf dem Boden ein pinkes Feld mit bunten Linien, wie für verschiedene Ballspiele gemacht, um Felder, z. B. das Feld um ein Tor, abzugrenzen. in der Mitte steht ein Hochsitz wie beim Tennis. Die verschiedenen Figuren stehen zeitweise auf dem Hochsitz, wenn sie reden – und wenn es gerade um hervorgehobene Monologe geht.

Meist sind es Monologe, seltener Dialoge, die auf der Bühne vorgetragen werden. Wie im antiken Theater stehen die Schauspieler_innen dort, mit Blick auf´s Publikum.Manchmal sprechen sie auch im Chor. Dennoch wird es nicht langweilig… dafür sorgt die Geschichte selbst, bei der nach und nach immer mehr Hintergründe zum Vorschein kommen; warum gerade die 4jährige Tochter Jana der Lehrerin Raha sterben mußte, wieso „Schüler A“, Jakob, einerseits intelligent und Preisgewinner bei einem Forschungswettbewerb sein und gleichzeitig so grausam sein kann, indem er mit seiner Erfindung streunende Katzen quält und tötet. Musik ist auch dabei, und dabei recht gute! Meine Freundin D. hörte u. a. Nirvana heraus 😀 Ich hätte glatt mittanzen mögen, als der Abschlußball der Schule imitiert wurde. Der Schauspieler des Jakob schaffte es sogar, auf dem Hochsitz abzurocken ohne runterzufallen ;-)))

Die Kritik der OTZ, der örtlichen Lokalzeitung („Ostthüringer Zeitung“) ist mal wieder grottenschlecht, weil der Autor vieles nicht beachtet. Da fragt man sich wirklich, ob und was die in der Birne haben! Nur oberflächliches Gelaber, so unter dem Motto „toll was die Jugendlichen dort machen, dann hängen sie nicht auf der Straße rum und sind nicht kriminell. Ach ja, um ein Beziehungsgeflecht und Rache geht es. Ach nee….Um Beziehungsgeflechte geht es IMMER im Theater! Sonst hat man nichts zu erzählen! Aber  nicht nur. Es geht auch um die Hintergründe. Und die sind verdammt wichtig! Denn die wenigsten Menschen töten aus Spaß am Töten.  Und wenn man schon von einem „Beziehungsgeflecht“ schreibt, dann sollte man auch was anderes noch bedenken: warum das Zusammenleben in dieser Schule nicht wirklich funktioniert hat und durch den Mord an der 4jährigen Jana immer mehr zerfällt.

Nach dem Weggang der Lehrerin Raha kommt ein neuer Lehrer in diese Klasse. Schon bevor er den Mund aufmacht weiß jeder im Zuschauerraum, was für eine Tröte der ist… ein totaler Idealist, geblendet von zuviel Gutmenschentum, zuviel von dem sogenannten „Positivem Denken.“ Solche Menschen nerven gewaltig, genauso wie die Gegenstücke dazu, die  Dauer-Grantler. Doch seine Naivität, die so nervt und eine Schülerin, die mit für den Mord verantwortlich ist, genannt „Schülerin B“, fast in den Tod treibt, hat noch eine andere Ursache:

Die Sprachlosigkeit, die Nicht-Kommunikation.

Man merkt, dass niemand, erst recht nicht das Lehrerkollegium, den neuen Lehrer über die Vorgänge vom vergangenen Schuljahr informiert hat. Absolut realistisch. Es wird nicht über Probleme, Verletzungen gesprochen, nicht zwischen Lehrern und Lehrern, nicht zwischen Lehrer-Schüler, Lehrern und Eltern; erst wenn das Unheil, wie ein Mord passiert ist, dann werden Briefe an den „lieben Sohn“ z. B. geschrieben. Sehr traurig. Und auch irgendwie ein Armutszeugnis für diese Gesellschaft, die offensichtlich denkt, durch Verschweigen würden sich Probleme in Luft auflösen. Die nach einfachen Lösungen sucht, wo es keine gibt (Sündenböcke haben ist sooo praktisch!) . Oder die Schuldigen laufen vor ihrer Verantwortung davon (z. B. vor der Verantwortung, ein Kind groß zu ziehen und zu erkennen, dass es nichts für die Tatsache, dass seine Mutter ihren Beruf aufgeben mußte, kann) Und dann tatenlos zuschaut, wenn schlimme Dinge passieren oder Vorverurteilungen trifft ohne hinter die Fassade zu schauen.

Schüler-Gruppen sind oft für Außenstehende schwer zu durchschauen, erst recht für Lehrer_innen. Ihnen gleich totale Bosheit zu unterstellen, wie es die Lehrerin Raha macht… naja. Jugendliche sind eben noch keine Erwachsene, deshalb kann man ihnen wohl nicht die volle Schuld an ihren Taten geben.

Der Hintergrund zum Leben von „Schüler A“ hat mich besonders interessiert.

Der Frust seiner Mutter über die abgebrochene Berufstätigkeit ist verständlich – aber das eigene Kind ist doch nicht schuld daran! Es sind die Verhältnisse, die eine Frau beruflich abhängen, wenn sie sich für ein Kind entscheidet.

Das hat der – sonst so intelligente Jakob – wohl nicht durchschauen können mit seinen vielleicht 13 Jahren….. Keine Anerkennung von der Frau, die einen geboren hat zu bekommen, das ist wirklich bitter. Schade, dass man im Stück nichts von Jakobs Vater erfährt; der ist ihm wohl „zu gewöhnlcih“ , einer von diesen „Idioten“, weshalb er ihn bald vergißt. Manchmal könnte man auch in der Realität zu dem Schluß kommen dass man es auf dieser Welt nur aushält, wenn man eine gewisse Verachtung den Mitmenschen gegenüber hat.Ich habe den Eindruck, dass man das Verhalten von „Jakob“ – so krass es auch ist –  nur nachvollziehen kann, wenn man selbst kaum oder keine Anerkennung von seiner Mutter hat.

Doch so einsam dieser Schüler ist, so unnahbar ist er. Und die Wahrheit über sein Tun, über das, was er wirklich will, die erträgt er leider gar nicht; auch wenn seine Mitschülerin ihm das freundlich sagt….  es endet tragisch, ähnlich wie bei Shakespeare.

Gute Idee übrigens, vorher Milchpackungen ans Publikum zu verteilen… war witzig und unheimlich zugleich 😉

Gut, dass es ein Jugendtheater gibt! Die Spielfreude war allen Mitgliedern anzumerken. Und auch wenn es ein harter Stoff ist, geht man als Zuschauer-/in angeregt, aber nicht völlig depressiv und gefrustet aus dem Theater.

Wie es ist, Rollen zu spielen, die man selbst nicht so einfach nachfühlen kann (weil man schlicht und einfach zu jung ist dafür), dazu gibt es ein Interview mit einer Schauspielerin und einem Schauspieler.

https://www.dropbox.com/sh/gwntxvoiexzj68k/AAClGYbek0VjYoO_l3sv0tB5a?n=391610019

Nächste Vorstellungen „Bekenntnisse“ des Jugendtheaterclubs teenpark:

– Dienstag 25.02.2015 20 Uhr Theaterhaus Jena

– Mittwoch 26.02. 20 Uhr Theaterhaus Jena

Pardon für die schlechte Fotoqualität… als Radiomensch vergißt man gern eine Kamera und dann muß das „freundliche Telefon“ mit seiner Kamera herhalten….

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Da der Charakter der Lehrerin Raha so vielschichtig ist, wird die Lehrerin von 3 Schauspielerinnen dargestellt.

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Die beiden Figuren des Stücks, die als Mörder gelten: Clara, von Lehrerin Raha „Schülerin B“ und Jakob, „Schüler A“ genannt.

A.St. -14.02.2015

Ergebnisse des Fahrradklimatests sind online

Vergangenen Herbst wurde ein Fahrradklima-Test durchgeführt: dabei konnte man seine eigene Stadt nach Fahrradfreundlichkeit bewerten. Nicht überraschend für mich: Nürnberg schneidet mit einer 4,0 schlecht ab, auch die Universitätsstadt Jena ist kaum besser, deren Partnerstadt Erlangen, als die „Fahrradstadt“ von vielen betitelt, ebenso.

Der Bericht des ADFC dazu gibt einen Überblick, was im Allgemeinen gut und was schlecht bewertet wurde (z. B. Ampelschaltungen):

http://www.adfc.de/news/adfc-fahrradklima-test-2014-die-ergebnisse

Hier die interaktive Karte, bei der man seine Stadt auswählen kann. Wer noch genaueres wissen will, kann auf den Button „pdf“ klicken:

http://www.adfc.de/fahrradklima-test/adfc-fahrradklima-test-karte.

Die Ergebnisse für: Nürnberg:

Klicke, um auf N%FCrnberg.pdf zuzugreifen

für Fürth:

Klicke, um auf F%FCrth.pdf zuzugreifen

für Jena:

Klicke, um auf Jena.pdf zuzugreifen

für Weimar:

Klicke, um auf Weimar.pdf zuzugreifen

Die Ergebnisse für die „Landeshauptstadt Erfurt“ will ich gar nicht nennen. Wer dort

unterwegs war weiß, wie zum Kotzen das Radeln dort ist. Bahnhofstunnel ist nur ein Stichwort von vielen.

Die Ergebnisse zeigen, das es noch viel zu tun gibt in Sachen Radverkehrspolitik.

Und dass noch viel Umdenken erforderlich ist: das Auto ist eben NICHT heilig und nicht unersetzbar!!!

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